17. Mai 2026

  • Benavente

Meine vorherigen Bedenken wegen der Lage des Stellplatzes in Benavente neben einem großen Supermarkt waren wohl unnötig - die Nacht von Samstag auf Sonntag war sehr ruhig, und heute ist auch kein Lärm zu erwarten, denn der Supermarkt ist sonntags geschlossen.

Einen Stadtrundgang kann man aber auch sonntags machen. Bei schönem Wetter spazieren Christa und ich hinauf in das historische Zentrum, wo sich rund um die Hauptkirche "Santa María del Azogue" und die Plaza Mayor Restaurants und Bars angesiedelt haben.

20260517 Benavente Kirche20260517 Benavente PlazaMayor

Auf einer Anhöhe am Ortsrand liegt am Ende einer Grünanlage ein Hotel (Parador), das in dem ehemaligen Castillo von Benavente errichtet wurde.

20260517 Benavente Parador

Die Grünanlage wird leider gerade renoviert und ist nicht zugänglich. Auch auf einen Besuch im Parador verzichten wir heute, aber nicht auf einen Café-con-leche in der Bar "Epoka".

 

18. Mai 2026

  • Benavente

  • Barcial del Barco

  • Villabrázaro

Wir sind schon vier Wochen in Spanien und haben bisher die Fahrräder noch nicht aus der Garage geholt - entweder war das Wetter zu schlecht oder es war kein Vía Verde in der Nähe.

Diesmal passt alles - die ehemalige Eisenbahnlinie, die Plasencia im Süden mit Astorga im Norden verbunden hatte, verläuft heute als Vía Verde "Ruta de la Plata" durch Benavente.

Wir starten unsere Radtour am ehemaligen Bahnhof von Benavente und fahren zuerst ca. 8 km nach Süden durch das grüne Tal des Río Esla. Mehrere große Brücken-Konstruktionen machen dieses Teilstück sehr abwechslungsreich.

20260518 VV Plata RioEsla120260518 VV Plata 520260518 VV Plata RioEsla2

In der kleinen Ortschaft Barcial del Barco endet der Ausbau der Vía Verde beim ehemaligen Bahnhof.

20260518 VV Plata 4

Auf dem Rückweg nach Benavente filme ich die Überquerung des Río Esla auf der 250m langen Eisenbrücke. Mit diesem Video-Clip [*.mp4, 170MB] kann jeder mitfahren.

Von Benavente geht der Vía-Verde-Ausbau noch ca. 17 km weiter nach Norden. Wir fahren aber nur noch 8 km bis zum alten Bahnsteig in Villabrázaro, denn so interessant wie im südlichen Teil geht es hier nicht weiter - die alte Eisenbahntrasse verläuft einige Kilometer nur geradeaus.

20260518 VV Plata 3 20260518 VV Plata 3

Als wir schließlich Benavente wieder erreichen, haben wir etwa 35 km mit dem Fahrrad zurückgelegt.

Und oberhalb des alten Bahnhofs begrüßt uns das Wahrzeichen von Benavente - das (umgebaute) Castillo, der heutige Parador.

20260518 Benavente Parador

 

19. Mai 2026

  • Benavente

  • Santa Croya de Tera

  • Mombuey

  • Manzanal de Arriba

  • Puebla de Sanabria

Bei den vielen neuen Wohnmobil-Stellplätzen, die in den letzten zwei, drei Jahren entstanden sind - gerade in Nord-Spanien - fällt es mir schwer zu entscheiden, welche Plätze meine Reiseroute bestimmen sollen, denn alle werde ich wohl nicht mehr persönlich besuchen können.

Klar ist aber, dass Stellplätze, die direkt bei einem "Pueblo bonito" oder einer "Vía Verde" liegen, eine hohe Priorität haben. Das gilt z.B. für den Ort Puebla de Sanabria, der deshalb das heutige Tagesziel ist.

Wie üblich schaue ich unterwegs noch bei den in der Nähe der Route liegenden Wohnmobil-Stellplätzen vorbei, um sie zu dokumentieren.

Der erste Stopp erfolgt in dem Ort Santa Croya de Tera, wo es einen Freizeit-Bereich mit Badestelle am Río Tera gibt. Und dort kann man auch mit dem Wohnmobil parken und übernachten.

20260519 SantaCroya PP

Ein paar Kilometer auf der Autobahn A-52 bringen mich schnell voran, und bald erreiche ich den Ort Mombuey. Hier wurde schon vor sieben Jahren ein kommunaler Wohnmobil-Stellplatz eingerichtet, und zwar im Rahmen eines grenzüberschreitenden Projektes mit Portugal unter dem Namen "Raia Norte" (deutsch: Nord-Grenze).

