Titel3(16.10.2017, 4G-Update)

Bei jeder Auslandsreise stellt sich die Frage, wie man in dem entsprechenden Land einfach und günstig nach Hause telefonieren kann, und natürlich auch, wie man ins Internet kommt.

Bei einem Aufenthalt von wenigen Wochen kommt man oft mit der eigenen deutschen SIM-Karte ganz gut zurecht. Die Roaming-Gebühren innerhalb der EU wurden inzwischen abgeschafft. Man kann also mit der richtigen deutschen SIM-Karte auch von Spanien aus zu vernünftigen Preisen telefonieren oder im Internet surfen.

Das gilt zumindest für einen normalen Urlaubsaufenthalt, der nur einige Wochen dauert. Bei einem geplanten längeren Aufenthalt sollte man seinen Mobilfunk-Provider fragen, wie es bei ihm mit der Langzeitnutzung im Ausland aussieht. Die EU-Kommision hat hier nämlich eine Hintertür für Roaming-Gebühren gelassen!

Will man also länger im Ausland bleiben, z.B. beim Überwintern in Spanien, dann bietet sich weiterhin die Anschaffung einer spanischen Prepaid-SIM-Karte an. Das ist nicht kompliziert - man muss im allgemeinen nur den Personalausweis vorlegen, damit die gekaufte SIM-Karte direkt registriert und mit dem richtigen Tarif aktiviert werden kann.

Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in Spanien eine Vielzahl von Anbietern im Mobilfunk-Markt, die noch dazu oft ihre Tarife ändern oder neue erfinden. Man verliert schnell den Überblick, und als Tourist hat man kaum die Chance, den geeigneten Tarif zu finden.

In den vergangenen Jahren habe ich verschiedene spanische SIM-Karten ausprobiert und immer wieder mit anderen Angeboten verglichen. Bei der großen Auswahl kann man inzwischen strengere Maßstäbe anlegen. Zum Beispiel berücksichtige ich nicht mehr diejenigen Anbieter, die eine monatliche Mindestgebühr verlangen. Das betrifft meinen ehemaligen Favoriten Carrefour Móvil genauso wie Másmóvil. Es ist nämlich nahezu unmöglich, beim Verlassen des Landes den Karten-Saldo auf Null zu haben - man verschenkt also immer Geld, denn es wird ja weiterhin jeden Monat der Mindestbetrag abgebucht.

Telefonieren

Beim Thema "Telefonieren" betrachte ich nur die Telefon-Verbindungen von Spanien ins Ausland, insbesondere nach Deutschland, nach Österreich und in die Schweiz.

Innerhalb Spaniens kann man mit jedem Anbieter einigermaßen preiswert telefonieren, aber bei Auslandsgesprächen gibt es erhebliche Unterschiede.

Beim Vergleich der Minutenpreise ist zu beachten, dass in Spanien bei fast allen Anbietern für jedes Gespräch eine Grundgebühr bzw. Einwahlgebühr (span.: Establecimiento) berechnet wird. Der tatsächliche Preis eines Telefongesprächs wird damit vor allem bei kurzen Gesprächen stark beeinflusst.

vodafone vf logoBei Vodafone erreicht man mit 30ct + 1ct/min (Festnetz) bzw. + 8ct/min (Mobilnetz) die übliche Preislage beim Telefonieren innerhalb Deutschlands. Allerdings benötigt man dafür den speziellen Zusatztarif Bono Internacional für 1,51 € pro Woche. Das macht Sinn bei längeren Gesprächen, ist aber etwas umständlich.

lycamobile trans logoDie auch in Deutschland aktive Firma Lycamobile unterbietet diesen Preis mit ihrem Angebot Plan Ahorro (dt.: Sparplan): 30ct + 1ct/min (Festnetz) oder + 6,9ct/min (Mobilnetz) stellen erst mal die untere Grenze beim Minutenpreis dar (gilt für Deutschland, Österreich und Schweiz etwa gleichermaßen). Bei diesem Anbieter muss man nur aufpassen, dass der "Plan Ahorro" auch wirklich aktiviert wird, sonst bezahlt man den Standard-Tarif, und der ist erheblich teurer (38ct + 9,7ct bzw. + 39,9ct !).

