Spanien im Winter 2019-20
Von La Marina nach Murcia
9. Dezember 2019
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La Marina
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La Matanza
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Murcia
Den Starkregen vor einer Woche und den spanischen National-Feiertag mit der Puente de Diciembre an diesem Wochenende haben Christa und ich auf dem privaten Wohnmobil-Stellplatz "El Pinet Playa" in La Marina gut überstanden. Das Wetter ist auch im grünen Bereich - jetzt kann es wieder weiter gehen.
Rückblickend hat dieser Stellplatz zwei Gesichter - einerseits gibt es hier Bereiche, die vor allem von Langzeit-Campern bevölkert werden, die möglichst jede Freifläche in Beschlag nehmen. Das ist eigentlich nicht so meine Welt, vor allem wenn es, verbunden mit der entsprechenden Unruhe, direkt neben oder hinter meiner Parzelle stattfindet.
Es gibt aber auf dem Stellplatz auch weniger sesshafte Besucher, so dass durch die Fluktuation immer wieder Plätze frei werden. Damit eröffnet sich oft die Möglichkeit zu einem eventuellen Platztausch. Insgesamt hinterlässt der Stellplatz "El Pinet Playa" nach immerhin 10 Tagen Aufenthalt einen eher positiven Eindruck.
Heute fahre ich nach Murcia, wo ich vor ziemlich genau einem Monat schon einmal war. Damals war ich auf der Flucht vor einer Kältewelle im Inland, jetzt ist dies der Restart der Reise, die weiter nach Süden gehen soll.
Auf dem Weg nach Murcia mache ich in der Nähe von Orihuela einen kleinen Abstecher zu einer privaten Finca, die einen Stellplatz für Wohnmobile anbietet.
Die Finca "Bon Bini" war im September von den damaligen katastrophalen Regenmengen, genau wie die gesamte Region, stark betroffen und in der Folge zeitweise außer Betrieb. Jetzt ist alles wieder sauber und läuft. Nur die letzten 100m der Zufahrt lassen noch erahnen, wie es hier einmal ausgesehen hat.
Nach einer Unterhaltung mit dem Platzbetreiber, der mir ausführlich die Einrichtungen von "Bon Bini" zeigt, fahre ich zur nahen Autobahn A-7 und dann weiter nach Murcia zum kommunalen Wohnmobil-Stellplatz beim Einkaufszentrum "Centro Comercial Thader". Zufällig ist auf dem Parkplatz genau die selbe Stelle wieder frei, wo ich auch beim letzten Mal gestanden habe.
Den restlichen Nachmittag verbringen Christa und ich im Einkaufszentrum beim "Shoppen" und beim Kaffee-Trinken, und wir informieren uns schon einmal über die Straßenbahn, die uns morgen in die City bringen soll - zur Stadtbesichtigung und abends zum Betrachten der Weihnachtsbeleuchtung.
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- Geschrieben von gg-iberico
Murcia - Stadtbesichtigung
10. Dezember 2019
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Murcia
Um keinen Stress aufkommen zu lassen wird der Besuch der City von Murcia auf zwei Tage aufgeteilt - heute wollen Christa und ich erst gegen Abend in die Stadt, um die Weihnachtsbeleuchtung anzuschauen, und morgen will ich schon mittags dort sein, damit ich noch ein paar Fotos schießen kann, bevor die Sonne zu tief steht.
Auf jeden Fall nutzen wir die Straßenbahn (Tranvía), die im 10-Minuten-Takt ins Zentrum fährt. Die nächste Haltestelle ist nur etwa 300m vom Stellplatz entfernt. Die einfache Fahrt kostet 1.40 € pro Person, Einzel-Fahrscheine bekommt man an der Haltestelle (Mehrsprachiger Automat).
Am besten fährt man mit der Straßenbahn bis an den Rand der Altstadt und steigt an der Haltestelle "Plaza Circular" aus.
Das erste was mir auffällt, ist die Menge der Konditoreien und Cafeterías, die eine gewaltige Vielzahl von Süssigkeiten und Kuchen anbieten. So etwas zieht mich magisch an, leider habe ich heute Mittag so viel gegessen, dass ich lieber auf weitere Kost verzichte.
Heute wollen wir ja keine komplette Stadtbesichtigung machen, aber bis zur Kathedrale und zur Tourist-Info laufen wir schon, wo wir mit einem Stadtplan ausgestattet werden.
Wir besichtigen die Kathedrale von innen, finden aber hier keine besonders herauszustellenden Merkmale. Alles ist zwar groß, aber weitgehend schlicht.
