Titel3(12.7.2019, Update: vodafone/Digi-mobil)

Bei jeder Auslandsreise stellt sich die Frage, wie man in dem entsprechenden Land einfach und günstig nach Hause telefonieren kann, und natürlich auch, wie man ins Internet kommt.

Bei einem Aufenthalt von wenigen Wochen kommt man oft mit der eigenen deutschen SIM-Karte ganz gut zurecht. Die Roaming-Gebühren innerhalb der EU wurden inzwischen abgeschafft. Man kann also mit der richtigen deutschen SIM-Karte auch von Spanien aus zu vernünftigen Preisen telefonieren oder im Internet surfen.

Das gilt zumindest für einen normalen Urlaubsaufenthalt, der nur einige Wochen dauert. Bei einem geplanten längeren Aufenthalt sollte man seinen Mobilfunk-Provider fragen, wie es bei ihm mit der Langzeitnutzung im Ausland aussieht. Die EU-Kommision hat hier nämlich eine Hintertür für Roaming-Gebühren gelassen!

Will man also länger im Ausland bleiben, z.B. beim Überwintern in Spanien, dann bietet sich weiterhin die Anschaffung einer spanischen Prepaid-SIM-Karte an. Das ist nicht kompliziert - man muss im allgemeinen nur den Personalausweis vorlegen, damit die gekaufte SIM-Karte direkt registriert und mit dem richtigen Tarif aktiviert werden kann.

Ähnlich wie in Deutschland gibt es auch in Spanien eine Vielzahl von Anbietern im Mobilfunk-Markt, die noch dazu oft ihre Tarife ändern oder neue erfinden. Man verliert schnell den Überblick, und als Tourist hat man kaum die Chance, den geeigneten Tarif zu finden.

In den vergangenen Jahren habe ich verschiedene spanische SIM-Karten ausprobiert und immer wieder mit anderen Angeboten verglichen. Nicht nur der Preis ist wichtig, sondern auch das Kleingedruckte. Hier findet man oft Einschränkungen, wie z.B. für das sogenannte Tethering, mit dem man die SIM-Karte im Smartphone oder Router per Hotspot-Funktion für mehrere Nutzer zugänglich machen kann. Da das eine immer häufiger genutzte Funktion ist, habe ich Lycamobile bei meinem Internet-Vergleich nun nicht mehr berücksichtigt, denn dort ist Tethering nicht möglich.

Dieser Bericht erhebt nicht den Anspruch auf eine vollständige Marktanalyse, sondern es handelt sich um meine ganz persönlichen Erfahrungen. Es gibt wahrscheinlich Anbieter, die ich gar nicht kenne. Oder Anbieter, die ich nicht erwähne, weil sie für mich nicht in Frage kommen.

Telefonieren

Beim Thema "Telefonieren" betrachte ich nur die Telefon-Verbindungen von Spanien ins Ausland, insbesondere nach Deutschland, nach Österreich und in die Schweiz.

Innerhalb Spaniens kann man mit jedem Anbieter einigermaßen preiswert telefonieren, aber bei Auslandsgesprächen gibt es erhebliche Unterschiede.

Beim Vergleich der Minutenpreise ist zu beachten, dass in Spanien bei fast allen Anbietern für jedes Gespräch eine Grundgebühr bzw. Einwahlgebühr (span.: Establecimiento) berechnet wird. Der tatsächliche Preis eines Telefongesprächs wird damit vor allem bei kurzen Gesprächen stark beeinflusst.

vodafone vf logoBei Vodafone ist das Telefonieren ins Ausland relativ teuer. Erst mit dem speziellen Zusatztarif Bono Europa für 5 € pro Monat wird es interessant. Dazu muss man allerdings zuerst einen der übrigen normalen Standard-Tarife buchen (z.B. Vodafone yu, siehe unten). Das  ist etwas umständlich, aber dann kann man 300 Minuten ins Ausland telefonieren. Umgerechnet sind das nur 1,7ct/min.

Die Liste der möglichen Zielländer ist begrenzt. So gehört zwar Deutschland, Belgien und Niederlande dazu, aber nicht die Schweiz und auch nicht Österreich!

lycamobile trans logoDie auch in Deutschland aktive Firma Lycamobile hat ein anderes Tarifmodell. Mit dem Angebot Plan Ahorro (dt.: Sparplan) erreicht man die derzeit untere Grenze beim Minutenpreis. Das relativiert sich aber durch die Einwahlgebühr: 35ct + 1ct/min (Festnetz) oder + 6,9ct/min (Mobilnetz). Der Preis gilt für Deutschland, Österreich und Schweiz etwa gleichermaßen. Bei diesem Anbieter muss man nur aufpassen, dass der "Plan Ahorro" auch wirklich aktiviert wird, sonst bezahlt man den Standard-Tarif, und der ist erheblich teurer.

