Spanien im Frühjahr 2021
Von Cazorla nach Villanueva de los Infantes
31. Mai - 1. Juni 2021
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Cazorla
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Tranco
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Villanueva de los Infantes
Das Wochenende ist vorbei und der Stellplatz hat sich geleert. Vielleicht hat es auch mit dem Wetterbericht zu tun, denn für heute sind viele Wolken und sogar etwas Regen gemeldet.
Auch ich verlasse heute Cazorla und hoffe, dass die vorgesehene Route von Süd nach Nord durch den Naturpark der Sierra de Cazorla und Sierra de Segura auch ohne Sonnenschein neue Eindrücke liefert. Beim letzten Mal, als ich in dieser Gegend war, hatte ich wegen der tief hängenden Wolken auf diese Fahrt verzichtet.
Durch das fehlende Sonnenlicht leidet vor allem die Qualität der Fotos, die Landschaft bleibt unverändert schön und teilweise spektakulär, vor allem im Bereich des großen Stausees Embalse del Tranco de Beas, wo es einige brauchbare Plätze für eine Rast gibt.
Im Bereich des Naturparks findet man nur wenige Ortschaften. Im Süden, noch in der Nähe von Cazorla, liegt Arroyo Frio - beim Durchqueren auf der Hauptstraße scheint der Ort nur aus Restaurants, Bars und Geschäften zu bestehen. Aber weiter im Norden gibt es nur vereinzelte Siedlungen und einige wenige, malerisch liegende Bergdörfer - z.B. Hornos.
In der Nähe der Hauptstrecke A-319/A-317 liegt auch das Bergdorf Segura de la Sierra, das zu den "Pueblos más bonitos de España" gehört, also ein besonders schönes Dorf sein sollte. Natürlich wäre ich gern den 20-km-Umweg gefahren, um diesen Ort zu besuchen, aber da die Tagesetappe mit 160 km Kurbelei durch die Berge sowieso schon sehr lang ist und man für eine Besichtigung auch einige Zeit braucht, schaue ich mir das Dorf nur von weitem an.
Falls jemand Segura de la Sierra mit dem Wohnmobil durchqueren will, sollte er seine Fahrzeug-Abmessungen kennen: bei 3,20m Höhe ist Schluss.
Ich verabschiede mich von der Sierra de Segura bei dem Ort mit dem passenden Namen: La Puerta de Segura, und kann bald auf der N-322 zügig ein Stück nach Norden fahren, bevor ich wieder auf eine kleinere Landstraße abbiege (A-6300) und kurz darauf Andalusien verlasse.
Das Tagesziel ist der Ort Villanueva de los Infantes in der Autonomen Region Kastilien und La Mancha. Hier wurde vor kurzem ein neuer Wohnmobil-Stellplatz eingeweiht, sozusagen repräsentativ für insgesamt 20 baugleiche Stellplätze in der Provinz Ciudad-Real.
Als ich vor einigen Monaten die ersten Bilder der neuen Stellplätze sah, war ich überrascht, dass offenbar die Firma ÁreasPla (ehem. Protecex) wieder einen Großauftrag bekommen hat, alle 20 Stellplätze mit ihrem unglaublich schlecht programmierten System zur Steuerung der Ein-/Ausfahrt und Bezahlung auszurüsten.
Bei dem Zugangsautomaten in Villanueva de los Infantes kann ich zwar einige Änderungen gegenüber den alten Systemen erkennen, aber Verbesserungen sind das nicht (Demnächst werde ich wohl ein Update meines vier Jahre alten Protecex-Berichts veröffentlichen).
Nachdem das Wohnmobil einigermaßen gerade steht, machen Christa und ich einen Spaziergang in die Stadt, die übrigens auch Teil des Netzwerkes "Los Pueblos más bonitos de España" ist. Entsprechend groß ist die Erwartung an besonders interessante und schöne Monumente, die nicht ganz erfüllt wird.
Leider konzentriert sich fast alles, was in diese Kategorie gehört, auf eine Stelle - die Plaza Mayor, mit der Hauptkirche und einigen alten Gebäuden, die den Platz begrenzen.