Nach dem Auslaufen des Förderzeitraums bleibt es bei derartigen Projekten oft den beteiligten Städten überlassen, was mit den Stellplätzen passiert. Manche werden geschlossen, oder sie verwahrlosen, oder sie werden von den Städten gepflegt und kostenlos weiter betrieben - so wie in Mombuey.

20260519 Mombuey Stp

Die heutige Route führt im Wesentlichen durch das Tal des Río Tera und ausgedehnte Waldgebiete. Bei einem Abstecher zu einem Stellplatz etwas weiter südlich überquere ich den Fluss auf einem Staudamm (Presa de Cernadilla), von wo aus man einen guten Blick über diese grüne Landschaft hat.

20260519 PresaDeCernadilla

Kurz darauf erreiche ich den Ort Manzanal de Arriba. Auch hier wurde im Rahmen des "Raia Norte"-Projekts ein kommunaler Wohnmobil-Stellplatz eingerichtet, der auch weiterhin genutzt werden kann, allerdings hat man noch keine Lösung für die ehemals kostenpflichtige Wasser-Versorgung gefunden.

Anders als in Mombuey, wo das Wasser jetzt kostenlos ist, gibt es hier kein Wasser mehr. Aber dafür befindet sich gleich neben der Ver- und Entsorgungsstation eine öffentlich zugängliche Waage, auf der ich für 1 € feststelle, dass unser Wohnmobil trotz voller Tanks nicht überladen ist - zumindest wenn ich noch 20 kg abnehme...

20260519 ManzanalArriba Stp

Nach diesem letzten Abstecher für heute geht es schließlich direkt nach Puebla de Sanabria. Dieser Ort gehört zu den "schönsten Dörfern Spaniens" (Los Pueblos más bonitos de España), und man bekommt schon bei der Anreise vor der Tera-Brücke einen Eindruck, warum das gerechtfertigt sein könnte.

20260519 PueblaSanabria

Puebla de Sanabria bietet einen großen kommunalen Wohnmobil-Stellplatz fast direkt am Río Tera. Man muss zwar inzwischen für die Nutzung zahlen und bis in die Altstadt auch ein gutes Stück laufen, aber ich nehme es vorweg - meiner Meinung nach ist es das wert.

20260519 PueblaSanabria Stp


20. Mai 2026

  • Puebla de Sanabria

Nachdem Christa und ich gestern nur ein wenig entlang des Río Tera spaziert sind, steht heute ein Rundgang durch den historischen Teil von Puebla de Sanabria auf der Tagesordnung.

Der Fußweg ist etwa 1.5 km lang und geht etwas bergauf, aber das sollte niemanden davon abhalten, die Altstadt und die Burg aufzusuchen.

Man findet hier die typischen, mittelalterlichen Gassen - eng und schattig, aber meist sehr bunt und sauber.

20260520 PueblaSanabria Gasse120260520 PueblaSanabria Gasse220260520 PueblaSanabria Kirche

Das Highlight der Altstadt ist natürlich die alte Burg aus dem 15. Jh., die man für kleines Geld betreten und über viele Treppen erforschen kann.

20260520 PueblaSanabria Burg220260520 PueblaSanabria Burg1

Der Aufstieg zur obersten Ebene des mächtigen Turms im Zentrum der Burg führt nicht nur zu einer Begegnung mit einem Protagonisten der damaligen Epoche ...

20260520 PueblaSanabria obenC

... sondern bietet auch eine tolle Rundumsicht über den Ort und das Flusstal (mit dem Stellplatz im Hintergrund).

20260520 PueblaSanabria oben120260520 PueblaSanabria oben2

Nach der ganzen Kletterei in der Burg und dem Herumlaufen in den Gassen haben wir uns ein gutes Mittagessen verdient. Das Restaurant "La Guaja" mit einer Terrasse direkt auf der Festungsmauer über dem Flusstal macht das Rennen, und sowohl Christa als auch ich sind anschließend sicher, dass dies eine gute Wahl war.

20260520 PueblaSanabria Bar

Nach der Rückkehr zum Stellplatz stelle ich fest, dass wir fast 7 km in den Beinen haben, und dazu noch viele Treppenstufen und Steigungen, aber es hat sich gelohnt. Der Ort Puebla de Sanabria verdient den Titel "Pueblo más bonito" tatsächlich.

20260520 PueblaSanabria

 

21. Mai 2026

  • Puebla de Sanabria

  • Trefacio

  • Lago de Sanabria

  • Pereiro

  • Cualedro

  • Allariz

Der Wetterbericht hat eine Überraschung auf Lager - es soll neue Hitzerekorde auch in Nord-Spanien geben. Leider in Verbindung mit Unwetter-Risiko, Gewitter und Hagel.

