13. - 14. Juni 2026

  • Meira

  • San Tirso de Abres

  • Ría de Abres

  • Tapia de Casariego

  • Navia

Von Meira fahre ich auf der N-640 nach Norden in Richtung Pontenova, denn heute steht mal wieder eine Radtour auf einer Vía Verde auf der Tagesordnung. Im Tal des Río Eo, der über weite Strecken die Grenze zwischen Galicien und Asturien bildet, wurde aus der Bahntrasse einer ehemaligen Minenbahn die Vía Verde del Eo.

20260613 VV Eo Turm

Sowohl in Pontenova als auch am anderen Ende der Vía Verde in San Tirso de Abres gibt es einen Wohnmobil-Stellplatz. Wir wollen die Radtour in San Tirso de Abres starten und beenden, und gegebenenfalls dort anschließend übernachten.

In der Nähe des Startpunktes der Vía Verde gibt es einen allgemeinen Parkplatz (GPS: 43.4124, -7.1452), der sich zum Ein- und Ausladen der Fahrräder gut eignet (übernachten darf man hier nicht).

20260613 SanTirso PP

Wir sind extra früh aufgestanden, um nicht am Nachmittag in die angekündigten 30°C zu geraten. Allerdings ist es schon beim Losradeln sehr warm, und so sind wir froh, dass große Teile der Strecke im Schatten verlaufen.

Einen Wermutstropfen gibt es aber - gleich am Beginn des Radwegs besagt ein Hinweisschild, dass die Vía Verde nach wenigen Kilometern wegen Steinschlag in einem Tunnel gesperrt ist.

Wir lassen uns nicht beirren und radeln los. Etwa 5 Kilometer geht es gut voran. Wir überqueren den Fluss auf einer Eisenbrücke und durchqueren Berge in unbeleuchteten und beleuchteten Tunneln.

20260613 VV Eo Bruecke120260613 VV Eo Tunnel120260613 VV Eo TunnelC

Aber dann ist tatsächlich Schluss. Der angekündigte Steinschlag wurde noch nicht aufgeräumt und wir stehen vor einem gesperrten Tunnel.

20260613 VV Eo Cortado

Der Versuch, das Hindernis zu umgehen, scheitert. Wir kehren um und packen die Fahrräder wieder in die Garage.

Um der Sache wenigstens etwas Positives abzugewinnen, fahre ich noch zum Wohnmobil-Stellplatz in San Tirso de Abres. Aber irgendwie ist heute der Wurm drin - der Stellplatz ist mit dem Wohnmobil nicht erreichbar, weil genau vor der Einfahrt der Weg aufgerissen wurde.

20260613 SanTirso Stp

Eigentlich ist an dieser Stelle die Ver- und Entsorgungsstation - vielleicht wird sie endlich vollständig ausgebaut, denn der Stellplatz direkt neben der kleinen Kapelle ist ganz nett.

20260613 SanTirso Stp Kapelle

Etwas frustriert machen wir uns wieder auf den Weg nach Norden, wo als Plan B ein Stellplatz an der Küste wartet.

Unterwegs schaue ich mir noch den kommunalen Wohnmobil-Stellplatz in Ría de Abres an, der allerdings nicht unsere Vorstellung für die heutige Übernachtung erfüllt.

20260613 RiaAbres Stp

Ich fahre also weiter entlang der Ría de Ribadeo (wo der Río Eo ins Meer mündet) mit dem Ziel Tapia de Casariego. Der dortige Wohnmobil-Stellplatz sollte eigentlich - nachdem er mit einer Schranke versehen und nur per Smartphone-App zu buchen ist - nicht mehr so überlaufen sein wie früher. Immerhin gibt es dort 59 Parzellen.

Aber heute geht offenbar alles schief - kurz bevor wir den Ort Tapia de Casariego erreichen, springt die Anzeige in der App auf "voll belegt" um. Ich stehe dann natürlich vor einer geschlossenen Schranke und vergesse sogar, ein Foto vom vollgestopften Stellplatz zu machen.