Natürlich dürfen auf diesem zentralen Platz auch nicht die Figuren von Don Quijote und Sancho Pansa fehlen, die in der Region Kastilien-La Mancha allgegenwärtig sind.
Wenn man durch die Gassen in der Nähe der Plaza Mayor spaziert, fallen an vielen Gebäuden die noch gut erhaltenen, in Stein gehauenen Familien-Wappen auf.
Schließlich besuchen wir noch die heutige Casa de Cultura (dt.: Kulturhaus). Der alte Name Alhóndiga, der in den Touristen-Infos auftaucht, deutet auf einen ehemaligen Getreide-Markt hin.
Solche schattigen Plätze sind heute sehr willkommen, denn die Temperaturen sind trotz zeitweiser Bewölkung wieder über 30°C gestiegen. Deshalb endet unser Rundgang auf der Plaza Mayor in der Bar mit dem passenden Namen "La Plaza" bei einem Kaltgetränk, und für morgen ist ein Ruhetag eingeplant...
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Villanueva de los Infantes nach Argamasilla de Alba
2. Juni 2021
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Villanueva de los Infantes
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Ruidera
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Argamasilla de Alba (Peñarroya)
Seit ich weiß, dass es in der Provinz Ciudad Real bis zum Sommer zwanzig neue Wohnmobil-Stellplätze geben soll, versuche ich natürlich, die aktuelle Reiseroute so zu legen, dass ich möglichst viele Stellplätze aufsuchen und dokumentieren kann. Leider ist das Timing nicht so gut, denn mehr als die Hälfte der neuen Plätze ist noch nicht fertig. Andere sind zwar fertig, aber noch nicht in Betrieb.
Der Stellplatz in Villanueva de los Infantes war als Anfang schon ganz gut, heute werde ich mir den Stellplatz in Ruidera anschauen. Leider gab es hier irgendwelche Einwände gegen das Projekt, die möglicherweise noch nicht erledigt sind. Auf jeden Fall ist der Stellplatz inzwischen komplett fertig, kann aber noch nicht genutzt werden (GPS: 38.9772, -2.8892).
Der neue Stellplatz macht auf mich einen guten Eindruck, obwohl er nah an der Straße nach Argamasilla de Alba liegt. Aber viel Verkehr gibt es hier insbesondere nachts nicht.
Durch die Lage direkt am Ortsrand von Ruidera ist man zu Fuß schnell im Zentrum - an der Plaza Cervantes, wo man einige Cafés findet, oder am See, wo es einen Badeplatz gibt und das Restaurant "La Perca Rosa" schattige Plätze an der "Laguna del Rey" bietet.
Der Ort Ruidera ist Namensgeber für den Naturpark "Lagunas de Ruidera" - einer Folge von 16 meist kleiner Seen, die miteinander auf einer Länge von etwa 18 km bei einem Höhenunterschied von 140 Metern durch Wasserfälle oder unterirdische Kanäle verbunden sind (siehe Wikipedia-Skizze). Der Kalkstein bildet an vielen Stellen interessante Formen, die man so nur noch aus Kroatien kennt (Plitvicer Seen).
Beeindruckend ist die unglaubliche Türkis-Farbe des Wassers, die man auf einem Foto schnell als zu künstlich einstuft - aber in der Realität ist es tatsächlich sogar noch intensiver.
Vor 13 Jahren waren Christa und ich auf einer unserer ersten Spanienreisen mit dem Wohnmobil schon einmal bei den Lagunas de Ruidera, allerdings sind wir damals nur wenige Kilometer zu Fuß entlang der oberen Seen gewandert. Immerhin konnte man damals tatsächlich noch direkt am Wasser entlang laufen oder in den Karst-Felsen herumklettern. Jetzt ist fast alles umzäunt und vieles kann man nur von weitem betrachten (Zona Protegida = Geschützter Bereich, Betreten verboten).
Diesmal fahre ich mit dem Wohnmobil von Ruidera aus 12 km entlang der Seen bergauf, bis es nicht mehr weitergeht (GPS: 38.9247, -2.8204). Die Straße ist meist gut ausgebaut, aber nicht sehr breit. Man muss sich den Platz mit Radfahrern teilen. Bei Gegenverkehr heißt es dann, Zurückhaltung üben...