Da trifft es sich gut, dass ich sowieso in die Höhenlagen nördlich von Puebla de Sanabria fahren will, um z.B. den Stellplatz in Porto de Sanabria auf 1200m Höhe zu besuchen. Dort sollte es nicht so heiß sein.

Zuerst geht es aber in den Naturpark "Lago de Sanabria" mit dem einzigen eiszeitlichen Gletschersee Spaniens.

Am Rand des Naturparks befindet sich bei der Ortschaft Trefacio ein Wohnmobil-Stellplatz neben einem Badeplatz am Río Tera.

20260521 Trefacio Stp

Zur Zeit ist hier nichts los, die Bar ist wohl nur im Sommer geöffnet. An heißen Tagen wäre man hier aber sicher gut aufgehoben: viele Schattenplätze, eine Fluss-Badestelle und eine Kneipe - was will man mehr.

Heute mache ich nur ein paar Fotos und fahre weiter zum Lago de Sanabria, wo ich beim Playa de los Enanos (dt.: Zwergen-Strand) einen gar nicht zwergenhaften Parkplatz finde.

20260521 LagoSanabria PP

Der Parkplatz ist viel größer als der kleine Badestrand am See, aber gleich zwei Bars/Restaurants an diesem Platz lassen ahnen, was hier im Sommer los ist.

Christa und ich lassen uns erst einmal in der Beach-Bar "Los Arenales" ein kleines Mittagessen servieren ...

20260521 LagoSanabria Bar

... bevor wir uns dem See widmen, und bei einem Spaziergang durch das Unterholz am Ufer die Ausblicke auf den Lago de Sanabria genießen.

20260521 LagoSanabria Weg

20260521 LagoSanabria20260521 LagoSanabria220260521 LagoSanabria3

Übernachten ist hier im Naturpark natürlich nicht erlaubt, deshalb geht die Fahrt weiter nach Westen, wo endlich Galicien auf uns wartet.

Bisher verlief die Reise ziemlich problemlos, aber heute soll sich das ändern.

Während der Motor läuft ist es kaum zu hören - das aufgeregte Piepsen des Kühlschrank-Alarms - aber sobald das Fahrzeug steht wird klar, dass irgendetwas nicht stimmt. Laut Handbuch meint die Kühlschrank-Steuerung, die Türe wäre nicht geschlossen.

Natürlich ist die Türe geschlossen, aber offenbar ist der Sensor irritiert. Das heißt: alle 2 Minuten 15 Sekunden lang Piepsen. Während der Weiterfahrt kann man das ignorieren, aber spätesten am nächsten Stellplatz muss eine Lösung her.

Entsprechend dem Sprichwort "Ein Unglück kommt selten allein" meldet sich beim nächsten Zündung-Einschalten die Motor-Warnung "Glühkerzen kontrollieren" - immerhin ohne akustische Unterstützung und ohne direkte Auswirkung. Aber der Spaß an der Weiterfahrt läßt doch deutlich nach.

Trotz inzwischen gut 30°C verzichte ich auf die Fahrt in die Berge und denke eher an mögliche Werkstätten für Dometic-Kühlschrank und Fiat-Motor. Die nächste Großstadt mit entsprechenden Kapazitäten ist Ourense, also wird umdisponiert und ich fahre über die A-52 nach Westen.

Kurz hinter der "Grenze" zu Galicien in der Ortschaft Pereiro mache ich einen Abstecher zur Raststätte "Cazador", wo ein Wohnmobil-Parkplatz mit Ver- und Entsorgung angeboten wird.

20260521 Pereiro Stp

Es ist tatsächlich alles vorhanden, was einen Wohnmobil-Stellplatz ausmacht, aber heute möchte ich doch lieber weiterfahren.

Auf der A-52 geht es zügig voran und bald erreiche ich bei dem Ort Cualedro eine Galp-Tankstelle, die schon seit Jahren einen Wohnmobil-Stellplatz anbietet.

20260521 Cualedro Stp

Zur Zeit wird der Stellplatz renoviert, aber für uns wäre er heute sowieso nicht in Frage gekommen. Nach ein paar Fotos geht es weiter.

Inzwischen haben wir uns überlegt, dass wir nicht direkt nach Ourense fahren (dort gibt es keinen zentrumsnahen Stellplatz), sondern etwa 20 km vorher den kommunalen Wohnmobil-Stellplatz in Allariz aufsuchen, um dort in aller Ruhe die nächsten Schritte zu überlegen.

