21. August 2018

  • Benasque
  • Cerler

Gestern haben Christa und ich natürlich noch einen kleinen Rundgang durch den Ort Benasque gemacht - man muss ja schließlich wissen, wo es nette Bars,  Restaurants oder einen Supermarkt gibt.

Das Angebot an Restaurants ist wie zu erwarten war relativ groß, und je einen kleinen Eroski- und Simply-Supermarkt haben wir auch entdeckt. Damit steht einem Aufenthalt von ein paar Tagen nichts im Weg.

Ansonsten ist der Ort überschaubar.

20180821 Benasque Bruecke20180821 Benasque Platz20180821 Benasque Kirche

Für heute ist ab dem Nachmittag etwas Regen gemeldet. Noch sieht es aber überhaupt nicht danach aus, deshalb ist erst einmal eine Wanderung angesagt. Es bietet sich der Weg nach Cerler an. Dieser Ort liegt ein paar hundert Meter oberhalb von Benasque. Der Weg ist nicht zu lang und nicht zu steil, und am Ziel gibt es die Möglichkeit zum Mittagessen in hübscher Umgebung.

Der Weg führt meist durch schattigen Wald, was bei Temperaturen um 30°C natürlich sehr willkommen ist.

20180821 Wanderung

Wir schaffen den Weg etwas schneller als in den vorgesehenen 1¾ Stunden. In Cerler finden wir uns sofort wieder zurecht, denn hier waren wir schon vor fast genau 4 Jahren, im August 2014.

20180821 Cerler

Damals hatten wir hier oben auf etwa 1500m Höhe mit dem Wohnmobil mehrere Tage übernachtet, und zwar auf dem eigens eingerichteten Wohnmobil-Parkplatz bei der Ski-Station.

Heute ist der Platz komplett leer, während vor vier Jahren hier noch sehr viele Wohnmobile standen. Vermutlich ziehen viele Wohnmobilisten inzwischen die etwas komfortableren Stellplätze mit Ver- und Entsorgung vor. Für mich hat dieser Platz in Cerler immer noch seine Berechtigung: hier ist es sehr ruhig, die Aussicht ist genial, und von hier aus kann man tolle Bergwanderungen machen.

Vielleicht sollte es sich die Verwaltung aber auch abgewöhnen, den eigentlich für Wohnmobile reservierten Platz für das Lagern von Baumaterial zu nutzen. Es bleibt zwar genug freie Fläche, und die meisten Wohnmobile stehen sowieso lieber auf der anderen Seite, aber irgendwie stört es doch.

20180821 Cerler Stp

Wie angekündigt ziehen am frühen Nachmittag Wolken auf. Wir machen uns auf den Rückweg und sind nach einer guten Stunde wieder im Tal.

Die Bewölkung trägt nur unwesentlich zur Abkühlung bei, Regen gibt es gar nicht. Erst spät am Abend werden die Temperaturen im Wohnmobil wieder angenehm.

Ich frage mich, warum ich nicht oben in Cerler stehe, wo es immer ein paar Grad kühler ist, wo es ruhig und leer ist, während hier unten genau das Gegenteil ist...

20180821 Benasque StpAbends

22. August 2018

  • Benasque
  • Plan de Senarta
  • Los Baños

Auch für heute ist wieder ab Nachmittag Regen und Gewitter gemeldet. Und zwar in der ganzen Gegend.

Wir machen das beste daraus - einen Ausflug mit dem Wohnmobil bis an das Ende des Tals Valle de Benasque.

Damit wir nicht einrosten, verbinden wir den Ausflug mit einer kleinen Wanderung.

Ich fahre ein paar Kilometer bis zum sogenannten Plan de Senarta, einer kleinen Ebene neben dem Río Ésera, wo es eine Parkmöglichkeit auch für größere Fahrzeuge gibt.

20180822 PlanDeSenarta P

Es ist natürlich kein Zufall, dass ich gerade hier parke - der Plan de Senarta ist nämlich eine sogenannte "Zona acampada", wo "freies" Camping erlaubt ist. Natürlich will ich prüfen, ob das als Stellplatz bei Womo-Iberico eingetragen werden kann.

20180822 PlanDeSenarta CP

Nach eingehender Begutachtung komme ich zu dem Schluss, dass dieser Platz durchaus als Wohnmobil-Stellplatz geeignet ist. Und außerhalb der Sommer-Hochsaison kann man hier sogar kostenlos stehen.