Unterwegs gibt es einige Parkmöglichkeiten - bei vereinzelten Restaurants oder bei einigen Picknick- und Badebereichen. Nur übernachten sollte man hier nicht - dies ist ein Naturpark mit allgemein geltendem Übernachtungsverbot außerhalb von offiziellen Camping- oder Stellplätzen.
Da man im Naturpark nicht übernachten darf und der Stellplatz in Ruidera noch nicht in Betrieb ist, fahre ich noch ein paar Kilometer nach Norden in Richtung Argamasilla de Alba zum Parkplatz beim Castillo de Peñarroya. Hier befindet sich ein offizieller Übernachtungsplatz für Wohnmobile in einem Pinien-Wäldchen, wo ich einen Schattenplatz suche und finde.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Argamasilla de Alba nach Alcázar de San Juan
3. Juni 2021
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Argamasilla de Alba
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Argamasilla de Alba (Peñarroya)
Seit meinem ersten Besuch vor zwei Jahren ist der Übernachtungsplatz beim Castillo de Peñarroya einer meiner Favoriten-Plätze, was ich diesmal wieder bestätigen kann.
Mit mir haben noch einige andere Wohnmobile in der letzten Nacht hier gestanden - bei einem ist mir aufgefallen, dass der Besitzer offenbar sehr viel Sorgen um seine Sicherheit hat. So viele Zusatz-Verriegelungen an Fenstern und Türen habe ich noch nie an einem einzigen Fahrzeug gesehen:
Bei vielen Spaniern, die mit dem Wohnmobil reisen, ist die Sicherheit auf einem Stellplatz ein ganz wichtiger Aspekt. Deshalb stellen sie sich auch schon mal gern ziemlich nah neben ein anderes Fahrzeug, auch wenn der Park- oder Stellplatz sehr groß ist, und deshalb werden immer mehr neu gebaute kommunale Stellplätze mit einem Zaun und einem Tor mit Zugangskontrolle versehen.
Einer dieser neuen Stellplätze befindet sich in der Ortschaft Argamasilla de Alba, etwa 10 km von Peñarroya entfernt, und den will ich mir heute anschauen.
Gegen Mittag fahren Christa und ich nach Argamasilla de Alba, parken dort an der Hauptstraße (auf einem breiten Längsparkstreifen) in der Nähe des Zentrums, und finden an der Plaza de España eine kleine Pizzeria im Schatten für ein einfaches Mittagessen - während der Dichter Cervantes gleich nebenan aus seinem berühmten Don-Quijote-Roman zitiert.
Am Nachmittag fahre ich zu dem neuen Wohnmobil-Stellplatz, der nur etwa 300m von der Stelle des früheren Stellplatzes entfernt liegt. Die alte (kostenlose) Ver- und Entsorgungsstation beim Recinto Ferial wurde inzwischen abgebaut und ist nicht mehr nutzbar.
Von weitem sieht der Stellplatz wie ein Hochsicherheitsbereich aus - das könnte man auch schöner machen. Aber funktioniert wenigstens alles? Natürlich nicht!
Das Nummernschild wird nicht richtig gelesen, aber nach manueller Korrektur öffnet sich das Tor, ich kann mich auf die gebuchte Parzelle stellen und mich zufrieden zurücklehnen.
Es dauert nicht einmal eine Stunde, dann ist die Ruhe vorbei - direkt hinter dem Stellplatz-Zaun befindet sich ein öffentlich zugänglicher schattiger Grünstreifen mit Bänken, den einige Jugendliche mit Getränken und lauter Musik in Beschlag nehmen. Früher hat das wohl niemanden gestört - bei der Planung des Stellplatzes hat man das aber nicht bedacht (wie leider auch in vielen anderen Orten).
Christa und ich entscheiden sehr schnell, dass wir uns das nicht lange anhören wollen, und fahren ungeachtet der für die Übernachtung bezahlten 6 € wieder zurück in den ruhigen Pinienwald beim Castillo de Peñarroya.
4. - 5. Juni 2021
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Argamasilla de Alba
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Alcázar de San Juan
Auch die zweite Nacht im Pinienwald von Peñarroya verläuft ruhig - die Entscheidung, wieder hier hin zu fahren, war goldrichtig.