DigiMobil small LogoSeit 2017 gibt es bei dem Anbieter DIGI-mobil keine speziellen Telefonie-Angebote mehr. Es gibt nur noch den Standard-Tarif (Tarifas por minuto), der aber sehr konkurrenzfähig ist. Unter Tarifas Internacionales findet man z.B. für Deutschland (Alemania) den Preis 12ct + 2ct/min (Festnetz) oder + 6ct/min (Mobilnetz)

Internet

Bei den Angeboten für einen mobilen Internet-Zugang findet ein starker Wettbewerb statt, der vor allem das nutzbare Datenvolumen in die Höhe treibt - die Gigabyte-Zahlen (GB) werden immer größer.

Auch die Datenübertragung wird immer schneller. Der Unterschied zwischen 3G- und 4G-Netz (siehe unten) wurde natürlich in der Werbung zur Unterscheidung eingesetzt. Inzwischen erlauben aber alle hier betrachteten Internet-Anbieter die Nutzung des schnelleren 4G-Netzes.

Es gibt immer die Möglichkeit (meist im Basis-Tarif), das verbrauchte Datenvolumen pro Megabyte (MB) zu bezahlen. Das kostet etwa 3ct-9ct/MB. Für normales Surfen viel zu teuer. Deshalb betrachte ich nur Datenvolumen-Pakete, die man üblicherweise für einen Monat erwirbt.

simyo logoEiner der eher günstigen Anbieter für den Internet-Zugang in Spanien ist Simyo. Die gestaffelten Volumen-Pakete gehen von 100 MB für 1 € über 3 GB für 7 € und 12 GB für 12,50 € bis zu 22 GB für 15,50 € und sogar 35 GB für 28 €. Da sollte eigentlich für jeden etwas dabei sein.

Wenn man vor Ablauf der 30-Tage-Laufzeit das Datenvolumen verbraucht hat und weiter im Internet surft, kostet jedes MB 3,6ct. Soweit muss es aber nicht kommen, denn man kann jederzeit ein neues Datenpaket in beliebiger Größe mit neuer 30-Tage-Laufzeit starten. Restvolumen wird am Ende der Laufzeit in den nächsten Monat übertragen und dem folgenden Datenpaket zugeschlagen.

Simyo erlaubt die Nutzung seiner Dienste auch im EU-Ausland. D.h. man kann übriggebliebenes Datenvolumen am Ende der Reise in Deutschland oder vorher in Frankreich verbrauchen. Aber auch hier gilt entsprechend dem EU-Roaming-Regelwerk, dass das kein Dauerzustand sein darf.

vodafone vf logoDie bei dem Anbieter Vodafone in Frage kommenden Prepaid-Tarife haben den Namen Vodafone yu. Die ehemals drei Varianten wurden auf zwei reduziert (Yuser und MegaYuser) und das zugehörige Datenvolumen massiv erhöht. Als Yuser hat man für 10 € 5 GB Datenvolumen zur Verfügung. Ein MegaYuser erhält für 20 € 15 GB Datenvolumen.

In beiden Tarifen sind noch Telefon-Minutenpakete enthalten, allerdings nicht für Auslandsgespräche. Deshalb betrachte ich das hier nicht weiter.

Die "Vodafone yu"-Tarife gelten immer für 4 Wochen (28 Tage). Bei beiden Tarifen ist es möglich, vor Ablauf der 28 Tage den Tarif zu erneuern (span.: renovar), wenn man z.B. sein Datenvolumen vorzeitig aufgebraucht hat. Wenn nach 28 Tagen noch Datenvolumen übrig ist (oder Telefon-Minuten), dann wurde dies bisher im folgenden Monat akkumuliert, falls man den Tarif verlängerte. In den aktuellen Tarif-Konditionen habe ich diesen Hinweis nicht mehr gefunden - eventuell verfällt nun übriggebliebenes Volumen oder Minuten.

Vodafone nutzt in Spanien ein eigenes Mobilfunk-Netz, das besonders gut ausgebaut ist und auch in entlegenen Ecken ausreichenden Empfang ermöglicht. Inzwischen ist auch in allen Prepaid-Tarifen die Nutzung von 4G+ enthalten.