Am Plan de Senarta starten einige Wanderwege. Wir wählen den einfachsten - am Fluss entlang tiefer ins Tal hinein, wo kurz hinter dem Campingbereich der Naturpark Posets-Maladeta beginnt (benannt nach den über 3000m hohen Bergen links und rechts des Tals).

20180822 Naturpark

Nach etwa 5 km erreichen wir den Plan de Turpí, wieder eine kleine Ebene im ansonsten schmalen Tal, wo sich eine Herberge mit Restaurant angesiedelt hat.

Ich bin überrascht, dass ich auch hier ein Wohnmobil auf einer Wiese stehen sehe, und stelle dann fest, dass das Hotel Turpí auch einen kleinen privaten Campingplatz unter dem Namen "Los Baños" betreibt.

20180822 Cp LosBanos

Nach einem etwas behelfsmäßigen Mittagessen mit Tortilla und Pizza wandern Christa und ich wieder den selben Weg zurück zum Wohnmobil.

Nun beginnt der dritte Teil des Ausflugs - ich fahre mit dem Wohnmobil weiter ins Tal hinein, bis es nicht mehr weitergeht, zumindest nicht mit dem Fahrzeug.

Die Hauptstraße A-139 endet einfach. An ihrem Ende haben sich einige Kletter-Freunde mit ihren Wohnmobilen und der ganzen Kletterausrüstung mitten auf der Straße niedergelassen.

20180822 A139Ende

Von hier aus geht es tatsächlich nur noch mit Klettern weiter: entweder nach oben in die Region der Dreitausender, oder nach unten, in die Ebene beim Hospital de Benasque, das heute ein Hotel ist.

20180822 Hospital

Hier ist nicht nur im Sommer sondern vor allem im Winter Saison. In einer Höhe von 1800m ist dies eine ideale, schneesichere Lage für den Ski-Langlauf.

Hinter dem Hospital geht eine Straße noch einige Kilometer weiter ins Tal bis La Besurta, aber dort fährt nur noch ein Bus, keine privaten Autos.

Diesen Teil des Tals hebe ich mir für den nächsten Besuch auf.

20180822 ValleDeBenasque

24. August 2018

  • Benasque
  • Sabiñánigo
  • Biescas
  • Panticosa

Nach vier Tagen in Benasque gibt es heute wieder einen Ortswechsel. Etwa 140 km ist das Ziel entfernt, aber immer noch in den Pyrenäen.

Der Ort Panticosa hat vor allem im Winter Hochsaison, aber wie alle in den Bergen liegenden Orte ist auch im Sommer einiges los. Die umgebenden Dreitausender sind natürlich ein Bergwander- und Kletter-Paradies.

Vorher muss ich noch etwa 30 km durch das Tal des Río Ésera nach Süden fahren, was für den einen oder anderen Wohnmobilfahrer eine echte Herausforderung sein könnte. Die Straße N-260 bis zum Ort Campo ist schmal, und überhängende Felsen machen die Sache manchmal noch spannender. Und dann gibt es natürlich an den unpassendsten Stellen Brummi-Gegenverkehr. Ich kenne diese Strecke schon von einer früheren Reise und bin froh, dass ich jetzt ein 15 cm schmaleres Fahrzeug habe.

20180824 Tunnel20180824 Gegenverkehr

Auch der weitere Verlauf der N-260 (die sogenannte Pyrenäen-Achse) bis über Aínsa hinaus ist kurvig und anspruchsvoll. Aber irgendwann ist der Ort Sabiñánigo erreicht.

Eigentlich sollte dies das heutige Etappenziel sein, aber zur Zeit ist der kommunale Wohnmobil-Stellplatz gesperrt, weil das jährliche Sommerfest dort stattfindet. Ich fahre aber zumindest zum örtlichen Mercadona-Supermarkt, um den Grundbedarf für die nächsten Tage zu decken.

Nach dem Einkaufen und dem Mittagessen geht es weiter, und zwar nach Norden durch das Tal des Río Gállego, wieder hinauf in die Bergwelt der Pyrenäen.

Zuerst komme ich an dem Ort Biescas vorbei. Hier wurde vor einiger Zeit auf einem großen, allgemeinen Parkplatz ein offizieller Übernachtungsplatz für Wohnmobile eingerichtet.

Der Platz hat mir auf Anhieb nicht gefallen, und weil ab morgen früh um 6 Uhr sowieso Parken verboten ist (weil Samstags Markt ist), fahre ich nach ein paar Fotos gleich wieder weiter.

Jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Ort Panticosa.

Hier wurde auf einem der Großparkplätze an der Seilbahn-Station ein Wohnmobil-Stellplatz eingerichtet. Auch wenn die Ver- und Entsorgung nur sehr einfach ist, steht man hier ganz gut.

20180824 Panticosa Stp

Das Wetter ist noch sehr schön, obwohl schon wieder Wolken aufziehen. Christa und ich schauen uns erst mal die Möglichkeiten an, die die Seilbahn bietet.

Mich schreckt sofort der recht hohe Preis von 18 € pro Person für eine Berg-/Tal-Fahrt ab. Immerhin würde man mit der Kabinenbahn auf 1900m Höhe transportiert und könnte dort oben weiter wandern. Viel Zeit zum Überlegen bleibt nicht, denn der Seilbahnbetrieb geht in diesem Jahr nur bis zum 26. August.

Ein Spaziergang durch den Ort offenbart keine besonderen Highlights. Überall sieht man relativ neue (Ferien-)Wohnungen. Ein Altstadt-Kern bleibt verborgen.

20180824 Panticosa Bach20180824 Panticosa Kirche

Nach der Rückkehr zum Stellplatz ist noch eine ganze Weile ein reges Kommen und Gehen von Wohnmobilen zu beobachten. Die Fluktuation sorgt dafür, dass ich noch einen (hoffentlich ruhigeren) Randplatz übernehmen kann. Schließlich stehen 25 Wohnmobile auf dem Platz

20180824 Panticosa StpAbends

...und während ich diesen Text schreibe, kommt um 0:30 Uhr noch ein Wohnmobil dazu.

25. August 2018

  • Panticosa
  • Baños de Panticosa

Die Nacht ist kalt, aber erträglich, und morgens scheint die Sonne direkt in die Frontscheibe - eine bessere Heizung gibt es nicht. Gleich nach dem Frühstück muss man schon wieder alles verdunkeln, weil es sonst zu heiß wird.

20180825 Panticosa Stp

Während Christa und ich noch überlegen, was wir heute anstellen wollen, brechen andere schon auf. Leider sind einige darunter, die vor der Abfahrt noch die eigentlich nicht vorhandene WC-Entsorgung nutzen.

In vielen Stellplatz-Beschreibungen wird inzwischen darauf hingewiesen, dass man hier keine WC-Kassette ausleeren sollte, weil alle Abwässer ungeklärt in die umgebenden Wildbäche geleitet werden. Ich habe das natürlich überprüft, und tatsächlich endet das offene Abwasserrohr einfach am Hang oberhalb des Baches. Unglaublich!

Anstatt ein Schild aufzustellen, dass hier Baden verboten ist, sollte man lieber ein Schild aufstellen, dass man hier keine Fäkalien entsorgen darf!

20180825 Panticosa Stp noWC20180825 Panticosa Stp Badeverbot


Da für heute ganztägig schönes Wetter gemeldet ist, machen wir einen 8-km-Ausflug bis ans Ende des Tals Valle de Tena zu den Baños de Panticosa. Hier gibt es mehrere Thermalquellen, die schon am Anfang des letzten Jahrhunderts zum Bau von Hotels führten.

Die Lage in dem fast 1700m hoch gelegenen Talkessel ist beeindruckend. Ein kleiner See liegt in der Mitte, und gewaltige Berge wachsen auf allen Seiten in die Höhe bis an die 3000m-Grenze.

20180825 BanosDePanticosa

Besonders gut ist, dass es große Parkflächen gibt, auf denen man auch mit dem Wohnmobil stehen kann. Und es kommt noch besser - auf diesen Parkplätzen darf man auch im Wohnmobil übernachten.

20180825 Banos Stp

Natürlich locken die Berge, und nach einem Besuch bei der Tourist-Info weiß ich, dass es einen etwa einstündigen Rundweg um den Talkessel gibt. Das lasse ich mir nicht entgehen.

Ganz leicht ist der Weg nicht, mit Sandalen oder Schläppchen sollte man hier nicht herum laufen. Aber Christa und ich sind gut vorbereitet und können uns an dem tollen Panorama erfreuen.

20180825 Banos Gebirge20180825 Banos Wanderung20180825 Banos Bruecke

Wir schaffen die Runde in der vorgesehenen Zeit, so dass noch einiges vom Nachmittag übrig ist. Es stellt sich die Frage, ob wir hier oben übernachten wollen. Das Wetter ist noch immer schön, aber für die Nacht ist eine Minimum-Temperatur von nur 1°C angekündigt. Das ist mir doch zu kalt.