Jetzt tritt Plan C in Kraft: ca. 20 km weiter auf dem kommunalen Wohnmobil-Stellplatz in Navia sollte eigentlich auch an einem Samstag Nachmittag nicht alles voll belegt sein. Und diesmal haben wir Glück.

20260613 Navia Stp

90 km Landstraße mit einigen Überraschungen sind genug Action für heute - jetzt geht es nur noch in den Schatten einer netten Bar am Hafen zum Café-con-leche con hielo.

20260614 Navia Hafen

Der Ort Navia beherbergt uns nicht zum ersten Mal. Er bietet sich zur Reiseunterbrechung an, weil man direkt neben einem größeren Supermarkt steht, etliche Restaurants/Bars in der Nähe findet, und ein Spaziergang zum Meer mit schönem Sandstrand und Chiringuito für Abwechslung sorgt.

20260614 Navia Strand20260614 Navia Bar

Und ganz nebenbei entdeckt man bei jedem Besuch immer etwas Neues, z.B. dieses ausdrucksstarke Mural (Fassadenbild):

20260614 Navia Mural

 

15. - 16. Juni 2026

  • Navia

  • Villaviciosa

  • Torazu

  • Arriondas

Noch wenige Tage bleiben für interessante Reiseziele, bevor die eigentliche Rückreise-Hektik beginnt. Und da ich schon jetzt nicht mehr dazu komme, den Reiseblog zeitnah zu schreiben, bleiben einige mögliche Ziele unberücksichtigt.

Heute durchquere ich auf der Autobahn A-8  fast ganz Asturien. Es geht an Gijón vorbei bis zum Ort Villaviciosa, wo der kommunale Wohnmobil-Stellplatz nicht weit von einer Autobahn-Abfahrt entfernt ist.

20260615 Villaviciosa Stp

Der Aufenthalt ist nur kurz. Nach ein paar Fotos geht es nicht zurück auf die Autobahn, sondern nach Süden über die Landstraße AS-255 bis zur Abbiegung nach Torazu, einem Ort aus der Gruppe der "schönsten Dörfer Spaniens" (Los Pueblos más bonitos de España).

Mit einem "ausgewachsenen" Wohnmobil im Ort zu parken erweist sich als unmöglich, aber kurz hinter dem Ort befindet sich eine Stelle neben der Hauptstraße (AS-334, GPS: 43.3976, -5.3975), wo zwei Wohnmobile parken können.

20260615 Torazu PP

Christa und ich laufen etwa 300m zurück ins Dorf und dort versuchen wir, die besonderen Ecken zu finden, die den Begriff "Pueblo bonito" rechtfertigen.

Dabei entdecken wir einige hübsch herausgeputzte Häuser und die Kirche, mit ihrem schönen Steintreppen-Aufgang.

20260615 Torazu Haus20260615 Torazu Haus220260615 Torazu Kirche2 

Es gibt außerdem noch einige alte Speicher (Hórreos) und eine Kapelle, sowie ein 4-Sterne-Hotel, das irgendwie gar nicht in den Kontext passt.

Wir verlassen Torazu und fahren noch ein gutes Stück nach Osten bis Arriondas, wo ich mir den neuen kommunalen Wohnmobil-Stellplatz anschauen will.

20260615 Arriondas Stp

Der Stellplatz liegt auf einer Anhöhe über dem eigentlichen Ort. Man braucht also schon etwas Kondition für den Rückweg, wenn man zu Fuß nach Arriondas geht.

Großartige Sehenswürdigkeiten sollte man in Arriondas nicht erwarten. Es gibt aber Grünanlagen und Gastronomie, sowie die hübsche Plaza Venancio Pando.

20260616 Arriondas Plaza

Der Tourismus in Arriondas wird vor allem durch den Río Sella geprägt, mit dem Kanu-Sport im Mittelpunkt, wobei einmal im Jahr ein internationales Event stattfindet, bei dem quasi zeitgleich hunderte Kanus die Sella bis zur Mündung bei Ribadesella flussabwärts fahren.