DigiMobil small LogoMit der Änderung der Tarife im April 2017 gibt es bei dem Anbieter DIGI-mobil keine speziellen Telefonie-Angebote mehr. Es gibt nur noch den Standard-Tarif (Tarifas por minuto), der aber sehr konkurrenzfähig ist. Unter Tarifas Internacionales findet man z.B. für Deutschland (Alemania) den Preis 12ct + 2ct/min (Festnetz) oder + 6ct/min (Mobilnetz)

Internet

Bei den Angeboten für einen mobilen Internet-Zugang findet ein starker Wettbewerb statt, der vor allem das nutzbare Datenvolumen in die Höhe treibt - die Gigabyte-Zahlen (GB) werden immer größer.

Auch die Datenübertragung wird immer schneller. Der Unterschied zwischen 3G- und 4G-Netz (siehe unten) wurde natürlich in der Werbung zur Unterscheidung eingesetzt. Inzwischen erlauben aber alle hier betrachteten Internet-Anbieter die Nutzung des schnelleren 4G-Netzes, nachdem seit Oktober 2017 auch Digi-mobil 4G im Angebot hat.

Es gibt immer die Möglichkeit (meist im Basis-Tarif), das verbrauchte Datenvolumen pro Megabyte (MB) zu bezahlen. Das kostet etwa 3ct-9ct/MB. Für normales Surfen viel zu teuer. Deshalb betrachte ich nur Datenvolumen-Pakete, die man üblicherweise für einen Monat erwirbt.

simyo logoEiner der eher günstigen Anbieter für den Internet-Zugang in Spanien ist Simyo. Die gestaffelten Volumen-Pakete gehen von 100 MB für 1 € über 4 GB für 10,50 € und 10 GB für 12,50 € bis zu 25 GB für 28 €. Da sollte eigentlich für jeden etwas dabei sein.

Wenn man vor Ablauf der 30-Tage-Laufzeit das Datenvolumen verbraucht hat und weiter im Internet surft, kostet jedes MB 3,6ct. Soweit muss es aber nicht kommen, denn man kann jederzeit ein neues Datenpaket in beliebiger Größe mit neuer 30-Tage-Laufzeit starten. Restvolumen verfällt am Ende der Laufzeit.

Simyo erlaubt die Nutzung seiner Dienste auch im EU-Ausland. D.h. man könnte übriggebliebenes Datenvolumen am Ende der Reise in Deutschland oder vorher in Frankreich verbrauchen. Aber auch hier gilt entsprechend dem EU-Roaming-Regelwerk, dass das kein Dauerzustand sein darf.

lycamobile trans logoLycamobile erreicht beim Internetzugang nicht ganz das Preisniveau von Simyo. Man bekommt z.B. 2 GB für 9 €, 4 GB für 14 € und 6 GB für 19 €. Häufige Werbeaktionen (z.B.: 2 GB Extra Gratis) verbessern das Preis-Leistungsverhältnis.

Achtung: Wenn man vor Ablauf der 30-Tage-Laufzeit das Datenvolumen verbraucht hat und weiter im Internet surft, kostet jedes MB 14,5ct. Das sind hochgerechnet 145 € für 1 GB ! Da sollte man besser die Möglichkeit nutzen, mit der Option Datos Extensibles das Datenvolumen für die Restlaufzeit zu ergänzen. Das kostet 4 € für 500 MB oder 5 € für 1 GB. Restvolumen verfällt am Ende der Laufzeit.