Im Palacio Episcopal neben der Kathedrale schauen wir uns die dort aufgebaute Weihnachtskrippe (span.: Belén) an. Derartige Weihnachtskrippen sind in Spanien richtige Kunstwerke mit Unmengen von Details, die oft gar nichts mit der Weihnachtsgeschichte zu tun haben. Der Begriff Belén stammt von dem spanischen Namen für Bethlehem.
Schließlich ist es dunkel und die Weihnachtsbeleuchtung in den Straßen wird eingeschaltet.
Hier in Murcia gibt es keine besonders ausgefallenen Lichteffekte wie z.B. in Málaga, oder kunstvolle Leuchtfiguren wie z.B. in Fuengirola. Aber ein paar hübsche "Weihnachtsbäume" finden wir doch.
11. Dezember 2019
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Murcia
Ausgestattet mit dem gestern erhaltenen Stadtplan sind Christa und ich schon um 12 Uhr auf dem Weg ins Stadtzentrum von Murcia. Der Himmel ist zwar nicht wolkenlos, aber für ein paar brauchbare Fotos sollte es reichen.
Von der Straßenbahn-Haltestelle an der Plaza Circular gehen wir über den Fußgängerbereich der Gran Vía in Richtung Kathedrale.
Etwa auf halbem Weg erreichen wir das Teatro Romea, ein neoklassizistisches Gebäude, das immer noch als Veranstaltungsort und Theater dient. Leider kann man es nicht innen besichtigen.
Ein weiteres Bauwerk etwa aus der gleichen Epoche ist das Real Casino de Murcia. Die Fassade ist nicht besonders auffallend, weil man in einer schmalen Straße direkt dran vorbei läuft, aber zumindest der Eingangsbereich ist nicht alltäglich.
Wir setzen den Weg auf der Calle Trapería fort und erreichen bald darauf die Kathedrale mit ihrer sehenswerten Barock-Fassade.
Den Innenraum hatten wir uns ja schon gestern angeschaut, heute wäre noch eine Turmbesteigung interessant. Grundsätzlich ist das auch möglich, aber nur zu bestimmten Zeiten, und das passt heute gar nicht. Also bleibt noch etwas zu tun bei einem eventuellen nächsten Besuch.
Wir setzen den Weg fort und sind nur ein paar Schritte später am Ufer des Río Segura, der mitten durch die Stadt fließt. Hier findet man ein eher ungewöhnliches Kunstobjekt - eine überdimensionale Sardine im Fluss.
Die Sardine ist ein wesentliches Element der Frühlingsfeste in Murcia, wo Sardinen-Figuren nach einem Festumzug verbrannt werden.
Gleich nebenan befindet sich die bunte Plaza de la Glorieta de España mit Bars und Cafés, wo auch nachmittags noch die Sonne scheint.
Zum Mittagessen ist es uns hier zu voll, wir gehen wieder zurück in die Altstadt. Dort gibt es einige kleinere Plätze, wo man etwas ruhiger sitzen kann. Wir landen schließlich auf der gemütlichen Plaza de las Flores und lassen uns Tapas servieren.
Anschließend spazieren wir noch ein wenig durch die Grünanlage auf dem Gelände der ehemaligen Pulverfabrik (Jardín de la Pólvera) ...
... und beschließen die Stadtbesichtigung von Murcia in der dortigen Cafetería des "königlichen Stierkampf-Vereins" (Real Club Taurina) in den letzten Strahlen der schon tief stehenden Sonne.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Murcia nach Valle del Sol
13. Dezember 2019
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Murcia
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Valle del Sol
Den gestrigen Ruhetag brauchte ich, um den Reiseblog zu aktualisieren. Heute geht es aber wieder ein (kleines) Stückchen weiter.
Etwa 20 km südlich von Murcia besteht seit letztem Jahr ein Wohnmobil-Stellplatz auf einer privaten Finca. Eine Besonderheit dieses Stellplatzes ist, dass er auch zu dem direkt nebenan liegenden Rasenbowling-Club gehört.
So etwas weckt natürlich mein Interesse, und deshalb ist heute Valle del Sol das Tagesziel.
Ich will nicht schon wieder über die Autobahn fahren, zumal das bei der kurzen Strecke fast 50% Mehrkilometer bedeutet. Die kürzere, direkte Strecke geht allerdings durch die Berge im Süden von Murcia. Vor einigen Wochen waren hier an vielen Stellen Überschwemmungen, auch jetzt sind noch einige Straßenränder unterspült, aber immerhin ist die RM-F13 durchgehend befahrbar. Die Landschaft auf diesem Weg durch die Berge ist nicht so eintönig wie die Autobahn-Strecke.
Ich hatte per e-Mail mein Kommen angekündigt und stehe zur vereinbarten Zeit vor der Einfahrt zur Finca "La Mimosa" mit dem Wohnmobil-Stellplatz "Country Camping". Die betonierte Auffahrt sieht zwar eng und steil aus, aber mein extra schmaler "Travel Van" hat damit natürlich kein Problem, und auch andere, normale Wohnmobile sollten hier problemlos hinauf gelangen.