DigiMobil small LogoSeit längerem ist der Anbieter DIGI-mobil mein Favorit für den Internet-Zugang. Die Tarifstruktur ist klar und praxisorientiert mit ordentlichen Preisen.

Die DIGI-mobil-SIM-Karte kann mit dem Prepaid-Tarif DIGI Naveg@ versehen werden. Zur Auswahl stehen Datenvolumen mit 2 GB für 5 € oder 5 GB für 10 €.

Wenn das Datenvolumen vor Ende der Laufzeit (1 Monat) verbraucht ist, muss man bei DIGI-mobil keine Angst vor hohen Megabyte-Folgekosten haben - die Internet-Nutzung funktioniert dann einfach nicht mehr. Unter dem Stichwort "MB extra" kann man beliebig oft zusätzliches Datenvolumen nachkaufen, je nach Bedarf 200 MB für 1 € oder 1 GB für 3 €. Das Buchen geht ganz einfach per Kurzwahl auf dem Smartphone oder im Kundenbereich auf der DIGI-mobil-Homepage.

Seit Mai 2018 verfällt am Ende des Laufzeitmonats nicht mehr das übrig gebliebene Datenvolumen - es wird in den folgenden Monatszyklus übertragen. Wenn man genug Saldo hat, erfolgt die Verlängerung des Tarifs einschließlich Datenvolumen-Übertrag automatisch. Hat man die Automatik abgeschaltet oder nicht genug Geld auf dem Kartenkonto (Saldo), dann kann man das nicht genutzte Datenvolumen trotzdem retten, wenn man innerhalb von 2 Tagen wieder einen neuen Datentarif manuell bucht.

Auch bei DIGI-mobil ist jetzt Europa-Roaming beim Datenverkehr inklusive. Allerdings gibt es nur bei NAVEG@ 2GB das vollständige Datenvolumen auch im EU-Ausland, bei NAVEG@ 5GB kann man im EU-Ausland nur 3.75 GB nutzen. Das ist noch verbesserungsfähig.

Kombi-Tarife

Mit der zunehmenden Verbreitung von Smartphones wurde der Bedarf, Telefon und Internet auf einer einzigen SIM-Karte zu vereinen, durch die sogenannten Kombi-Tarife gedeckt. Jeder Anbieter hat so etwas im Angebot. Im folgenden berücksichtige ich aber nur Anbieter, die im Kombi-Tarif Auslandsgespräche zulassen.

Ich persönlich benutze keinen Kombi-Tarif, denn ich benötige vor allem das Internet in einer Größenordnung von etwa 5-8 GB pro Monat. Und zwar mit einer SIM-Karte, die ich in einen USB-Stick stecke.

Für Telefonieren ist in unserer Familie jemand anderes zuständig, und der Bedarf liegt bei mehreren hundert Minuten pro Monat. Natürlich mit einem Smartphone, das auch für den schnellen Internet-Zugang genutzt wird, so dass inzwischen auch bei uns ein Kombi-Tarif zum Einsatz kommt.

simyo logoDer Anbieter Simyo wäre aufgrund seines guten Angebots beim Internet-Zugang eigentlich auch ein Kandidat für einen Kombi-Tarif, aber die wählbaren Minuten-Pakete gelten nur in Spanien. Einen brauchbaren Kombi-Tarif gibt es hier also nicht.

Wer aber wegen des günstigen Daten-Tarifs die Simyo-SIM im Smartphone hat und nur hin und wieder telefonieren will, kann das auch tun - es wird dann der Basis-Tarif angewendet und damit werden internationale Telefon-Gespräche schnell teuer: nach Deutschland oder Österreich bezahlt man 22ct + 23ct/min (1.Minute nur 1,2ct), in die Schweiz sogar 42ct + 60ct/min.

vodafone vf logoVodafone bietet einen Kombi-Tarif an, der sich nach eigenen Angaben am Bedarf von Touristen orientieren soll. Vielleicht gibt es tatsächlich Touristen, die diesen Bedarf haben, für mich ist der Tarif Tourist in Spain eher eine Abzocke. Für 20 € bekommt man zwar 10 GB Datenvolumen und zusätzlich unbegrenzt Daten für eine Navigations-App, aber Telefonieren muss man extra bezahlen und das Paket endet schon nach nur 15 Tagen!