Bevor die Reise heute weitergeht, kehre ich noch mal zum Stellplatz in Argamasilla de Alba zurück um dort ein paar Fotos zu machen. Da die Stellplatz-Nutzung für 24 Stunden bezahlt ist, und man in dieser Zeit beliebig oft rein und raus fahren darf, sollte das ja kein Problem sein.
Ist es aber doch, denn heute will mir die automatische Zugangskontrolle nicht das Tor öffnen (obwohl die Kamera das Nummernschild richtig erkennt). Ich dachte, ich hätte seit 2014, als die ersten Automaten der Firma ÁreasPla (ehem. Protecex) installiert wurden, schon alle Fehlfunktionen der Soft- und Hardware erlebt. Aber offenbar gibt es immer wieder neue Merkwürdigkeiten.
Ich hake den Fall erst mal ab und fahre direkt zum nächsten Ziel - den Ort Alcázar de San Juan, wo es beim Carrefour- Supermarkt eine neue Ver- und Entsorgungsstation gibt.
Die für Wohnmobile reservierten Plätze sind zwar sehr klein (kurz und schmal), aber als Dauerstellplatz sind sie ja auch nicht vorgesehen. Die Service-Station der Firma WcWash (mein Favorit bei den Ver- und Entsorgungssystemen) funktioniert wie erwartet gut. Man benötigt auch keinen Jeton, den man laut Info-Schild beim Carrefour-Kundendienst während der Geschäftszeiten abholen muss. Das hat sich wohl nicht bewährt.
Der Ort Alcázar de San Juan hatte schon seit vielen Jahren einen kommunalen Wohnmobil-Stellplatz direkt vor der Stierkampf-Arena (Plaza de Toros). Seit einigen Monaten wird aber die gesamte Umgebung an der Plaza de Toros neu gestaltet - den Stellplatz gibt es an dieser Stelle nicht mehr.
Aber nur 200 Meter entfernt hat die Stadt (im Rahmen des Projektes "20 Stellplätze in der Provinz Ciudad Real") einen neuen Wohnmobil-Stellplatz gebaut. Er ist sogar schon fertig, aber noch nicht in Betrieb. Immerhin kann ich ihn mir schon anschauen - und bin positiv überrascht.
Der Stellplatz wurde auf einem Teil eines vorhandenen Parkplatzes beim Schwimmbad realisiert (GPS: 39.3882, -3.2175), wobei die vorhandenen großen Bäume weitgehend erhalten blieben und integriert wurden. Dieser Platz hat das Zeug, zu einem meiner Favoriten-Stellplätze zu werden. Nachteilig ist auch hier der Einsatz des ÁreasPla-Automaten für die Zugangskontrolle (siehe weiter oben), und sehr hohe Wohnmobile könnten mit den Bäumen Probleme haben.
Zumindest in der Übergangszeit zwischen dem Abbau des alten und der Inbetriebnahme des neuen Stellplatzes (aber wahrscheinlich auch darüber hinaus) toleriert die Stadt das Parken und Übernachten von Wohnmobilen auf dem großen Parkplatz neben den städtischen Sportanlagen (Polideportivo Municipal). Dieser Parkplatz (GPS: 39.3881, -3.2202) liegt auch nur 200 Meter von der Plaza de Toros entfernt - aber diagonal auf der anderen Seite des Kreisverkehrs.
Ich finde ein Stückchen Schatten und für heute wird dies der Übernachtungsplatz.
Schatten ist zur Zeit überhaupt sehr gefragt - die Temperaturen sind nachmittags immer über 30°C. Deshalb spazieren Christa und ich noch ein wenig durch den direkt auf der anderen Straßenseite liegenden großen, schattigen Alces-Park. Leider gibt es hier keine Cafetería, aber sonst ist es hier sehr schön.