20260616 Arriondas Sella

 

17. Juni 2026

  • Arriondas

  • Ribadesella

Nach zwei Tagen in Arriondas steht für die Weiterfahrt das Wetter wieder im Mittelpunkt. Sehr hohe Temperaturen und ab und zu Regen mit Gewittergefahr drohen im gesamten Norden Spaniens. Unter diesen Bedingungen wollen wir heute nur bis zur Küste fahren und dort noch einen Tag warten, bis wir die endgültige Rückreise-Planung machen.

Unsere ganz persönliche "Descenso del Sella" (dt.: Sella Abfahrt) erfolgt nicht im Kanu, sondern im Wohnmobil neben dem Fluss bis zur Mündung des Río Sella im Ort Ribadesella.

Diesmal entscheiden wir uns für den kommunalen Wohnmobil-Stellplatz beim Bahnhof, weil man von dort schneller ins Ortszentrum gelangt.

20260617 Ribadesella Stp

Inzwischen ist es wohl üblich (und wird offensichtlich auch toleriert), dass Wohnmobile lieber auf dem unbefestigten Parkplatz gegenüber vom offiziellen Stellplatz stehen. Ich stehe lieber auf einem festen, ebenen Untergrund, und erwische auch einen der fünf möglichen Plätze.

Das Wetter bietet heute nichts Erfreuliches - Nebel über dem Meer und viel Bewölkung, so dass keine schönen Fotos möglich sind.

20260617 Ribadesella Nebel

Da Christa und ich schon mehrfach in Ribadesella waren, ist das Wetter nicht so schlimm - nur lästig, weil man immer auf möglichen Regen achten muss. Da ist es gut, wenn man sich auskennt und weiß, wo es leckeren Kuchen und Café-con-leche gibt.

20260617 Ribadesella Pastelitos

 

18. Juni 2026

  • Ribadesella

  • Puente San Miguel

Die Rückreise-Planung ist in groben Zügen fertig - wegen der zu erwartenden extremen Hitze werden wir nicht diagonal durch Frankreich fahren, sondern noch mindestens eine Nacht in den Höhenlagen der Pyrenäen einschieben.

Heute geht es erst einmal ein Stück weiter entlang der Nordküste, allerdings auf der Autobahn A-8, bis kurz vor Santander.

Das eigentliche Ziel ist Torrelavega, doch wie schon befürchtet, ist dort der offizielle Stellplatz voll belegt (vor allem mit vielen kleinen Vans, die sonst gern betonen, dass sie überall parken können...).

Als Plan B muss der nur wenige Kilometer entfernte kommunale Wohnmobil-Stellplatz im Nachbarort Puente San Miguel einspringen.

20260618 PuenteSanMiguel Stp

Leider ist auch heute das Wetter durchwachsen. Ein kleiner Spaziergang ist aber möglich, und beim anschließenden Café-con-leche achten wir darauf, unter einem Dach zu sitzen - falls es regnet.

20260618 PuenteSanMiguel Bar

 

19. Juni 2026

  • Puente San Miguel

  • Zeanuri

  • Vitoria-Gasteiz

Nachdem ich gestern etwa 100 Kilometer gefahren bin, werden es heute zwischen Puente San Miguel und Vitoria-Gasteiz fast 200 Kilometer sein. Als Tagesziel haben wir Vitora-Gasteiz gewählt, weil es bei den aktuellen sehr hohen Temperaturen die Möglichkeit bietet, sich in schattigen Ecken oder in einem Einkaufszentrum abzukühlen.

Ich bleibe auf der Autobahn A-8 bis Bilbao, wo ich auf die mautfreie Nebenstrecke N-240 wechsele. Hier liegt auch der Ort Zeanuri, der einen kommunalen Wohnmobil-Stellplatz bietet, den ich noch nicht kenne.

20260619 Zeanuri Stp

Es gibt in Zeanuri sogar einige Schatten-Plätze, die wir gern für die Mittagspause nutzen, aber hier übernachten wollen wir doch nicht - nach drei Reisetagen wollen wir mal wieder zwei Tage an einem Ort bleiben, und da bietet sich Zeanuri nicht unbedingt an.

