Überwintern in Spanien 2014-15
2. Dezember 2014, Daimús
- Platja de Tavernes
- Daimús
Gestern sind wir ein großes Stück weiter Richtung Süden gekommen - ganze 20 km bis zum neuen Wohnmobil-Stellplatz in Daimús. Die Sonne kommt ab und zu raus, so dass wir wieder unseren eigenen Strom erzeugen und nicht von den unzuverlässigen spanischen Versorgungsunternehmen abhängig sind.
Daimús war früher ein beliebter Ort für Überwinterer, weil es mehrere im Winter unbenutzte Parkplätze direkt am Meer gab. Bis es dann zu viele Wohnmobile wurden und die Parkplätze eher wie Campingplätze aussahen. Die Folge war ein Verbot für Wohnmobile auf den strandnahen Parkplätzen. Die Überwinterer blieben aus und auch die letzten Kneipen machten zu.
Offenbar hat es ein Umdenken gegeben - es wurde nicht nur der neue (private) Stellplatz eingerichtet, auch die Verbotsschilder sind wieder verschwunden. Es gibt nur noch ein allgemeines Parkverbot für Fahrzeuge über 3,5 t und auch das Übernachtungsverbot für Wohnmobile (Parkverbot von 22-6 Uhr) wurde überklebt. Formal spricht also nichts mehr dagegen, dass zumindest "normal-kleine" Wohnmobile bis 3,5 t wieder auf den früher beliebten Parkplätzen stehen - sie sind aber zur Zeit weiterhin leer.
Auch wir stehen lieber auf dem (kostenpflichtigen) Stellplatz, der allerdings mit seinem aktuellen Angebot von 5 €/Tag wirklich preiswert ist.
Heute haben wir auf einer kleinen Fahrradtour noch einen weiteren Wohnmobil-Stellplatz in der Nähe angeschaut - der "Camper Park Km Zero" ist nur 6 km entfernt. Uns hat der Platz nicht gefallen - zu nah an der Hauptstraße N-332, zu laute Turmuhr-Glockenschläge (aus einem Lautsprecher!), zu viel Fabrik-Ambiente und der Eindruck eines Gefängnishofes mit über 2 Meter hohem Gitterzaun.
Da war der anschließende Abstecher zum Meer am Platja de Piles schon eher nach unserem Geschmack. Mit Ausblick bis nach Denia mit dem markanten Montgó-Bergrücken und zur anderen Seite bis zum Puerto de Gandia.
Einfach schön!
Genauso wie später die letzten Sonnenstrahlen vor unserem Wohnmobil.
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- Geschrieben von gg-iberico
3. Dezember 2014, Calp/Calpe
- Daimús
- Denia
- Calp
Wenn wir in dem bisherigen Tempo weitermachen, werden wir uns am Ende beeilen müssen um am 18. Dezember an unserem ersten Etappenziel an der Costa del Sol anzukommen. Deshalb geht es heute wieder ein Stück weiter.
Auf dem Weg liegt Les Deveses, ein Vorort von Denia, in dem bis zum vorigen Jahr ein beliebter Wohnmobil-Stellplatz (Odissea Denia) lag, der inzwischen geschlossen wurde. Es gab viele Gerüchte, warum es dazu kam.
Der benachbarte Campingplatz "Los Llanos" bietet jedenfalls inzwischen auch eine "Camper Area" an, und ich wollte nun wissen, wie die Situation vor Ort tatsächlich ist.
Es stellte sich heraus, dass dem Eigentümer des Campingplatzes auch das Grundstück des ehemaligen Odissea-Stellplatzes gehörte. Man kann nun spekulieren, ob man sich nicht auf eine passende Miete einigen konnte, oder ob es einfach nur Neid auf den gut gehenden Wohnmobil-Stellplatz war. Auf jeden Fall will der Camping-Betreiber demnächst auf dem selben Gelände wo vorher der Odissea-Stellplatz lag, einen eigenen Stellplatz unter der Regie des Campingplatzes eröffnen. Zur Zeit ist aber noch nicht viel davon zu sehen. Die Aussage, in einem Monat wäre der Platz fertig, kann ich nicht ernst nehmen. Vielleicht im nächsten Sommer?
Die aktuelle Werbung auf der Campinplatz-Homepage zur "Camper Area Los Llanos" bedeutet zur Zeit nur, dass Wohnmobile zum Pauschalpreis von 12 €/Tag inklusive Strom auf freien Parzellen des Campingplatzes stehen können.
Für mich sind diese Plätze aber unbrauchbar - hohe Bäume auf allen Seiten verhindern Sonne und SAT-TV-Empfang. Eine wohnmobilgerechte Ver- und Entsorgung konnte ich auch nicht entdecken.
Auf jeden Fall sind wir weitergefahren nach Calpe (bzw. Calp, wie der Ort seit ein paar Jahren offiziell heißt), um dort in bekannter Umgebung ein paar Tage zu verbringen. Auch in Calpe hat vor kurzem ein neuer Wohnmobil-Stellplatz eröffnet, direkt neben Aldi- und Mercadona-Supermarkt und in Sichtweite des schon länger vorhandenen Stellplatzes "Odissea Calpe".
Wir haben uns in der neuen "Mediterráneo Camper Área" einquartiert. Der erste Eindruck war ganz gut - zumal es auf dem Platz eine kleine Bar mit Bier vom Fass gibt. Das ist vielleicht nicht ganz so wichtig wie Strom, Wasser und WiFi, aber irgendwie doch ganz nett.