Trotz hoher Temperaturen (oder gerade deswegen) ist für morgen Regen und Gewitter angekündigt. Damit ist klar, dass ich den ganz brauchbaren Parkplatz beim Polideportivo auch morgen nicht verlassen werde - bei starkem Regen ist mir ein Asphaltplatz immer am liebsten.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Alcázar de San Juan nach Campo de Criptana
6. Juni 2021
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Alcázar de San Juan
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Campo de Criptana
Der Regentag ist vorbei und nach zwei ruhigen Tagen (obwohl es ein Wochenende war) in Alcázar de San Juan geht es heute bei herrlichem Wetter nur etwa 20 km nach Osten zum Nachbarort Campo de Criptana.
Dieser kleine Ort ist ein großer Touristen-Magnet wegen der vielen Windmühlen, die gut restauriert auf einem Hügel über der Altstadt stehen.
Bisher habe ich diese "Giganten" aus dem Don-Quijote-Roman immer nur im Vorbeifahren von weitem gesehen, heute schaue ich sie mir aus der Nähe an. Meine Bemühungen, sie in Bewegung zu versetzen, bleiben allerdings erfolglos.
Ein Besucher-Parkplatz, den einige Wohnmobilisten auch zum Übernachten nutzen, liegt oben auf dem Hügel direkt neben den Windmühlen (GPS: 39.4109, -3.1223).
Um zu diesen Parkplatz zu gelangen, sollte man mit einem Wohnmobil nicht durch die Altstadt fahren - vom östlichen Ortsrand ist eine Strecke beschildert, die zwar etwas länger ist, dafür aber problemlos. Sie startet neben der DCOOP-Tankstelle (GPS: 39.401, -3.1135) von der Hauptstraße CM-420 - von dort aus immer den "Molinos"-Schildern folgen. Der Rückweg ist ebenfalls beschildert, allerdings mit "Salida" (dt.: Ausfahrt).
Nach dem Windmühlen-Besuch fahre ich zum neu gestalteten Wohnmobil-Stellplatz von Campo de Criptana, der auch von dem Projekt "20 Stellplätze für die Provinz Ciudad Real" profitierte. Die Ausstattung ist besser geworden (und dafür kostenpflichtig), die schlechte Lage neben Hauptstraße und Eisenbahnlinie ist allerdings geblieben. Es bleibt die Hoffnung, dass es nachts viel ruhiger wird.
Vom Windmühlen-Hügel sind Christa und ich vorhin schon einmal zu Fuß durch die Altstadt ins Zentrum hinunter gelaufen und haben auf der schattigen Plaza Mayor einen Café-con-leche-con-hielo getrunken.
Nach dem Abstellen des Wohnmobils, bei Temperaturen von immer noch um die 30°C, bleiben wir nicht auf dem Stellplatz, sondern spazieren wieder ins Ortszentrum, um dort im Schatten sitzend ein paar Tapas zu essen und zu warten, dass es kühler wird.
Das Zentrum um die Plaza Mayor ist eigentlich auch die einzige Stelle, die sich für so etwas eignet. Es gibt zwei Kneipen zur Auswahl, viel Schatten unter großen Platanen, die einzigen interessanten Gebäude (die ich in der kurzen Zeit finden konnte) und natürlich den Roman-Autor Cervantes, der überall in Kastilien-La Mancha mit von der Partie ist.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Campo de Criptana nach Cuenca
7. Juni 2021
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Campo de Criptana
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Cuenca
Ich hatte ja schon befürchtet, dass es auf dem Stellplatz in Campo de Criptana auch nachts nicht ruhig ist, aber dass ich nahezu stündlich von einem vorbei ratternden Güterzug geweckt werde, hatte ich doch nicht erwartet.
Für mich ist dieser teure neue Stellplatz eine komplette Fehlinvestition, denn eigentlich ist er nur zur Ver- und Entsorgung zu gebrauchen.
Es ist also klar, dass ich heute weiterfahre, und zwar in eine wirklich ruhige Gegend - die Serranía de Cuenca, ein Bergland nordöstlich der Provinz-Hauptstadt Cuenca.
Nachdem ich die eher langweilige Landschaft entlang der N-420, die schon mal 10 km geradeaus verläuft, hinter mir habe, beginnt nach der Überquerung der Autobahn A-3 der interessantere Teil der Strecke. Hier finde ich auch einen schönen schattigen Rastplatz für die Mittagspause.