Ich fahre also wieder bergab nach Panticosa zum Parkplatz an der Seilbahn, der etwa 500m tiefer liegt (was immerhin einen Temperatur-Unterschied von ca. 5°C ausmacht). Fast an der selben Stelle wie gestern erwische ich einen freien Platz.

Für morgen ist nun ein Ruhetag vorgesehen, bevor es weiter entlang der Pyrenäen-Gebirgskette Richtung Westen geht.

27. August 2018

  • Panticosa
  • Jaca
  • Astún

Die Sommer-Saison in den Bergen geht zu Ende. Ab heute fährt die Kabinenbahn in Panticosa nicht mehr, es stehen nur noch wenige Wohnmobile auf dem Platz, alles ist schon viel ruhiger. Der Abschied von diesem Platz fällt mir schwer.

20180827 Panticosa Stp

Für die nächsten Tage ist etwas Regen und Gewitter gemeldet worden, aber heute soll es noch einmal richtig schön werden. Das will ich nutzen, um auch noch das letzte Ziel in den Hoch-Pyrenäen anzusteuern - die Skistation Astún auf 1700m Höhe.

Vorher muss ich erst wieder aus dem Valle de Tena hinaus fahren bis Sabiñánigo, um dann einige Kilometer weiter westlich bei Jaca wieder in das nächste Tal hinein zu fahren.

In Jaca besuche ich noch den örtlichen kommunalen Stellplatz und nutze die dortige Ver- und Entsorgungsstation. Am Ortsrand werden beim DIA-Supermarkt noch die Vorräte aufgefrischt und die SIMYO-Mobilfunkkarte aufgeladen, dann geht es wieder in die Berge.

Auf der N-330 geht es durch das Tal des Río Aragón nach Norden bis kurz vor die Grenze zu Frankreich bei dem Wintersportort Candanchú.

20180827 Candanchu

Hier ist man schon wieder mitten drin in der tollen Gebirgskulisse der Pyrenäen, und nur wenige Kilometer weiter erreiche ich die Skistation Astún.

In Astún wurde auf dem großen allgemeinen Parkplatz ein Park- und Übernachtungsplatz für Wohnmobile reserviert, der im Winter und im Sommer gern genutzt wird.

20180827 Astun Stp

Wir sehen, dass einer der Sessellifte noch in Betrieb ist, und beschließen sofort, die Gelegenheit zu nutzen, eine kleine Höhenwanderung zu machen.

Der Lift mit dem vielsagenden Namen Telesilla a los Lagos bringt uns auf etwa 2100m Höhe. Hier oben beginnt ein Rundwanderweg zu verschiedenen kleinen Bergseen (die man in dieser Gegend Ibón nennt).

20180827 Astun Lift

Da die letzte Talfahrt um 17:30 Uhr stattfindet, müssen wir uns etwas beschränken und können nicht alle 5 oder 6 Seen abklappern.

Wir starten am Ibón de Truchas und wandern zum Ibón de Escalar.

20180827 IbonDeTruchas20180827 IbonDeEscalar

An der nächsten Bergkuppe finde ich ein Schild mit der Höhenangabe (2169m) und dem Namen des Hügels "Col des Moines" - das hört sich französisch an. Und richtig - genau hier verläuft die Grenze zwischen Spanien und Frankreich.

Wir wandern ohne Passkontrolle noch etwas weiter und staunen über die tolle Aussicht. Das Panorama auf diesem Weg ist sensationell. Ich bin schon viel in den Bergen herum gekommen und für mich zählt dies hier mit zum Besten - der Parc National des Pyrénées.

20180827 Astun Wanderung

Nach knapp zwei Stunden sind wir gegen 17 Uhr wieder zurück beim Sessellift, und können uns im Tal in einer Cafetería etwas ausruhen - natürlich mit reichlich Getränk und Kuchen.

Der mittags ziemlich volle Parkplatz leert sich langsam, und gegen Abend stehen fast nur noch die Wohnmobile auf dem Platz, die hier übernachten wollen.

Auch wir bleiben hier, obwohl ich dem Wetterbericht nicht ganz traue - es ist eine Tiefsttemperatur von 17°C gemeldet! Eigentlich unvorstellbar auf 1700m Höhe.

20180827 Astun StpAbends