Oben auf dem Hügel liegt das Wohnhaus der (englischen) Platzbetreiber, und hier befindet sich auch der Wohnmobil-Stellplatz in einem von einer Mauer umgebenen Hof, der wiederum direkt an das Rasenbowling-Gelände grenzt.
Von Mauern umgeben zu sein ist vielleicht etwas ungewöhnlich, aber die Mauern bieten natürlich auch einen guten Windschutz. Und auf der Südseite, dort wo man über das Land bis Cartagena schauen kann, ist die Mauer niedriger, so dass man den Ausblick aus dem Wohnmobil heraus genießen kann.
Um 17 Uhr öffnet die Bar im "Country Bowls"-Clubhaus. Christa und ich lassen uns dort mit einem Getränk versorgen und stellen fest, dass man auf diesem Stellplatz wohl auch zwei Tage bleiben kann.
14. Dezember 2019
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Valle del Sol
Das Wetter beginnt morgens deutlich besser als vorher gemeldet. Spätestens jetzt ist klar, dass wir heute nicht abreisen.
Mit uns stehen noch zwei weitere Wohnmobile und ein Caravan auf dem Platz. Einige Leute wollen das Rasenbowling ausprobieren, und Christa und ich gehen als Zuschauer mit.
Das Besondere an "Lawn Bowls" ist vor allem, dass die Kugeln gar keine Kugeln sind - sie sind etwas abgeflacht und der Schwerpunkt ist auf eine Seite verschoben. Damit kann man das Spielgerät nicht geradeaus, sondern nur im Bogen rollen lassen. Ansonsten ähneln die Regeln dem Boule, Boccia oder Curling.
Der Tag bleibt sonnig, es werden sogar 22°C im Schatten erreicht. Ein paar Wolken gegen Abend sorgen dann für einen feurigen Sonnenuntergang.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Valle del Sol nach Cartagena
15. Dezember 2019
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Valle del Sol
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Cartagena
Der "Country Camping"-Platz in Valle del Sol gehört durchaus zu den besseren Angeboten bei den privaten Finca-Stellplätzen. Aber leider gibt es in der Umgebung nur wenig zu tun. Es fehlen Wander- oder Spazierwege, Restaurants und Einkaufsmöglichkeiten. Nach zwei Tagen fahre ich also weiter.
Auf dem Weg nach Mazarron, wo Christa und ich uns mit Bekannten treffen wollen, kommt man an Cartagena vorbei, und spontan beschließen wir, heute Abend durch die Altstadt zu spazieren und dann auf dem Wohnmobil-Stellplatz an der Shell-Tankstelle "Belmonte Plus" zu übernachten.
Nach zwei Tagen ohne viel Bewegung ist der Fußweg in die City schon fast zu kurz - nach weniger als einer halben Stunde sind wir an der Plaza de España.
Auch in Cartagena sind die Plätze und Fußgängerzonen weihnachtlich geschmückt, aber noch scheint die Sonne und die Lichter sind nicht eingeschaltet.
Kurz vor 18 Uhr ist Sonnenuntergang, was in der Hafenstadt Cartagena mit ihrer großen Marine-Basis durch eine besondere Zeremonie beim Einholen der Flagge gewürdigt wird.
Kurz darauf beginnt die Weihnachtsbeleuchtung zu strahlen - unspektakulär, aber trotzdem hübsch.
Natürlich gibt es auch in Cartagena eine zentrale, öffentliche Weihnachtskrippe (span: Belén), die hier sogar von erheblicher Größe ist. Diese Krippe gehört mit zu den Besten, die ich bisher in Spanien gesehen habe. Das sehen andere wohl ähnlich, denn es herrscht ein ziemliches Besucher-Gedränge.
Bevor wir den Rückweg antreten (natürlich wieder zu Fuß) stärken wir uns noch mit einer eher ungewöhnlichen Mischung aus Tapa mit Rotwein (für Christa) und Kuchen mit heißer Schokolade (für mich). Diesmal gehen wir über die hell erleuchtete Hauptstraße anstelle des unbeleuchteten Fußwegs entlang der Rambla und benötigen für diesen Weg auch nur eine halbe Stunde. Zur Tagesschau sind wir wieder im Wohnmobil.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Cartagena nach Mazarrón - Bolnuevo
16. Dezember 2019
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Cartagena
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Mazarrón - Bolnuevo
Die Nacht auf dem Stellplatz an der Shell-Tankstelle "Belmonte Plus" verlief ausgesprochen ruhig, erst kurz vor 7 Uhr werde ich geweckt - als die Tankstelle den Betrieb aufnimmt. Dass es so ruhig war, liegt vielleicht auch daran, dass der große Eroski-Supermarkt, der auf der anderen Straßenseite lag, vor einigen Monaten geschlossen wurde.