Ich überquere den Río Júcar, der in den nächsten Tagen immer wieder meinen Weg kreuzen wird. Viele Wohnmobilisten, die oft lange auf dem "wilden" Stellplatz bei Cullera stehen, direkt an der Mündung des Río Júcar, werden gar nicht wissen, in welcher unglaublichen Landschaft dieser Fluss entspringt und welche spektakulären Schluchten er auf seinem Weg zum Mittelmeer gestaltet hat.
Bald darauf erreiche ich die Stadt Cuenca, wo es außer dem offiziellen Übernachtungsplatz unterhalb der "hängenden Häuser" (Casas colgadas) eine weitere gern genutzte Möglichkeit zum Übernachten gibt - den Parkplatz beim Playa Municipal, einer Flussbadestelle am Río Júcar.
Nur am Nachmittag scheint die Sonne in dieses enge, in Nord-Süd-Richtung verlaufende Tal. Das ist natürlich gerade jetzt der Fall. Deshalb halten Christa und ich uns gar nicht lange beim Fahrzeug auf, sondern spazieren durch das schattige Flusstal auf gut ausgebautem Weg in die "City" von Cuenca.
Eigentlich wollten wir nicht den ganzen Hügel hinauf durch die Altstadt laufen, aber irgendwie hat es sich so ergeben, dass wir schließlich doch auf der Plaza Mayor vor der Kathedrale stehen.
Schließlich endet der Ausflug aber doch in der "Neustadt" in einer verkehrsberuhigten Zone, wo ich endlich wieder einmal eine ordentliche Konditorei finde - die Confitería Ruiz, mit einer großen Auswahl an leckeren Kuchen und Keksen (Calle Carretería 14, GPS: 40.07365, -2.1369).
8. Juni 2021
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Cuenca
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Ciudad Encantada
Insgesamt 12 Wohnmobile übernachten im Tal des Río Júcar in fast absoluter Ruhe, obwohl es meist junge Leute sind, die hier stehen. Der einzige Störenfried ist der Fluss, der ein nicht zu überhörendes Dauergeräusch verursacht - aber so etwas kann ich ausblenden.
Der Blick beim Frühstück aus dem Wohnmobil auf die von der Sonne beleuchteten Berge, während wir noch im Schatten sitzen, ist auf jeden Fall etwas Besonderes.
Noch mehr solcher Ausblicke erwarten mich, denn heute geht es tief hinein in die Serranía de Cuenca, deren Karst-Gebirge, durch Wasser und Wetter bearbeitet, unglaubliche Formen hervor gebracht hat.
Etwa 25 km von Cuenca entfernt findet man besonders interessante Felsen mitten im Pinienwald - die Ciudad Encantada (dt.: verzauberte Stadt).
Der Rundgang durch die "verzauberte Stadt" macht noch genau so viel Spaß wie bei unserem ersten Besuch vor 15 Jahren. Für uns Menschen ist das eine lange Zeit - den Fels-Figuren merkt man das aber nicht an...
Schon damals haben Christa und ich mit unserem Wohnmobil auf dem Besucher-Parkplatz übernachtet. Danach gab es eine Zeit, wo das verboten war. Inzwischen ist es wieder erlaubt, solange man sich an die "Kein-Camping"-Regel hält. Jetzt sind große Bereiche an den Rändern des Parkplatzes für Wohnmobile vorgesehen und mit Schildern ("Caravanas - En Bateria") markiert. Die Anweisung "En Bateria" (d.h. senkrecht zum Rand, nicht parallel) hat eher theoretischen Wert, da es eigentlich keine Bezugslinie gibt. Wichtiger ist es, eine Stelle zu finden, wo das Fahrzeug ohne Unterlegkeile oder Stützfüße einigermaßen gerade steht, denn die sind auf jeden Fall verboten.
Der Rundweg durch die Ciudad Encantada ist mit etwa 3 km nicht sehr lang, so dass wir etwas später noch einen kleinen Spaziergang dranhängen - zum 1.5 km entfernten Aussichtspunkt "Mirador de Uña".
Uña ist eine kleine Ortschaft im Tal des Río Júcar, deren Besuch für morgen auf dem Programm steht. Heute schauen wir uns das Ganze schon einmal von oben an.
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- Geschrieben von gg-iberico
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