Richtig interessant und auch preislich konkurrenzfähig ist der neue Tarif Mi País (dt.: Mein Land). Für 15 € bekommt man 800 Telefon-Minuten (In- und Ausland, Festnetz und Mobilfunk) plus 8 GB Datenvolumen. Den einen oder anderen Haken hat die Sache aber auch: anrufen kann man nur in bestimmte Länder, z.B. Deutschland und Schweiz, aber nicht Österreich. Bei den Mobilfunk-Nummern gibt es jede Menge Ausnahmen (in Deutschland nur D1- und D2-Netz).

Wenn das Datenvolumen oder das Minutenpaket vor Ablauf der 4 Wochen aufgebraucht ist, wird beim Internetzugang die Geschwindigkeit auf unbrauchbare 16 kbps reduziert, beim Telefonieren zahlt man ab der 801. Minute 30ct + 1ct (Festnetz) bzw. + 8ct (Mobilnetz). Man kann aber wie bei allen Vodafone-Prepaid-Tarifen vor Ablauf der 4 Wochen den Tarif "renovieren" - dann beginnt für 15 € wieder ein neuer 4-Wochen-Zeitraum.

DigiMobil small LogoBei DIGI-mobil findet man inzwischen vier Kombi-Tarife, die eine gute Auswahl bieten. Hier sollte für jeden etwas dabei sein.

Die enthaltenen Telefonie-Minuten können auch für Gespräche ins Ausland genutzt werden, insbesondere nach Deutschland, und dort auch in alle Mobilfunknetze.

Der Tarif DIGI COMBO kostet je nach Auswahl 5 €/Monat (1 GB plus 100 Minuten zum Telefonieren), 10 €/Monat ( 3 GB plus 400 Minuten), 15 €/Monat (6 GB plus 800 Minuten) oder für Extrem-Nutzer 20 €/Monat (20 GB plus 2000 (!) Minuten).

Wenn man mit dem Anfangsdatenvolumen nicht auskommt, kann man wie beim reinen Internetangebot mit "MB-extra" Volumen nachkaufen. Kommt man mit dem Minutenpaket nicht aus, werden die weiteren Minuten mit dem Standard-Tarif berechnet (siehe oben, Telefonie).

Was muss man sonst noch wissen ?

Prepaid-SIM-Karte kaufen

VodafoneShopVodafone-Shops mit dem auffallenden roten Firmen-Logo findet man in allen größeren Orten, oft in den Einkaufsstraßen im Zentrum oder in den Einkaufszentren am Ortsrand. Auf der Homepage gibt es eine Suchfunktion für die Verkaufsstellen.

Die übrigen Anbieter haben selten eigene Verkaufsstellen. Meist bekommt man deren SIM-Karten in allgemeinen Mobilfunk-Läden, die mehrere Anbieter im Sortiment haben. Am besten man informiert sich vorher auf der Homepage des jeweiligen Anbieters, wo die nächste Verkaufsstelle ist.

Die DIGI-mobil-Homepage bietet eine Suchfunktion für Verkaufsstellen (Puntos de Venta). Hier muss man im Feld "Población" einen Ortsnamen eingeben und dann auf "Buscar" klicken. Eventuell vorher noch den Suchkreis vergrößern indem man bei "Área de búsqueda" z.B. 30km auswählt.

Auf der Simyo-Homepage gibt es eine Landkarte mit allen Shops. Dazu gehören vor allem die Computer-Ladenketten "beep" und "PC Box", aber auch Carrefour und Media Markt.

Lycamobile hat kein Verzeichnis der Verkaufsstellen, auf der Homepage weit unten findet man aber unter dem Titel "Disponible vía" die Kooperationspartner, wo man eine SIM-Karte kaufen kann: z.B. E.Leclerc, Repsol, Cepsa, und weitere.

Wichtig
Es ist unbedingt empfehlenswert, die Prepaid-SIM-Karte (spanisch: "Tarjeta SIM Prepago") direkt beim Kauf vom Händler registrieren und den gewünschten Tarif aktivieren zu lassen. Ohne diesen Service sollte man die SIM-Karte nicht kaufen, denn die notwendige Registrierung erfordert oft eine (telefonische) Kommunikation mit der Kunden-Abteilung des Anbieters, was ohne entsprechende Sprachkenntnis kompliziert werden kann. Auch wird im allgemeinen eine Kopie des Personalausweises an den Anbieter geschickt, was der Händler normalerweise ebenfalls besser hinbekommt.

Prepaid-SIM-Karte aufladen

Nachdem das Kaufen einer SIM-Karte vielleicht noch etwas kompliziert ist - das Aufladen einer Prepaid-Karte ist eher einfach.