Wenn kein Nachfolger für das Einkaufszentrum gefunden wird, ist zu befürchten, dass dies auch Auswirkungen auf den Fortbestand der drei (!) Tankstellen hat, die hier sehr nah beieinander liegen. Es bleibt zu hoffen, dass zumindest die Shell-Tankstelle überlebt und ihr Stellplatz-Angebot aufrecht erhält, denn dies ist eine der wenigen Stellen in der Region Murcia, wo man unkompliziert und preiswert die Ver- und Entsorgung auch auf der Durchreise erledigen kann.
Auch ich fülle vor der Abfahrt noch den Wassertank, weil ich mich auf ein paar Tage ohne Ver- und Entsorgung in Mazarrón einrichte.
Ich wähle heute den kurzen Weg auf der E-22 durch die Berge (Sierra de la Muela) und erreiche bei Isla Plana wieder das Meer. Ich fahre weiter an der Küste entlang über Puerto de Mazarrón bis in die Urbanisation Bolnuevo.
Neben einem breiten Sandstrand findet man hier eine geologische Attraktion - die Erosiones de Bolnuevo. Wind und Regen haben hier aus dem Sandstein merkwürdige Formen geschaffen, die seit Anfang 2019 endlich auch offiziell als Monumento Natural (Naturdenkmal) unter besonderem Schutz stehen.
Der große unbefestigte Platz vor dem Naturdenkmal ist im Sommer der Parkplatz für die Badegäste, im Winterhalbjahr ist es ein beliebter Übernachtungsplatz für viele Wohnmobilisten (GPS: 37.5638, -1.3108). Seit Jahren ist die Situation aber wechselhaft - mal ist das Parken für Wohnmobile verboten, mal werden sie in bestimmten Bereichen toleriert.
Die aktuelle Situation sieht so aus, dass auf dem Platz an die dort stehenden Wohnmobile Zettel verteilt werden, die den Anschein erwecken, als ob sie vom Ayuntamiento (Stadtverwaltung) bzw. der Policía Local stammen. Dort wird darauf hingewiesen, dass campingartiges Verhalten untersagt ist, und dass laut Ordenanza Municipal de Trafico (Verordnung der Stadt zum Thema Verkehr) das Parken an ein und der selben Stelle auf 48 Stunden begrenzt ist.
Es gibt zwar Wohnmobilisten, die meinen, ein Privatmann verteilt die Zettel in Eigeninitiative. Die Aktion zeigt aber offenbar die gewünschte Wirkung - man sieht keine Campingstühle, keine externen Solarpaneele oder ähnliches, und die Fluktuation ist erheblich - viele bleiben nur eine Nacht.
Die vorhandenen Halteverbot-Schilder sind wohl so zu interpretieren, dass man in dem Bereich hinter den Schildern nicht stehen darf, davor aber schon. Dieser Sichtweise schließen sich die meisten an - ich auch.
Bei meiner Ankunft am Nachmittag finde ich schon etliche Wohnmobilen vor und reihe mich dort ein.
Ein kleiner Spaziergang zum Erkunden der näheren Umgebung führt Christa und mich in die direkt neben dem Parkplatz liegende Bar "Oasis", die uns mit verschiedenen Kaffee-Variationen verwöhnen möchte - Café Asiatico oder Café Molto Crema oder oder... Und Kuchen gibt es auch. Der ideale Ort zum Einfach-nur-herum-sitzen.
Jetzt, wo ich diesen Bericht schreibe, habe ich schon die erste Nacht auf dem Parkplatz in Bolnuevo hinter mir und werde auch noch die kommende Nacht bleiben.
Nachts war es sehr ruhig, bis gegen 7 Uhr ein ebenfalls auf dem Platz parkender Autobus seinen Motor startete. Ich habe daraus gelernt und stehe jetzt deutlich weiter vom Bus entfernt.
Im übrigen kann ich nicht die Gerüchte bestätigen, dass dieser Parkplatz ab Januar 2020 (wieder) für Wohnmobile gesperrt werden soll. Ich kann mir aber vorstellen, dass sie zutreffen, weil z.B. die erst vor wenigen Monaten erfolgte Aufwertung der Sandstein-Formationen zum Naturdenkmal entsprechende Aktivitäten zum Schutz derselben notwendig machen. Vielleicht eine Umgestaltung des Parkplatzes o.ä.
In wenigen Wochen werden wir mehr wissen. Bis dahin kann man sich noch die außergewöhnlichen Erosiones de Bolnuevo auch bei Nacht anschauen...
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- Geschrieben von gg-iberico
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