Zu bedenken ist, dass Lycamobile keine Hotspot-Funktion (Tethering) zulässt, und der Internetzugang nur mit Smartphones möglich ist, nicht mit einem Laptop und USB-Stick oder einem Router.

vodafone vf logoDie bei dem Anbieter Vodafone in Frage kommenden Prepaid-Tarife haben den Namen Vodafone yu mit den drei Stufen Yuser, SuperYuser oder MegaYuser. Die Tarife gelten immer für 4 Wochen (28 Tage). Als Yuser hat man für 10 € 1.2 GB Datenvolumen zur Verfügung. Ein SuperYuser erhält für 15 € ein Datenvolumen von 2 GB, und der MegaYuser erhält für 20 € 3.5 GB Datenvolumen.

In allen drei Tarifen sind noch Telefon-Minutenpakete enthalten, allerdings nicht für Auslandsgespräche. Deshalb betrachte ich das hier nicht weiter.

Bei allen "Vodafone yu"-Tarifen ist es möglich, vor Ablauf der 28 Tage den Tarif zu erneuern (span.: renovar), wenn man z.B. sein Datenvolumen vorzeitig aufgebraucht hat. Und wenn nach 28 Tagen noch Datenvolumen übrig ist (oder Telefon-Minuten), dann wird dies im nächsten Monat akkumuliert, falls man den Tarif verlängert. Das ist im Vergleich mit den anderen Anbietern in dieser Form zur Zeit einmalig.

Vodafone nutzt in Spanien ein eigenes Mobilfunk-Netz, und in allen Prepaid-Tarifen ist die Nutzung von 4G enthalten. Damit war früher der etwas höhere Preis von Vodafone zu erklären.Da inzwischen aber alle relevanten Anbieter das 4G-Netz nutzen, ist das für Vodafone kein Alleinstellungsmerkmal mehr.

Allerdings wird ab und zu, oft im Zusammenhang mit irgendwelchen Ereignissen (Weihnachten, Sommerurlaub,...), zeitlich befristet die doppelte Datenmenge zum Normalpreis angeboten - damit ist dann auch Vodafone nicht mehr so teuer.

DigiMobil small LogoSeit längerem ist der Anbieter DIGI-mobil mein Favorit für den Internet-Zugang. Die Tarifstruktur ist klar und praxisorientiert mit ordentlichen Preisen.

Die DIGI-mobil-SIM-Karte kann mit dem Prepaid-Tarif DIGI Naveg@ versehen werden. Zur Auswahl stehen Datenvolumen mit 2 GB für 5 € oder 5 GB für 10 €.

Wenn das Datenvolumen vor Ende der Laufzeit (1 Monat) verbraucht ist, muss man bei DIGI-mobil keine Angst vor hohen Megabyte-Folgekosten haben - die Internet-Nutzung funktioniert dann einfach nicht mehr. Unter dem Stichwort MB extra kann man beliebig oft zusätzliches Datenvolumen nachkaufen, je nach Bedarf 200 MB für 1 € oder 1 GB für 3 €. Das Buchen geht ganz einfach per Kurzwahl auf dem Smartphone oder im Kundenbereich auf der DIGI-mobil-Homepage. Falls man Datenvolumen nachkauft, bleibt der Zeitrahmen von 1 Monat trotzdem erhalten. Nicht verbrauchtes Volumen verfällt am Ende der Laufzeit.

Kombi-Tarife

Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones wurde der Bedarf, Telefon und Internet auf einer einzigen SIM-Karte zu vereinen, durch die sogenannten Kombi-Tarife gedeckt. Jeder Anbieter hat so etwas im Angebot. Im folgenden berücksichtige ich aber nur Anbieter, die im Kombi-Tarif Auslandsgespräche zulassen.

Ich persönlich benutze keinen Kombi-Tarif, denn ich benötige vor allem das Internet in einer Größenordnung von etwa 5 GB pro Monat. Und zwar mit einer SIM-Karte, die ich in einen USB-Stick stecke.