20260521 Allariz Stp


22 - 23. Mai 2026

  • Allariz

Die letzte Nacht haben wir ohne störendes Kühlschrank-Piepsen verbracht - wir haben ihn einfach ausgeschaltet. In weiser Voraussicht haben wir gestern schon bei einer Tankstelle einen Beutel mit Eiswürfeln gekauft und damit unseren Kühlschrank-Inhalt bisher kühl gehalten. Das soll aber keine Dauerlösung werden.

Leider muss man für jede Art von Reparaturversuch die Kühlschranktür öffnen - und heute erreicht das Thermometer über 33°C (im Schatten!). Immerhin ist hinterher der Kühlschrank abgetaut und wieder voll kühlfähig (was leider schlecht genug ist).

Eine richtige Reparatur versuche ich gar nicht erst - mein Ziel ist, das Piepsen abzustellen. Da ich auf die Schnelle keinen Stecker oder eine Kabelverbindung finde, die man einfach trennen könnte (der Piepser ist auf die Platine gelötet), kommt die "Brute Force"-Methode zum Einsatz: mit einem Bohrer zerstöre ich die Piepser-Membrane, so dass nur noch ganz, ganz leise Töne zu vernehmen sind - also eigentlich gar nichts mehr.

Das Thema Kühlschrank ist damit für mich erst einmal abgehakt, jetzt können wir uns wieder mit der Stadt Allariz beschäftigen, die auf dem Pilgerweg von Südspanien nach Santiago liegt (Camino Mozárabe).

Mehrere Kirchen, ein großes Kloster und die in Galicien häufig zu findenden Steinkreuze zeugen von der Bedeutung dieses Ortes auf dem Pilgerweg.

20260522 Allariz IgrexaSanBieito20260522 Allariz Convento20260522 Allariz Kreuz

Der Altstadt-Bereich befindet sich auf einem Hügel. Hier kommt man auch ohne die aktuell hohen Temperaturen ganz schön ins Schwitzen. Allerdings gibt es in den Gassen auch viel Schatten, und etliche Bars/Restaurants bieten Abkühlung.

20260522 Allariz Casa

Man kann zur Abkühlung oder einfach zum Spazierengehen auch die Grünanlagen an den Ufern des Río Arnoia aufsuchen.

20260522 Allariz Puente20260522 Allariz Park

Ein Teil davon, gleich neben dem Wohnmobil-Stellplatz, wird für ein jährliches Festival der Garten-Kunst genutzt (Festival Internacional de Xardíns de Allariz). Der Eintrittspreis von 2 € (bzw. 1 € für Rentner) hat eher symbolischen Charakter. Wir haben auf jeden Fall Spaß gehabt.

20260522 Allariz Spiegel

 

24. Mai 2026

  • Allariz

  • Vilanova dos Infantes

  • Cortegada

  • O Porriño

  • Nigrán

Nach drei Tagen in Allariz weiß ich, dass der Kühlschrank grundsätzlich weiter kühlt, der Alarm ist nicht mehr zu hören, also gibt es an dieser Front erst mal Entwarnung.

Auch die Glühkerzen-Meldung des Fiat-Motors scheint den Motor selbst nicht zu stören. Solange er anspringt und die Meldung immer wieder vom Display verschwindet, werde ich mich während der weiteren Reise nicht darum kümmern.

Heute geht es also weiter, und zwar den kühleren Temperaturen entgegen. Während z.B. in Ourense über 30°C erwartet werden, soll es an der Atlantik-Küste deutlich angenehmer werden. Unser Tagesziel ist deshalb der Küstenort Nigrán, südlich von Vigo.

Vorher machen wir noch einen Abstecher nach Vilanova dos Infantes, ein weiteres der "schönsten Dörfer Spaniens" (Los Pueblos más bonitos de España).

20260524 VilanovaInfantes

Das Dorf ist sehr überschaubar und wir halten uns hier nicht sehr lange auf, aber es ist tatsächlich ein hübsches, sehr sauberes Dorf mit einigen interessanten Ecken.

Dazu gehört die Kirche San Salvador mit dem dortigen Friedhof, und natürlich der alles überragende alte Wehrturm. Aber auch mehrere alte Speicher (Hórreos), die in Galicien weit verbreitet sind, und der Hauptplatz Praza Maior mit Arkaden und Torbögen tragen zum hübschen Ortsbild bei.