Meist ist beim Kauf der SIM-Karte schon ein Guthaben (Saldo) auf der Karte. Auf jeden Fall ist es am einfachsten, wenn man direkt im Shop einen passenden Betrag für die erste Zeit auflädt.

HiperdinoKasseAnsonsten kann man an vielen Stellen Prepaid-Karten aufladen - nahezu alle Supermärkte, Kioske und viele Tankstellen können inzwischen alle gängigen SIM-Karten direkt an der Kasse aufladen. Meist erkennt man das schon von außen an entsprechender Werbung.

Um Sprachschwierigkeiten zu vermeiden, kann man den Aufladewunsch auf einen Zettel schreiben und an der entsprechenden Kasse vorzeigen.

Wenn man das spanische Wort "recargar" benutzt, ist klar, dass es sich um "aufladen" handelt. Dann muss man noch mitteilen, welcher Betrag für welche Telefonnummer bei welchem Anbieter aufgeladen werden soll. Also z.B.: Recargar 10 € , 642123456, Digi Mobil

Bei allen Anbietern kann man zwar auch online aufladen, aber nur, wenn man eine spanische Kreditkarte hat. Das ist zwar nicht mehr zeitgemäß (und von der EU inzwischen verboten), aber in Spanien leider immer noch der Normalfall.

Bemerkung
Auch bei DIGI-mobil werden offenbar seit einer Änderung der Homepage im Mai 2019 keine deutschen Kreditkarten mehr akzeptiert. Meine entsprechenden Anfragen und Beschwerden führten noch zu keinem Ergebnis.

Aber es gibt die Möglichkeit, über darauf spezialisierte Online-Portale spanische SIM-Karten mit deutschen Kreditkarten oder per Paypal aufzuladen. Ich habe schon mehrmals das Online-Portal recharge.com genutzt. Das ist natürlich nicht kostenlos! Das Aufladen meiner spanischen Simyo-Karte per Paypal mit 15 € kostete eine Servicegebühr von 0,99 €, bei 25 € kostete es 1,49 €. Die Aufladung erfolgte innerhalb weniger Minuten, alles lief problemlos.

3G-Netz oder 4G-Netz ?

Bei diesem Thema geht es um die Geschwindigkeit bei der Datenübertragung im Mobilfunknetz. Grundsätzlich gilt: 4G ist schneller als 3G. In der Praxis merkt man davon aber oft nicht so viel.

Das 3G-Netz (die 3. Generation, auch unter den Namen UMTS/HSDPA bekannt) ist zur Zeit noch die verbreitetste Art der Mobilfunknetze. Damit werden üblicherweise Daten-Übertragungsraten von 3-10 Mbit/s erreicht. Genug für normale Internet-Anwendungen.

Das 4G-Netz (die 4. Generation, auch unter dem Namen LTE bekannt) kann theoretisch maximal eine Datenrate von 1000 Mbit/s erreichen. In der Praxis wird das zur Zeit nicht annähernd erreicht, auch nicht mit dem sogenannten 4G+. Die meisten Anbieter sprechen von "bis zu 300 Mbit/s". Aber tatsächlich sind es wohl eher 30-50 Mbit/s, selbst gesehen habe ich bisher nur 25 Mbit/s !

Zur Zeit hat noch kein Netzbetreiber ein flächendeckendes 4G-Netz in Spanien. 4G findet man in ausreichender Feldstärke oft nur in den Ballungsgebieten.

Wenn ich die Wahl habe, nutze ich lieber ein stabiles 3G-Netz mit hoher Feldstärke als ein ebenfalls vorhandenes schwächeres 4G-Netz, dessen theoretisch höhere Geschwindigkeit bei meinen Anwendungen sowieso keine Rolle spielt.

Und ob die "4G-Untermieter" wie z.B. Simyo und DIGI-mobil von den Original-Netzbetreibern einen ausreichend großen Anteil der Gesamt-4G-Kapazität erhalten, um einen wirklich schnellen Internet-Zugang zu ermöglichen, muss abgewartet werden.

Netzabdeckung

In Spanien gibt es vier verschiedene, eigenständige Mobilfunk-Netze. Das kleinste gehört der Firma Yoigo, die dort, wo sie keine eigene Netzabdeckung gewährleisten kann (und das ist fast überall), das Netz anderer Netzbetreiber mitbenutzt. In meinen Überlegungen spielt Yoigo keine Rolle.