Für Telefonieren ist in unserer Familie jemand anderes zuständig, und der Bedarf liegt bei mehreren hundert Minuten pro Monat. Natürlich mit einem Smartphone, das auch für den schnellen Internet-Zugang genutzt wird, so dass inzwischen auch bei uns ein Kombi-Tarif zum Einsatz kommt.

vodafone vf logoVodafone bietet einen Kombi-Tarif an, der sich nach eigenen Angaben am Bedarf von Touristen orientieren soll.

Mit dem Tarif Internacional Smartphone (15 € für 4 Wochen) erhält man 2 GB Datenvolumen im 4G-Netz und 50 Minuten Telefonverbindung auch ins Ausland. Allerdings nur in bestimmte Länder, z.B. Deutschland und Niederlande, aber nicht Österreich oder Schweiz.

Wenn das Datenvolumen oder das Minutenpaket vor Ablauf der 4 Wochen aufgebraucht ist, wird beim Internetzugang die Geschwindigkeit auf unbrauchbare 16 kbps reduziert, beim Telefonieren zahlt man ab der 51. Minute 30ct + 1ct (Festnetz) bzw. + 8ct (Mobilnetz). Man kann aber wie bei allen Vodafone-Prepaid-Tarifen vor Ablauf der 4 Wochen den Tarif "renovieren" - dann beginnt für 15 € wieder ein neuer 4-Wochen-Zeitraum, und eventuell noch vorhandenes Datenvolumen oder Telefonminuten werden übernommen.

DigiMobil small LogoBei DIGI-mobil findet man inzwischen vier Kombi-Tarife, die eine gute Auswahl bieten. Hier sollte für jeden etwas dabei sein.

Die enthaltenen Telefonie-Minuten können auch für Gespräche ins Ausland genutzt werde, insbesondere nach Deutschland, und dort auch ins Mobilfunknetz.

Der Tarif DIGI COMBO kostet je nach Auswahl 5 €/Monat (1 GB plus 100 Minuten zum Telefonieren), 10 €/Monat (2 GB plus 400 Minuten), 15 €/Monat (5 GB plus 800 Minuten) oder für Extrem-Nutzer 20 €/Monat (10 GB plus 2000 (!) Minuten).

Wenn man mit dem Anfangsdatenvolumen nicht auskommt, kann man wie beim reinen Internetangebot mit "MB-extra" Volumen nachkaufen. Kommt man mit dem Minutenpaket nicht aus, werden die weiteren Minuten mit dem Standard-Tarif berechnet (siehe oben, Telefonie).

lycamobile trans logoDer Anbieter Lycamobile hatte mich Anfang 2017 mit seinem neuen 30-Tage-Tarif Mundo 500 Plus überrascht. Damit erhielt man für 15 € 2 GB Datenvolumen und 500 Minuten Telefon auch ins Ausland. Dies war damals der günstigste Kombi-Tarif, mit Schwerpunkt beim Telefonieren.

Nachdem von DIGI-mobil gekontert wurde (siehe oben), hat auch Lycamobile mit den Lyca-Globe-Tarifen nachgezogen. Und zwar mit dem exakt gleichen Datenvolumen und Telefonie-Minuten zum gleichen Preis: 5 GB plus 800 Minuten für 15 € bzw. 10 GB plus 2000 Minuten für 20 €.

Was muss man sonst noch wissen ?

Prepaid-SIM-Karte kaufen

VodafoneShopVodafone-Shops mit dem auffallenden roten Firmen-Logo findet man in allen größeren Orten, oft in den Einkaufsstraßen im Zentrum oder in den Einkaufszentren am Ortsrand. Auf der Homepage gibt es eine Suchfunktion für die Verkaufsstellen. Hier muss im Feld "Dirección" ein Ortsname eingegeben werden, dann auf "Buscar" klicken.

Die übrigen Anbieter haben selten eigene Verkaufsstellen. Meist bekommt man deren SIM-Karten in allgemeinen Mobilfunk-Läden, die mehrere Anbieter im Sortiment haben. Am besten man informiert sich vorher auf der Homepage des jeweiligen Anbieters, wo die nächste Verkaufsstelle ist.