Bald darauf erreichen wir den kommunalen Wohnmobil-Stellplatz in Vitoria-Gasteiz.

20260619 Vitoria Kirmes

Dass mehr als der halbe Stellplatz frei ist, wußten wir schon, weil uns das die Smartphone-App PVerde (mit der man bucht und bezahlt) schon verraten hatte. Ich dachte, das liegt vielleicht an der Kostenpflicht (weil man nebenan auf dem Parkplatz offenbar weiterhin kostenlos parken kann), aber vor Ort wird mir klar, dass es auch daran liegen könnte, dass hier gerade eine Kirmes aufgebaut wird.

Die Veranstaltungen zur etwa einwöchigen Fiesta de San Juan (Johannisfest, zeitgleich mit der Sommer-Sonnenwende) beginnen genau heute, und zwar genau neben dem Wohnmobil-Stellplatz (wo sonst der Wochenmarkt ist).

Na dann Gute Nacht.

 

20. - 21. Juni 2026

  • Vitoria-Gasteiz

  • San Román de San Millán

  • Araia

  • Etxarri Aranatz

  • Canfranc Estación

Wie im Fest-Programm angekündigt endete erst um 2:30 Uhr die Live-Musik. Und dann dauerte es noch eine Zeit lang, bis wirklich Ruhe einkehrte. Schlafen war kaum möglich, zumal es nachts sehr warm blieb.

Das will ich nicht noch einmal mitmachen - statt eines Ruhetages in Vitoria-Gasteiz geht es heute schon in die Höhenlagen der Pyrenäen. Bei Temperaturen über 30°C kann man es im fahrenden Wohnmobil bei laufender Klimaanlage ganz gut aushalten. Und da ich vor allem auf Autobahnen fahre, sind die zu absolvierenden 250 km auch kein Problem.

Einen ersten Halt gibt es schon nach ca. 40 km bei einer Raststätte in San Román de San Millán. Hier schaue ich mir den vorhandenen Wohnmobil-Stellplatz an.

20260620 SanRoman Stp

Ich müsste schon sehr verzweifelt sein, um hier zu übernachten, aber die Ver- und Entsorgungsstation ist nützlich.

Nur 3 km entfernt liegt der kleine Ort Araia, dessen kommunaler Wohnmobil-Stellplatz eine bessere Übernachtungsoption ist. Und  er bietet sich auch für unsere Mittagspause an.

20260620 Araia Stp

Laute Motor-Geräusche und Reifen-Quietschen machen mich neugierig, deshalb spazieren Christa und ich noch ins Ortszentrum, um die Lärm-Quelle zu suchen.

Offenbar wird auch hier der Johannistag gefeiert, und als Beiprogramm führen einige Auto-Enthusiasten ihre alten Schätzchen vor - Golf, BMW, Ford aus den 70er und 80er Jahren, gepflegt und manche auch unüberhörbar getunt.

20260620 Araia

Bei dem Trubel auf den Straßen finden wir kein geeignetes Restaurant, so dass das Mittagessen im Wohnmobil stattfindet. Anschließend geht es weiter auf der A-10 in Richtung Pamplona.

Unterwegs mache ich noch einen kleinen Abstecher in den Ort Etxarri Aranatz. Hier dokumentiere ich nicht nur den kommunalen Wohnmobil-Stellplatz, sondern nutze die Gelegenheit, den Wassertank zu füllen, denn das Wasser ist hier wirklich gut - klar, kalt und ohne Beigeschmack.

20260620 EtxarriAranatz Stp

Die Fahrt geht an Pamplona vorbei, und auf der A-21 beim Yesa-Stausee kreuzen wir die Route vom Beginn dieser Reise - der Kreis hat sich geschlossen.