Das beste 3G-Netz hatte jahrelang der spanische Platzhirsch Telefónica mit dem Markennamen Movistar. Natürlich ist die Netzabdeckung immer noch hervorragend, aber in der letzten Zeit häuften sich Unterbrechungen und Schwankungen der Feldstärke. Offenbar ist das 3G-Netz nicht mehr der hohen Nachfrage gewachsen. Und das 4G-Netz ist noch weit von einer Flächendeckung entfernt (Movistar-Netzkarte)
Das Movistar-Netz wird von den Anbietern DIGI-mobil und Lycamobile mitbenutzt.

Vodafone hat zur Zeit wohl das beste 4G-Netz in Spanien. Wenn man sich die entsprechende Landkarte mit der 4G-Netzabdeckung anschaut, findet man kaum noch weiße Flächen. Vodafone hat vor allem bei 4G+ die Nase deutlich vorn und beabsichtigt sogar, innerhalb der nächsten Jahre das 3G-Netz komplett abzubauen. Im 3G-Bereich ist Vodafone zur Zeit etwa auf dem Niveau von Movistar.

Das dritte große Mobilfunknetz in Spanien gehört der französischen Firma Orange. Im 3G-Bereich ist es ganz ordentlich, kommt aber nicht an die hervorragende Netzabdeckung von Movistar und Vodafone heran. In den küstennahen Gebieten ist es aber gut genug. Das 4G-Netz von Orange offenbart noch sehr viele Lücken, nur die Ballungsgebiete sind ausreichend versorgt.
Das Orange-Netz wird gern von anderen Mobilfunk-Anbietern mitbenutzt. Dazu zählt auch Simyo.

Meine Empfehlung zur Zeit:

Beim Internet-Zugang werde ich weiterhin den Anbieter DIGI-mobil im Netz von Movistar bevorzugen, wobei ich davon ausgehe, dass das Datenvolumen erhöht werden muss, um weiterhin wettbewerbsfähig zu bleiben.

Bei Digi-mobil bekommt man nicht nur ein preiswertes Angebot, auch die zusätzlichen Möglichkeiten sind für mich wichtig:  "Selbstverwaltung" über ein Online-Konto, wo man Dienste/Tarife buchen oder stoppen kann, sowie ein einfaches und überschaubares Angebot ohne Tricks und Kostenfallen. Nachdem nun auch das nicht-verbrauchte Datenvolumen in den nächsten Monatszyklus übertragen wird, und es für das Daten-Roaming in Europa eine akzeptable Lösung gibt, bin ich rundum zufrieden.

Schon im Sommer 2018 hatte ich mir eine Ersatz-Lösung im Orange-Netz zugelegt: eine SIM-Karte von Simyo.

Hier reizte mich der 12GB-Datentarif für 12.50 €, was tatsächlich pro GB günstiger als bei DIGI-mobil ist. Auch hier wird das Restvolumen in den Folgezyklus mitgenommen.

Meine Simyo-Erfahrung auch im spanischen Inland war durchweg positiv. Und jetzt nutze ich Simyo weiterhin per Daten-Roaming in Deutschland, und zwar im 4G-T-Mobile-Netz, und bin ebenfalls zufrieden.

Sobald ich in Spanien bin werde ich wieder zweigleisig fahren - die Simyo-SIM-Karte mit 12 GB im USB-Stick für das Notebook und eine DIGI-mobil-SIM-Karte mit 2 GB im Smartphone, so dass ich im Falle einer schlechten Orange-Netz-Abdeckung das Movistar-Netz per Smartphone-Hotspot nutzen kann.

Bei den Kombi-Tarifen haben die beiden oben erwähnten Anbieter inzwischen ungefähr den gleichen Tarif-Umfang: für 15 € gibt es 6 GB bzw. 8 GB plus 800 Minuten ins Telefonnetz. Der Unterschied findet sich vor allem im Kleingedruckten, und da hat auf jeden Fall DIGI-mobil die Nase vorn.


Bleibt noch zu sagen, dass ich mit keiner der genannten Firmen irgendwelche Vereinbarungen habe. Alle Aussagen sind meine eigene Meinung aufgrund persönlicher Erfahrung oder einfach nur Fakten von den jeweiligen Homepages. Alle Informationen, insbesondere die angegebenen Preise (Stand: 12.7.2019), können sich natürlich jederzeit ändern. Also unbedingt vor einer Entscheidung noch mal auf die Homepage des jeweiligen Anbieters schauen.