Stp-SantanderWieso haben die spanischen Wohnmobil-Verbände die Stadt Santander zur wohnmobil-feindlichen Zone (Zona hostil) erklärt und die wichtigsten spanischen Online-Stellplatzführer diesen Platz aus den Listen gestrichen?

Seit vier Jahren gibt es in Santander, Hauptstadt von Kantabrien mit immerhin 175.000 Einwohnern, einen offiziellen Wohnmobil-Stellplatz. Bei genauer Betrachtung handelt es sich zwar nur um einen Parkstreifen in einem Industriegebiet mit einem einfachen Gulli für Abwasser- und WC-Kassetten-Entsorgung, aber das trifft auch auf viele andere kommunale Stellplätze zu.

Den Titel "wohnmobil-feindliche Zone" hat sich Santander damit verdient, dass der ausgewiesene offizielle Stellplatz die einzige Stelle im ganzen Stadtgebiet ist, wo das Parken für Wohnmobile erlaubt ist. An jeder anderen Stelle werden kompromisslos Strafen verhängt und z.B. mit Rad-Krallen durchgesetzt.

Die im Mai anstehenden Kommunal-Wahlen in Spanien haben das Thema "Wohnmobile in Santander" neu beflügelt. Eine Online-Kampagne auf der internationalen Website change.org fordert in einer Petition an die Stadtverwaltung
"Wir wollen einen anständigen Wohnmobil-Stellplatz in Santander".
Bis jetzt gibt es schon über 2000 Unterzeichner und die Aktion geht weiter.

Auch die Presse ist auf das Thema aufmerksam geworden. Auf Nachfrage einer lokalen Zeitschrift gab ein Sprecher der Tourismus-Abteilung zu, dass insbesondere der Titel "wohnmobil-feindliche Zone" dazu geführt hat, dass sich die Stadt wieder mit dem Thema beschäftigt. Und natürlich auch die Aussage der Wohnmobil-Verbände, dass die Wohnmobil-Reisenden die Stadt Santander von ihrer Landkarte gestrichen haben.

Es liegt ein Projekt für einen neuen Stellplatz auf dem Tisch, und man schaut sich gerade Grundstücke an. Der Plan sieht vor, mit beiden Seiten - Wohnmobilisten-Vertreter und Campingplatz-Betreiber - zu verhandeln, z.B. über ein Zeitlimit bei der Aufenthaltsdauer, die notwendigen Einrichtungen und den Preis.

Die Stadt sucht allerdings eine Lösung, die den beiden Campingplätzen im Stadtbereich keine Konkurrenz macht!

Und auf die Frage, wann der neue Stellplatz denn kommen könnte, hieß es nur "...das wird seine Zeit brauchen..."


Quelle:
  El Diario Montañes vom 21.4.2015
>>> Originaltext


Ich denke, wenn die Kommunal-Wahlen vorbei sind, ist auch dieses Thema wieder vom Tisch.

Für mich bleibt Santander jedenfalls in Übereinstimmung mit den spanischen Autocaravanistas solange von der Landkarte gestrichen, bis sich die Situation für alle Wohnmobil-Reisenden tatsächlich bessert.

Tipp:
Wer unbedingt Santander besuchen will, könnte den gerade neu eröffneten privaten Stellplatz im Nachbarort Maliaño nutzen. Dort kann man innerhalb des Yachthafens stehen, etwa 7 km vom Zentrum der Hauptstadt entfernt.