20260524 VilanovaInfantes Kirche20260524 VilanovaInfantes Turm20260524 VilanovaInfantes Horreos20260524 VilanovaInfantes Platz

Wer mit dem Wohnmobil nach Vilanova dos Infantes fährt, für den kommt nur ein Parkplatz in der Nähe der Kirche in Frage - und der ist wohl immer gut gefüllt, weil es der einzige Besucher-Parkplatz ist (GPS: 42.1652, -7.9562).

20260524 VilanovaInfantes PP

Der Spaziergang durch das Dorf dauert weniger als eine Stunde. Auf das Besteigen des Turms verzichten wir, weil das nur im Rahmen einer Führung möglich ist.

Die Fahrt geht weiter nach Westen bis wir den Río Miño erreichen. Hier liegt der Ort Cortegada, der vor gut einem Jahr einen kommunalen Wohnmobil-Stellplatz eingerichtet hat.

20260524 Cortegada Stp

Mit der Gestaltung des Stellplatzes hat man sich einige Mühe gegeben, aber die Lage weit weg von der Stadt und dem Fluss ist schlecht gewählt.

Ich überquere bei Cortegada das wunderschön grüne Tal des Río Miño ...

 20260524 RioMino

... und komme der galicischen Westküste immer näher.

Die Autobahn A-52 bringt mich schnell nach O Porriño, wo ich mir noch einen weiteren kommunalen Wohnmobil-Stellplatz anschaue.

20260524 Porrino Stp

Auf diesem Stellplatz ist sogar ein Platz im Schatten frei, aber jetzt sind es nur noch wenige Kilometer bis zum Meer - die fahre ich noch.

Bald darauf erreiche ich den Ort Nigrán und fahre direkt zu dem erst vor wenigen Monaten eröffneten neuen privaten Stellplatz "Ledicia Camper Park".

20260524 Nigran Stp

Auf diesem Platz werden Christa und ich die nächsten fünf Tage verbringen - länger als an irgend einem anderen Ort dieser Reise. Und dann werden wir so langsam an die Rückreise denken.

 

25. - 28. Mai 2026

  • Nigrán

Die Hitze bleibt uns erhalten, aber solange die Kühlschrank-Belüftung im Schatten liegt, ist alles gut. Leider hält sich die Sonne vormittags nicht daran, so dass ich erst mit einer mehr oder weniger kunstvollen Konstruktion den erwünschten Effekt erziele.

20260526 Nigran Stp Womo

Der Ort Nigrán besteht aus großflächigen Wohnsiedlungen, die sich auf einige Hügel verteilen. Auch der Stellplatz liegt etwa 50m über dem Meeresspiegel. Man muss also immer bergauf oder bergab.

Viel zu sehen gibt es in Nigrán nicht. Das einzige auffällige Gebäude ist die moderne Kirche Igrexa de San Xoán Bautista, die außen und innen sehenswert ist.

20260526 Nigran Kirche20260526 Nigran KircheInnen

Ansonsten begnügt sich der Ort mit einem wirklich schönen, weitläufigen Badestrand, der im Sommer Unmengen Badegäste anlockt.

20260526 Nigran PlayaPanxon

Natürlich wurden immer schon auch sehr viele Wohnmobilisten angelockt, die mit ihren großen Fahrzeugen die oft kleinen Parkplätze belegten - und das auch über längere Zeit.

Seit 2022 gibt es eine städtische Verordnung (Ordenanza Municipal), die den Aufenthalt von Wohnmobilen im Bereich der Strände regelt. Dazu wurden an fünf Stellen der verschiedenen Strand-Parkplätze für jeweils 5-8 Wohnmobile reservierte Zonen ausgewiesen. Seitdem dürfen Wohnmobile tagsüber an keinen anderen Stellen in Strandnähe parken. Einmalige Übernachtungen sind erlaubt.

20260527 Nigran Schild OM20260527 Nigran Schild P

Nachdem ich jahrelang gezögert habe, diese Parkzonen bei "womo-iberico" einzutragen, schaue ich mir die Situation jetzt persönlich an. Zwei ausgedehnte Spaziergänge führen Christa und mich an die verschiedenen Strandabschnitte zu allen fünf Wohnmobil-Parkzonen.

Dabei komme ich zu dem Schluss, dass alle durchaus als "Parkplatz zum Übernachten" geeignet sind. Allerdings gibt es offenbar sehr unterschiedlichen Bedarf, denn einige Parkzonen sind komplett belegt, andere weitgehend leer, obwohl alle direkt am Strand liegen.

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Auf dem Rundgang entdecken wir eine Kuriosität, die nachdenklich macht und die leider die Wirklichkeit in den Ozeanen wiederspiegelt - eine Skulptur (Escultura "Balmi"), die einen Wal darstellt, gebaut mit Müll aus dem Meer ...

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