Das ist aber noch nicht das Ende der Reise, denn kurz darauf sind wir in Jaca und biegen ab in die Bergwelt der Pyrenäen. Erst als wir den Ort Canfranc Estación erreichen ist die heutige Tagesetappe beendet. Auf 1200m Höhe ist die Temperatur tatsächlich erträglich - knapp unter 30°C nach 18 Uhr.

Der hiesige kommunale Wohnmobil-Stellplatz ist gut gefüllt, aber es gibt noch einige wenige freie Plätze. Da heute Samstag ist, hatte ich vorsichtshalber schon heute Mittag online einen Platz reserviert - die Anreise war so etwas entspannter.

20260620 CanfrancEstacion Stp

In dem Ort Canfranc Estación waren Christa und ich schon mehrfach, so dass wir diesmal ohne Aktivitäten-Programm einfach relaxen können.

Es bleibt für mich aber immer eine Herausforderung, das riesige 240m lange Bahnhofsgebäude auf ein Foto zu bannen.

20260621 Canfranc Bahnhof20260621 Canfranc Bahnhof2

22. Juni 2026

  • Canfranc Estación

  • Jaca

  • Castejón de Sos

  • La Seu d'Urgell

Nur wenige Kilometer von Canfranc Estación entfernt, hinter dem Somport-Pass, liegt Frankreich. Von hier aus habe ich schon mehrfach die Rückreise nach Deutschland gestartet. Aber in Frankreich warten bis zu 40°C - das bringt mich auf die Idee, weiter nach Osten zu fahren und noch eine kühle Nacht z.B. in Andorra auf 2000m Höhe zu genießen.

Für so einen Fall kann man die "Pyrenäen-Achse" (N-260, Eje Pirenaico) gut gebrauchen. Diese Ost-West-Verkehrsachse ist zwar gut ausgebaut, aber man muss viele Kurven und Pässe überwinden. Und bis Andorra sind es etwa 350 km - da sollte man schon stressresistent sein.

Bisher bin ich diese Strecke immer in kurzen Etappen gefahren - mal sehen, wie weit es heute geht.

Weil ich in Canfranc Estación an der Ver- und Entsorgungsstation warten müsste (hier kommen auch gern die Wohnmobile zu Besuch, die außerhalb des offiziellen Stellplatzes parken), fahre ich zum Wohnmobil-Stellplatz beim Carrefour-Einkaufszentrum in Jaca, wo es keine Warteschlange gibt.

20260622 Jaca VE

Von Jaca bis Sabiñánigo ist die Autobahn A-23 weitgehend fertig und nutzbar. Danach geht es auf der Pyrenäen-Achse (N-260) über Fiscal und Aínsa nach Castejón de Sos.

Bis hier hin verläuft alles problemlos, aber damit ist jetzt wohl Schluss. Ein merkwürdiges Klack-Geräusch bei jedem Lastwechsel - bremsen, schalten, beschleunigen - lässt mich unruhig werden. Aber der offizielle Wohnmobil-Parkplatz in Castejón de Sos ist nicht weit, und hier werden wir erst mal eine Pause einlegen.

20260622 CastejónDeSos PP

Auf dem offiziellen Parkplatz steht man in der prallen Sonne - bei über 30°C ist das nicht lustig. Nach ein paar Fotos fahre ich wieder hundert Meter zurück zu einem schattigen Parkplatz bei einem Picknick-Bereich, wo wir die Mittagspause verbringen.

20260622 CastejónDeSos PP Ocio

Die Weiterfahrt bringt keine neuen Erkenntnisse bezüglich des Klack-Geräusches. Wenn ich besonders behutsam schalte, ist das Geräusch weniger aufdringlich, aber immer vorhanden, sogar wenn ich nur Gas wegnehme.

Aber das ist noch nicht das größte Problem!

Die N-260 ist zwar keine Achterbahn, aber so ähnlich - von 900 Höhenmeter in Castejón geht es auf fast 1500m hinauf, um dann in El Pont de Suert wieder bei 900m zu landen. Dann geht es "nur" auf 1300m hoch, bis man kurz darauf in La Pobla de Segur bis auf 600 Höhenmeter runter muss.

