13. September 2018

  • Lerma

Ein Stadtrundgang bei einem Ort wie Lerma ist natürlich Pflicht. Als eines der "Pueblos más bonitos de España" erwarte ich natürlich ein paar besonders hübsche oder zumindest interessante Ecken.

Schon bei der Vorbereitung hatte ich gelesen, dass es nicht viele richtig alte Gebäude gibt, weil Lerma immer wieder zerstört und erst im 17.Jh. in der heutigen Form aufgebaut wurde.

Eines der ältesten Relikte ist noch das weitgehend erhaltene Stadttor Puerta de la Cárcel (dt.: Gefängnistor). Hier beginnt die Hauptstraße Calle Mayor, die zur Plaza Mayor führt.

20180913 Lerma Carcel20180913 Lerma Tor

Ich will natürlich die großen, berühmten Gebäude sehen, die vor allem der Herzog von Lerma Anfang des 17.Jh. in Auftrag gab. Dazu gehören die Kirche San Pedro, Klosterbauten die durch Arkaden verbunden sind, und der eigentliche Palast des Herzogs, der heute ein Parador (Hotel) ist.

20180913 Lerma Kirche20180913 Lerma Mirador20180913 Lerma PlazaMayor

Es heißt zwar, dass die Plaza Mayor mit den Arkaden und dem Herzogspalast dem Escorial-Schloss des spanischen Königs nachempfunden wurde, aber wer einmal vor der monströsen Schloss- und Kloster-Anlage El Escorial in der Nähe von Madrid gestanden hat, erkennt nur sehr wenig Ähnlichkeit.

Lerma besteht nicht nur aus Palästen und Kirchen, aber richtig sehenswert ist der Rest meiner Meinung nach nicht. Man erkennt den Versuch, auch schmuddelige Ecken zu verschönern, aber da ist noch viel zu tun.

20180913 Lerma Gasse

15. September 2018

  • Lerma
  • Santa María del Campo
  • Villaquirán de los Infantes
  • Quintana del Puente
  • Palencia

Drei Tage habe ich es in Lerma auf dem offenbar noch weitgehend unbekannten Stellplatz ausgehalten. An jedem Tag ist abends jeweils genau ein weiteres Wohnmobil hinzu gekommen, das aber am folgenden Morgen gleich wieder weitergefahren ist. Christa und ich hatten also fast während der ganzen Zeit den Platz für uns allein. Und irgendwie kann man sich auch an die Geräusche der nahen Autobahn gewöhnen...

Der Stellplatz-Besitzer ist auf jeden Fall ein sehr freundlicher Mensch, der uns zum Empfang Himbeeren und am nächsten Tag eine Riesen-Zucchini aus dem eigenen Garten brachte.

20180915 Lerma Zucchini

Heute geht es wieder weiter, das Tagesziel ist Palencia. Wie üblich fahre ich allerdings nicht auf dem direkten Weg dorthin, sondern besuche noch weitere Stellplätze, die in der Nähe liegen.

Das beginnt mit dem kommunalen Wohnmobil-Stellplatz in dem Ort Santa María del Campo, den ich schon im letzten Jahr kurz nach der Eröffnung aufgesucht hatte. Damals sah alles noch nach einem ausbaufähigen ersten Wurf aus. Und heute sieht es noch genau so aus.

20180915 SantaMariaDelCampo Stp

Nach ein paar Fotos (die sich aber von denen des letzten Jahres kaum unterscheiden) fahre ich weiter zu einem privaten Wohnmobil-Stellplatz bei einer Tankstelle in der Nähe der Autobahn A-62 (Burgos-Valladolid) bei dem Ort Villaquirán de los Infantes.

Den Ortsnamen muss man sich vielleicht nicht merken, aber die Abfahrt 32 schon eher. Denn der Stellplatz ist unter den mir bekannten "Tankstellen-Plätzen" einer der besseren. Wer auf der Nord-Süd-Strecke hier vorbeikommt und auf der Durchreise unkompliziert übernachten will, wird hier fündig.

20180915 Villaquiran Cepsa Stp

Auf der Autobahn geht es jetzt nach Südwesten bis zur Ortschaft Quintana del Puente. Um den neu angelegten kommunalen Wohnmobil-Stellplatz zu besuchen muss ich keinen Umweg machen - er liegt gleich neben der Autobahn.