Die DIGI-mobil-Homepage bietet eine Suchfunktion für Verkaufsstellen (Puntos de Venta). Hier muss man im Feld "Población" einen Ortsnamen eingeben und dann auf "Buscar" klicken.

Auf der Simyo-Homepage gibt es eine Landkarte mit allen Shops.

Lycamobile hat kein Verzeichnis der Verkaufsstellen, auf der Homepage weit unten findet man aber unter dem Titel "Además disponible desde" die Kooperationspartner, wo man eine SIM-Karte kaufen kann: z.B. Eroski, E.Leclerc, Repsol, Cepsa, und weitere.

Übrigens:
Prepaid-SIM-Karte heißt auf spanisch "Tarjeta SIM Prepago".

Prepaid-SIM-Karte aufladen

Nachdem das Kaufen einer SIM-Karte vielleicht noch etwas kompliziert ist - das Aufladen einer Prepaid-Karte ist eher einfach.

Meist ist beim Kauf der SIM-Karte schon ein Guthaben (Saldo) auf der Karte. Auf jeden Fall ist es am einfachsten, wenn man direkt im Shop einen passenden Betrag für die erste Zeit auflädt.

HiperdinoKasseAnsonsten kann man an vielen Stellen Prepaid-Karten aufladen - nahezu alle Supermärkte, Kioske und viele Tankstellen können inzwischen alle gängigen SIM-Karten direkt an der Kasse aufladen. Meist erkennt man das schon von außen an entsprechender Werbung.

Um Sprachschwierigkeiten zu vermeiden, kann man den Aufladewunsch auf einen Zettel schreiben und an der entsprechenden Kasse vorzeigen.

Wenn man das spanische Wort "recargar" benutzt, ist klar, dass es sich um "aufladen" handelt. Dann muss man noch mitteilen, welcher Betrag für welche Telefonnummer bei welchem Anbieter aufgeladen werden soll. Also z.B.: Recargar 10 € , 642123456, Digi Mobil

Bei DIGI-mobil kann man die Prepaid-SIM-Karte auch online aufladen. Das ist für alle diejenigen interessant, bei denen zwischen zwei Besuchen in Spanien mehr als 6 Monate liegen. Denn normalerweise wird nach dieser Zeit eine SIM-Karte unbrauchbar, wenn sie zwischendurch nicht aufgeladen wird. Jetzt kann man bequem von Deutschland aus einen kleinen Betrag (Minimum 5 €) per Internet und Kreditkarte über die Homepage von DIGI-mobil aufladen und die SIM-Karte bleibt weiterhin aktiv.

Bei allen anderen Anbietern kann man nur dann online aufladen, wenn man eine spanische Kreditkarte hat. Das ist zwar nicht mehr zeitgemäß, aber in Spanien leider immer noch der Normalfall.

Und dann gibt es noch die Möglichkeit, auch Kleinbeträge (ab 1 €) an vielen Telefónica-Telefonzellen aufzuladen (siehe mein Bericht).

3G-Netz oder 4G-Netz ?

Bei diesem Thema geht es um die Geschwindigkeit bei der Datenübertragung im Mobilfunknetz. Grundsätzlich gilt: 4G ist schneller als 3G. In der Praxis merkt man davon aber oft nicht so viel.

Das 3G-Netz (die 3. Generation, auch unter den Namen UMTS/HSDPA bekannt) ist zur Zeit noch die verbreitetste Art der Mobilfunknetze. Damit werden üblicherweise Daten-Übertragungsraten von 3-10 Mbit/s erreicht. Genug für normale Internet-Anwendungen.

Das 4G-Netz (die 4. Generation, auch unter dem Namen LTE bekannt) kann theoretisch maximal eine Datenrate von 1000 Mbit/s erreichen. In der Praxis wird das zur Zeit nicht annähernd erreicht. Die meisten Anbieter sprechen von "bis zu 300 Mbit/s". Aber tatsächlich sind es wohl eher 30-50 Mbit/s, selbst gesehen habe ich bisher nur 25 Mbit/s !