Irgendwo unterwegs macht sich die Bremsen-Kontrolle bemerkbar. Das gelbe Symbol im Display nervt zusätzlich zu den Klack-Geräuschen, und ich fahre ab sofort möglichst ohne Schalten und ohne Bremsen - bei dem Höhenprofil mit Serpentinen und Steigungen und Gefälle bis 10% eine echte Herausforderung.

Mir ist inzwischen klar, dass ich so nicht nach Andorra auf über 2000m Höhe fahren kann. Es ist naheliegend, kurz vor Andorra den Stellplatz in La Seu d'Urgell anzusteuern und dort eine Werkstatt zu suchen.

Als ich den Ort La Seu schon fast sehen kann, stellt sich noch ein letztes Mal ein Berg in den Weg - auf der Passhöhe Port del Cantó erreiche ich 1720m, nur um bald darauf 1000m tiefer im Tal des Río Segre anzukommen - nassgeschwitzt trotz Klimaanlage, aber das Schlimmste sollte jetzt vorbei sein.

In La Seu d'Urgell fahre ich zum offiziellen Wohnmobil-Stellplatz und atme erst einmal tief durch.

20260622 LaSeu Stp

Bei den weiterhin sehr hohen Temperaturen kann man es nur im tiefsten Schatten aushalten. Der Ortskern von La Seu ist dafür besonders gut geeignet. Hier gibt es Arkaden und enge Gassen, wo nie ein Sonnenstrahl hin kommt. Und es gibt Bars unter dichtem Laubdach - und genau dort lassen wir uns nieder.

20260622 LaSeu Schatten

 

23. Juni 2026

  • La Seu d'Urgell

  • Martinet

In La Seu d'Urgell gibt es zwar etliche Auto-Werkstätten, aber bei Wohnmobilen winken fast alle ab. Immerhin schaut sich jemand von "We Camper" die Bremsbeläge an und meint, die gehen noch... Und bei "Motor Tàrrega" hört sich jemand auf mein eindringliches Bitten hin zumindest das Klack-Geräusch an und kommt zu dem Schluss, es sei die Auspuff-Befestigung...
Einen Werkstatt-Termin gibt es aber frühestens in einer Woche - dann will ich eigentlich schon zu Hause sein.

Ich brauche noch etwas Zeit zum Nachdenken. Aber der Stellplatz in La Seu kommt für eine weitere Nacht nicht in Frage, weil auf dem Festplatz nebenan heute abend ein riesiges Feuer entzündet wird - die Fiesta de Sant Joan (Johannisfest, Mittsommernacht) geht immer mit viel Qualm, Gestank und Lärm einher, das muss ich nicht haben.

Nur wenige Kilometer entfernt gibt es den ruhigen Ort Martinet, dessen kommunaler Wohnmobil-Stellplatz uns schon vor sieben Jahren gut gefallen hat. Das ist für heute wohl das Richtige.

20260623 Martinet Stp

Bei der schon mittags hohen Temperatur von über 30°C verbieten sich körperlich anstrengende Aktivitäten von selbst. Ein kleiner Spaziergang am Rio Segre muss reichen, dann lassen wir uns zum Mittagessen in dem klimatisierten Restaurant "Arrels del Foc" nieder, wo die Steaks sehr gut schmecken und wir es sehr lange aushalten.

Anschließend ist es draußen noch heißer, und die Schönheit des Ortes kann man gar nicht richtig genießen.

20260623 Martinet

Auf Plakaten im Ort können wir lesen, dass auch in Martinet der Johannistag gefeiert wir. Das hört sich aber relativ ruhig und gemütlich an. Allerdings liegt der Festplatz wie auch in La Seu d'Urgell direkt neben dem Stellplatz, und auch hier wird ein kleines Feuer entfacht. Aber das Schlimmste kommt erst nach Mitternacht - bis 3 Uhr morgens werden immer wieder ohrenbetäubende Böller gezündet.
Wieder keine erholsame Nacht.

20260623 Martinet Feuer