Ich frage mich an solchen Stellen immer, was sich die Verantwortlichen bei der Platzauswahl wohl gedacht haben mögen. Wahrscheinlich nichts. Auf jeden Fall haben sie keine Ahnung von den tatsächlichen Anforderungen an einen vernünftigen Stellplatz.

Das sieht man hier auch noch am Beispiel der Wasser-Installationen. Die Wahl fiel auf hochwertig aussehende Messing bzw. Bronze-Armaturen, die leider schon auf etlichen anderen Stellplätzen bewiesen haben, dass sie für den Einsatz in dieser Umgebung nicht geeignet sind.

20180915 Quintana Wasserhahn

Nach kürzester Zeit ist der Druckknopf-Mechanismus festgefressen oder verklemmt, so dass man ihn nur mit erheblichem Kraftaufwand betätigen kann - wenn überhaupt. In vielen Fällen habe ich schon mit Hammer und WD40-Öl die Sache wieder gängig gemacht, wahrscheinlich aber auch nur für kurze Zeit.

Etwas besser ist da schon die Idee mit den frostsicher verlegten zusätzlichen Trinkwasser-Anschlüssen, wie man es in der Provinz Palencia (wo ich mich jetzt befinde) auf fast allen kommunalen Stellplätzen findet. Aber auch das sieht hier in der Ausführung eher unfachmännisch aus.

20180915 Quintana Frostschutz

Einen Vorteil dieses Stellplatzes mache ich mir allerdings zu Nutze - in einer Ecke des Platzes, direkt neben der Hauswand, gibt es eine Stelle mit viel Schatten. Hier lasse ich die heißesten Stunden des Nachmittags verstreichen, bis ich gegen 18 Uhr nach Palencia weiterfahre.

Das Ziel ist der im letzten Jahr neu angelegte private Wohnmobil-Stellplatz des Tankstellen-Betreibers Suances, den ich mir damals schon kurz angeschaut hatte. Jetzt will ich ein, zwei Tage dort bleiben und nachsehen, was daraus geworden ist.

Bei der für meine Verhältnisse sehr späten Ankunft gibt es auf jeden Fall noch genug freie Plätze.

20180915 Palencia Suances Stp

17. September 2018

  • Palencia
  • Bretocino

Der Wohnmobil-Stellplatz "Suances" in Palencia ist etwas Besonderes, denn eigentlich erhält man hier die meisten Services kostenlos, sogar Strom, und gleichzeitig gibt es viele Angebote, die man woanders gar nicht oder höchst selten findet. Vielleicht rechnet sich die Sache tatsächlich durch den höheren Diesel-Umsatz, denn viele Wohnmobilisten, die hier auf dem Stellplatz stehen, tanken bei der An- oder Abreise.

Trotzdem finde ich das Angebot riesig, zum Beispiel die Fahrrad-Waschanlage, die sehr viel Zuspruch findet, oder die ganzen Spiel-Plätze für Hunde, Kinder und Petanca-Spieler, oder die extra montierten Wäschetrockner-Gestelle, die den (kostenpflichtigen) elektrischen Trockner vermeiden helfen.

20180917 Suances Fahrrad20180917 Suances Spiele20180917 Suances Waesche

Aber noch ist nicht alles perfekt und an einigen Stellen wird noch weiter gearbeitet, z.B. an der Fertigstellung der Wohnmobil-Waschanlage, und die Stromversorgung ist auch noch nicht so, wie sie sein sollte...

20180917 Suances Strom


Eigentlich wollten Christa und ich heute eine Radtour entlang des Canal de Castilla machen, aber irgendwie ist es uns zu heiß. Der Wetterbericht verspricht auch für die nächsten Tage weiterhin hohe Temperaturen über 30°C, und nachts kühlt es nicht mehr richtig ab. Deshalb denke ich über eine Plan-Änderung nach, die uns noch einmal in die Höhenlagen der Bergwelt bringen könnte.

Heute beende ich erst mal vorzeitig den Aufenthalt in Palencia. Lieber im Auto mit laufender Klimaanlage fahren, als auf dem schattenlosen Stellplatz stehen.

Das nächste geplante Ziel wäre eigentlich Zamora, aber das lasse ich aus (dort ist es noch heißer). Auf direktem Weg geht es zu dem privaten Stellplatz in dem kleinen Ort Bretocino, wo es tatsächlich überdachte Wohnmobilplätze gibt. Hier denke ich über den weiteren Weg nach.