Zur Zeit hat noch kein Netzbetreiber ein flächendeckendes 4G-Netz in Spanien. 4G findet man in ausreichender Feldstärke oft nur in den Ballungsgebieten.

Wenn ich die Wahl habe, nutze ich lieber ein stabiles 3G-Netz mit hoher Feldstärke als ein ebenfalls vorhandenes schwächeres 4G-Netz, dessen theoretisch höhere Geschwindigkeit bei meinen Anwendungen sowieso keine Rolle spielt.

Und ob die "4G-Untermieter" Simyo, Lycamobile und DIGI-mobil von den Original-Netzbetreibern einen ausreichend großen Anteil der Gesamt-4G-Kapazität erhalten, um einen wirklich schnellen Internet-Zugang zu ermöglichen, muss abgewartet werden. Ich habe noch keine praktischen Erfahrungen damit.

Netzabdeckung

In Spanien gibt es vier verschiedene, eigenständige Mobilfunk-Netze. Das kleinste gehört der Firma Yoigo, die dort, wo sie noch keine eigene Netzabdeckung gewährleisten kann (und das ist fast überall), das Netz anderer Netzbetreiber mitbenutzt. In meinen Überlegungen spielt Yoigo keine Rolle.

Das beste 3G-Netz hatte jahrelang der spanische Platzhirsch Telefónica mit dem Markennamen Movistar. Natürlich ist die Netzabdeckung immer noch hervorragend, aber in der letzten Zeit häuften sich Unterbrechungen und Schwankungen der Feldstärke. Offenbar ist das 3G-Netz nicht mehr der hohen Nachfrage gewachsen. Und das 4G-Netz ist noch weit von einer Flächendeckung entfernt (Movistar-Netzkarte)
Das Movistar-Netz wird von den Anbietern DIGI-mobil und Lycamobile mitbenutzt.

Vodafone hat zur Zeit wohl das beste 4G-Netz in Spanien. Wenn man sich die entsprechende Landkarte mit der 4G-Netzabdeckung anschaut, findet man aber doch noch etliche weiße Flächen. Allerdings hat Vodafone bei 4G die Nase deutlich vorn und beabsichtigt, innerhalb der nächsten 4 Jahre das 3G-Netz komplett abzubauen und dafür das 4G-Netz auszubauen. Im 3G-Bereich ist Vodafone zur Zeit etwa auf dem Niveau von Movistar.

Das dritte große Mobilfunknetz in Spanien gehört der französischen Firma Orange. Im 3G-Bereich ist es ganz ordentlich, kommt aber nicht an die hervorragende Netzabdeckung von Movistar und Vodafone heran. In den küstennahen Gebieten ist es aber gut genug. Das 4G-Netz von Orange offenbart noch sehr viele Lücken, nur die Ballungsgebiete sind ausreichend versorgt.
Das Orange-Netz wird gern von anderen Mobilfunk-Anbietern mitbenutzt. Dazu zählt auch Simyo.

Meine Empfehlung zur Zeit:
Ich werde weiterhin das Netz von Movistar bevorzugen (primär mit dem Anbieter DIGI-mobil). Wegen der in letzter Zeit ab und zu beobachteten Instabilität werde ich mir aber eine Ersatz-Lösung in einem anderen Netz zulegen. Entweder Simyo (im 3G-Orange-Netz) oder Vodafone (wenn ich mal wieder eine "doppelte Gigabyte"-Aktion erwische).


Bleibt noch zu sagen, dass ich mit keiner der genannten Firmen irgendwelche Vereinbarungen habe. Alle Aussagen sind meine eigene Meinung aufgrund persönlicher Erfahrung oder einfach nur Fakten von den jeweiligen Homepages. Alle Informationen, insbesondere die angegebenen Preise (Stand: 16.10.2017), können sich natürlich jederzeit ändern. Also unbedingt vor einer Entscheidung noch mal auf die Homepage des jeweiligen Anbieters schauen.