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- Geschrieben von gg-iberico
8. Dezember 2014, Calp/Calpe
Ein paar Tage Ruhe und die Möglichkeit, alte Bekannte wiederzutreffen - in Calpe vergeht die Zeit wie im Flug. Das war eigentlich schon immer so. Hier habe ich auch meinen Langzeit-Rekord von 2 Monaten an einem Ort aufgestellt (für mich außergewöhnlich lange). Diesmal wird es wohl nur eine Woche.
Warum man es in Calpe so lange aushalten kann habe ich gestern in einem Reisebericht-Special zusammengefasst. Unter dem Titel "Calpe - Für Wohnmobil-Reisende eine gute Adresse" könnt ihr es nachlesen.
Gestern haben wir auch einen der in dem Bericht erwähnten Spazierwege an der Küste entlang wiederholt. Der Weg ist allerdings nichts für Gehbehinderte, aber es führt auch eine Straße zum Ziel.
Bei makellosem blauen Himmel haben wir den Ausflug richtig genossen - hinter jeder Biegung ein neues Ansichtskartenmotiv. Und am Ende die verdiente Rast in der "Coral Beach"-Bar am Puerto Bassetes.
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- Geschrieben von gg-iberico
10. Dezember 2014, El Campello
- Calp
- El Campello
Gestern ging es ein Stück weiter nach Süden, vorbei an Benidorm mit seiner interessanten Skyline nach El Campello, dem letzten Ort vor Alicante.
In El Campello gibt es inzwischen zwei private Wohnmobil-Stellplätze, die ich mir natürlich anschauen muss. Der erste, der gerade sein 1-jähriges Bestehen feiert (Camper Park Alicante), liegt etwas außerhalb des Ortes in der Nähe der vielbefahrenen Hauptstraße N-332. Nicht unbedingt mein Geschmack, auch wenn der Platz guten Service anbietet und gerade den Preis deutlich gesenkt hat (der Wettbewerb zeigt offenbar Wirkung).Der zweite, erst 1 Monat alte Stellplatz (Camper Area Campello Beach) liegt zwar weiter weg vom Ortszentrum, aber ganz nah am Meer. Hier bietet eine insgesamt 8 km lange Promenade am Strand viel Bewegungsmöglichkeit.
Schon gestern nachmittag haben wir die Promenade in Richtung Alicante abgeschritten, heute kam die andere Seite dran. Wir wanderten zum Yachthafen von El Campello und darüber hinaus bis zu einer archäologischen Ausgrabungsstätte auf einer kleinen Halbinsel (La Illeta dels Banyets). Offenbar wussten auch schon die alten Iberer und Römer, wo es schöne Wohnlagen gibt. Der Ausblick auf die Küstenlinie bis Benidorm ist wirklich nett. Und der Name "Muchavista" (frei übersetzt: Viel Aussicht) des Strandbereichs vor dem Hafen passt dazu.
El Campello kannte ich bisher nur als eher uninteressanten Sommer-Ferienort und Vorort von Alicante, und auch als Segler bin ich in der Vergangenheit mehrmals vorbeigesegelt, weil mir der nahe Hafen von Alicante interessanter erschien. Jetzt sehe ich den Ort mit etwas anderen Augen - auch oder gerade im Winter kann man hier gut seine Zeit verbringen. Das Winter-Wetter ist ziemlich mild, der Nahverkehr mittels Straßenbahn ( hier heißt sie "Tram") zwischen Alicante und Benidorm ermöglicht preiswerte Kurztrips in die Orte links und rechts an der Costa Blanca. An der Promenade und im Zentrum von El Campello sind auch in der Nebensaison viele Restaurants und Cafes geöffnet. Und die vorhandenen Wohnmobil-Stellplätze bieten interessante Rabatte für Langzeit-Aufenthalt.
Ich werde bestimmt wiederkommen.
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- Geschrieben von gg-iberico
11. Dezember 2014, Santa Pola
- El Campello
- Santa Pola
Heute überquere ich die von mir selbst definierte nördliche Überwinterungsgrenze - in Santa Pola bin ich nun ein paar Kilometer südlich von Alicante. Von hier bis zum Mar Menor (Murcia) erstreckt sich der geografische Bereich, den ich im Winter als besonders mild und angenehm kennengelernt habe. Selbst die Costa del Sol, die noch weiter südlich liegt, kann nach meinem Gefühl da nicht mithalten. Zu häufig gibt es dort richtig ruppigen Starkwind, der um Gibraltar herum bläst.
In Santa Pola haben wir früher auf dem Campingplatz gestanden, später aber auch auf dem unbefestigten Parkplatz vor dem Yachthafen. In den letzten Jahren war hier allerdings eine Großbaustelle, und bei unserem heutigen Spaziergang in die Stadt konnten wir das Ergebnis bewundern - eine gelungene Flaniermeile mit mehreren Restaurants und Cafes mit fast nahtlosem Übergang zum Yachthafen.
Die folgenden Bilder dokumentieren den Wandel (jeweils linkes Bild: vor fast genau 4 Jahren, rechtes Bild: heute)
Etwa zeitgleich mit dem Wegfall der Übernachtungsmöglichkeit am Hafen entstand ein privater Wohnmobil-Stellplatz an der Straße nach Elche/Elx. Von dort braucht man zu Fuß ca. 45 Minuten bis zum Hafen. Für viele Wohnmobil-Reisende offenbar zu viel, denn der Stellplatz war eigentlich immer, wenn ich vorbeigefahren bin, fast leer. Auch heute stehen wir hier mit insgesamt nur 3 Wohnmobilen. Das wird auf Dauer nicht gutgehen.
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- Geschrieben von gg-iberico
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