20180917 Bretocino Stp

18. September 2018

  • Bretocino
  • Santa María del Páramo
  • León

Leider ist in der Gegend von Bretocino die Urlaubssaison schon vorbei, obwohl noch immer sommerliche Temperaturen herrschen, aber der Ort gibt nichts mehr her. Ich fahre also weiter.

Da ich noch immer etwas unschlüssig bin, wie die Reise weitergeht, bewege ich mich heute erst mal noch etwas in Richtung Norden nach León, die Hauptstadt der Region Kastilien-und-León.

Auf dem Weg liegt der eher unbekannte Ort Santa María del Páramo, in dem kürzlich ein neuer kommunaler Wohnmobil-Stellplatz eingerichtet wurde. Ein guter Grund für mich, dort anzuhalten.

20180918 SantaMariaParamo Stp

Es mag ja sein, dass der Ort einige nette Ecken hat und dass der Stellplatz zum Übernachten geeignet ist, aber heute mache ich hier nur eine längere Mittagspause und fülle den Wassertank.

Danach geht es ohne weitere Umwege nach León, wo ich schon gegen 15 Uhr ankomme. Ich fahre direkt zum kommunalen Wohnmobil-Stellplatz am León-Plaza-Einkaufszentrum. Der für Wohnmobile reservierte Bereich wurde Ende letzten Jahres vergrößert und nimmt jetzt die gesamte Länge des Parkplatzes ein. Es finden nun 23 Wohnmobile Platz, und zusätzlich wurde eine richtige Ver- und Entsorgungsstation installiert.

20180918 Leon Stp Hinten

Die Lage am Einkaufszentrum ist natürlich nicht sehr ruhig. Wer Ruhe sucht muss aber nur ein paar Schritte zum Fluss gehen und kann dann in beide Richtungen durch ausgedehnte Parkanlagen spazieren oder sich irgendwo hinsetzen. Eine Grünzone, die diesen Namen wirklich verdient!

20180918 Leon Rio

Da ich nun schon zum dritten Mal in León bin und das historische und touristische Zentrum schon ausgiebig erforscht habe, mache ich diesmal keinen umfangreichen Stadtrundgang. Wer trotzdem etwas über León lesen will, kann sich meinen Reiseblog vom November 2015 anschauen.

20. September 2018

  • León
  • Astorga
  • Molinaseca

Die Entscheidung ist gefallen - ich fahre doch nicht in die nördlichen Gebirgsregionen rund um die Picos de Europa, denn dort gibt es zwar die gewünschten niedrigeren Temperaturen aber auch viele Wolken und sogar eine gewisse Regen-Wahrscheinlichkeit. Das muss nicht sein.

Für Galicien ist der Wetterbericht von ElTiempo zuversichtlich, dass es einen schönen Herbst geben wird. Zumindest in den nächsten zwei Wochen sollte die Sonne vorherrschen.

Heute geht es also wieder nach Westen, und zwar im wesentlichen entlang der Hauptroute des Jakobswegs von León über Astorga nach Ponferrada.

Der Jakobsweg verläuft tatsächlich einen großen Teil dieser Strecke direkt neben der Hauptstraße. Das stelle ich mir schrecklich vor, wenn man permanent von Autos überholt wird und gleichzeitig manchmal fast 10 km geradeaus bis zum Horizont schauen kann und weiß, dass man noch stundenlang unterwegs ist, um dort hin zu gelangen. Ich könnte das nicht.

20180920 Pilger

Gegen Mittag erreiche ich die Stadt Astorga. Von früheren Besuchen kenne ich den dortigen kommunalen Wohnmobil-Stellplatz neben der Stierkampf-Arena und weiß, dass der Platz gut für die Mittagspause geeignet ist.

20180920 Astorga Arena

Nach der Pause entscheide ich mich, die heutige Fahrt auf der Autobahn A-6 bis Ponferrada fortzusetzen. Diese Strecke ist zwar 17 km länger bis zum endgültigen Ziel in Molinaseca, aber die Alternative auf der kleinen Landstraße LE-142 führt kurvenreich durch eine Berglandschaft, was laut Navi-Gerät 1 Stunde länger dauert und viel Arbeit am Lenkrad bedeutet.

Am Nachmittag erreiche ich den Ort Molinaseca, dessen Wahrzeichen die Puente de los Peregrinos (dt.: Pilger-Brücke) ist.

20180920 Molinaseca Puente

Hier überquerten schon im Mittelalter die Pilger den Fluss und auch heute ist es nicht anders. Abends sieht man dann viele von ihnen am Rand des inzwischen zu einem Badeplatz aufgestauten Wassers sitzen und ihre Füße kühlen...

20180920 Molinaseca Bad

Ich fahre direkt zum kommunalen Wohnmobil-Stellplatz und stelle das Fahrzeug erst einmal zumindest teilweise in den Schatten eines kleinen Baums auf dem großen Parkplatz. Später werde ich es dann auf einen der vorgesehenen Wohnmobil-Plätze stellen - schon wegen des TV-Empfangs.

20180920 Molinaseca Stp

Sobald die Sonne nicht mehr so heiß brennt machen Christa und ich einen Erkundungsgang durch den kleinen Ort. Damit sind wir schnell fertig, denn es gibt nur eine "Hauptstraße", die in Verlängerung der "Pilger-Brücke" längs durch Molinaseca verläuft - die Calle Real. Ein oder zwei nette Gassen zweigen noch ab - das ist alles.

20180920 Molinaseca Strasse20180920 Molinaseca 2

Interessant ist natürlich auch der Bereich rund um die "Pilger-Brücke", wo eine Bademöglichkeit angelegt wurde und ein nettes Restaurant einlädt.

20180920 Molinaseca

Auch Christa und ich lassen uns hier für einen kleinen Snack zum Abendessen nieder. Solche etwas lebendigen Orte wie Molinaseca gefallen uns. Es ist klar, dass wir mindestens noch einen Tag hier bleiben.


21. September 2018

  • Molinaseca

Die Nacht verläuft ruhig, die Kirchturmuhr ist zwar zu hören, aber nur wenn man wach ist...

Nach dem Frühstück gehe ich bei der Tourist-Info vorbei und werde dort mit einer kleinen Wanderkarte versorgt. Es gibt nur einen gekennzeichneten Wanderweg in der Nähe - den Weg zu den alten Römer-Brücken Puentes de Malpaso.

Der komplette Rundweg, der auf einem Teil der Strecke über den Jakobsweg verläuft, ist etwa 12 km lang. Wir wollen aber nur die halbe Strecke laufen und bei den Brücken wieder umkehren.

Eigentlich sollte es heute bewölkt sein, aber die Sonne begleitet uns doch den ganzen Tag. Da ist es gut, dass ein Teil der Strecke durch schattigen Wald führt.

20180921 RutaMalpaso1

Leider sind gerade im Wald und dort, wo der Río Meruelo ganz nah ist, Unmengen von Fliegen und Mücken auf Nahrungssuche. So etwas hatte ich bisher nur in Schweden erlebt. An den Stellen, wo man ein bisschen mehr klettern muss, befreit uns der Wind kurzzeitig von den Quälgeistern.

20180921 RutaMalpaso2

Nach knapp einer Stunde erreichen wir die erste der beiden Brücken - La Puente Pequeña (dt.: die kleine Brücke). Auf den ersten Blick ist so gut wie nichts zu erkennen, alles ist zugewachsen.

Ein paar hundert Meter weiter sind wir bei der zweiten Brücke - La Puente Grande, die zumindest tatsächlich entsprechend ihrem Namen etwas größer ist. Aber erst nachdem ich ein Stück durch das Unterholz klettere kann ich die Brückenkonstruktion erkennen. Auch hier hat die Natur schon fast alles verschluckt.

Nach dieser Erkenntnis klettere ich auf dem Rückweg auch bei der kleinen Brücke etwas nach unten (wobei ich natürlich fast von den Moskitos aufgefressen werde) und kann nun zumindest auch hier etwas von der alten Brücke sehen.

20180921 PuenteGrande 20180921 PuentePequeno

Zu einer anderen Jahreszeit oder bei anderem Wetter könnte die Fliegen-/Mücken-Plage völlig anders sein. Ohne diese lästigen Gesellen ist die Ruta de Puentes de Malpaso eine ganz hübsche und nicht zu anstrengende Wanderung. Nach 2¼ Stunden sind wir wieder zurück in Molinaseca.

20180921 MolinasecaUmgebung