Spanien im Frühjahr 2019
Von Daimús nach Xaló
11. Februar 2019
- Daimús
- Ondara
- Xaló / Jalón
Nach fünf Tagen in Daimús geht es heute weiter, wobei das Tagesziel Xaló (früher hieß der Ort Jalón) im bergigen Hinterland von Denia liegt.
Auf dem Weg dorthin komme ich an dem Ort Ondara vorbei. Dort wurde im vergangenen Jahr in der Hundesport-Anlage "Trust Resort Canino" ein Camper-Bereich eingerichtet, der mit allen notwendigen Einrichtungen als Wohnmobil-Stellplatz für Hundefreunde zur Verfügung steht.
Sogar eine Veranstaltung zum Valentinstag für Hunde ist vorgesehen. Diese Vorstellung ist zumindest lustig.
Da ich selbst keinen Hund habe, kann ich nicht beurteilen, ob die dortigen Angebote für Hundebesitzer und Hund nicht eher "für die Katz" sind.
Gut beurteilen kann ich allerdings die für Wohnmobile problematische rechtwinklige Abbiegung von der Hauptstraße N-332 in den schmalen Weg, der zum Stellplatz führt. Ich bin die letzten 300m lieber zu Fuß gegangen.
Ein paar Kilometer weiter verlasse ich die N-332 und es geht durch die Hügel, wo man zur Zeit noch die volle Pracht der Mandelblüte erleben kann. Bald bin ich im Tal des Ríu Xaló und schließlich in der Ortschaft Xaló.
Hier gibt es einen großen privaten Parkplatz, der schon seit längerer Zeit von Wohnmobilen zum Übernachten genutzt werden konnte. Vor allem, um den wöchentlichen Antiquitäten-Markt am Samstag zu besuchen, aber auch um in den örtlichen Bodegas Wein zu probieren bzw. zu kaufen.
Vor einiger Zeit wurde der Parkplatz um eine vollwertige Ver- und Entsorgungsstation erweitert, so dass ich ihn dann als Wohnmobil-Stellplatz bei WOMO-IBERICO eingetragen habe.
Am Nachmittag machen Christa und ich einen kleinen Rundgang durch den Ort. Wir finden nicht viele touristisch wertvolle Monumente, nur die Kirche mit ihrer blauen Kuppel ragt etwas heraus.


Auffallend ist die große Anzahl der Restaurants/Bars und Cafés, was schon darauf hindeutet, dass hier ein gewisses touristisches Interesse existiert. Wahrscheinlich liegt das auch an der Vermarktung des Ortes als Teil der Wein-Route. Immerhin gibt es zwei ganz interessante Bodegas, die wir uns natürlich auch anschauen. Und nicht nur das - zwei Liter süßer Wein kommt mit in unser Wohnmobil.
Nach der Rückkehr zum Stellplatz verbringen wir noch einen schönen Abend mit Bekannten, die zufällig auch mit ihrem Wohnmobil auf diesem Platz stehen. Die Welt ist doch klein.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Xaló nach Villajoyosa
12.-13. Februar 2019
- Xaló
- Villajoyosa
Die Nacht war ganz schön kalt - ziemlich genau 0°C. Aber morgens begrüßt mich die Sonne und ein schöner Blick auf die Mandelbäumchen. Zu einer etwas wärmeren Zeit könnte ich es hier auch ein paar Tage länger aushalten.
Nachdem ich gestern bei mehreren Cepsa-Tankstellen kein Propan-Gas bekommen habe, befürchtete ich, dass ich heute wieder von einer Tankstelle zur nächsten tingeln muss, um die richtige Gasflasche zu bekommen. Aber ich habe Glück: eine ehemals freie Tankstelle am Ortsrand von Xaló wurde inzwischen von Cepsa übernommen, und dort bekomme ich auch das begehrte Propan-Gas.
Dadurch muss ich keine Umwege berücksichtigen und kann auf der Weiterfahrt Calp und Benidorm links liegen lassen und direkt nach Villajoyosa fahren.
In der Nähe von Villajoyosa liegt eine private Finca, wo Plätze für Wohnmobile angeboten werden. Da ich mal wieder über den Paseo mit den bunten Häusern am Strand von Villajoyosa schlendern wollte, hatte ich mit dem Besitzer der Finca vereinbart, heute vorbei zu kommen um ein oder zwei Tage zu bleiben.
Der Platz auf dem Hof neben dem Swimmingpool ist typisch für viele private Fincas, die Wohnmobil-Plätze anbieten: etwas eng, etwas familiär, etwas provisorisch.
Da ich noch nicht sicher bin, ob ich hier mehr als einen Tag bleibe, muss natürlich noch heute der Ausflug nach Villajoyosa erfolgen.
Man kann die etwa 5 km zu Fuß gehen, aber das ist für heute Nachmittag zu viel Action. Christa und ich entscheiden uns für die Fahrräder, auch wenn man damit ein Stück über die vielbefahrene N-332 fahren muss.
Ein kleiner Hügel liegt auch noch auf dem Weg, aber schließlich sind wir an der Strandpromenade mit den berühmten bunten Häusern. Nach unserer Erinnerung (wir waren schon vor längerer Zeit einmal hier) sind die Farben etwas verblasst, aber vielleicht liegt es auch nur an dem nicht optimalen Sonnenstand.
Wir finden ein nettes Café, wo die Sonne noch sehr lange auf die Terrasse scheint, aber schließlich müssen wir zurück. Anders als vor kurzem in Gandia soll uns diesmal nicht die Abend-Dämmerung überraschen.
Auf dem Rückweg wollen wir zur Abwechslung nicht über die N-332 fahren, sondern den Wanderweg benutzen. Leider stellt sich heraus, dass dieser Weg zu großen Teilen ein Schotterweg ist - bei gleichzeitigem Gefälle bzw. Steigung ziemlich gefährlich. Also schieben wir die Fahrräder lieber an einigen Stellen.
Die Nacht ist längst nicht so kalt wie gestern - da merkt man, dass wir nun direkt am Meer stehen.
Beim Frühstück fällt die Entscheidung, noch einen weiteren Tag hier zu bleiben. Ich möchte doch noch die direkte Umgebung der Cala del Charco erkunden, wo vor allem der alte Wachtturm ins Auge fällt.
Es ist nur ein kurzer Spaziergang vom Stellplatz aus zur Bucht und zum Torre del Charco. Um bis zum Turm hinauf zu gelangen, muss man am Ende etwas kraxeln, aber wir schaffen das - und werden schließlich mit einem schönen Ausblick belohnt: bis Benidorm und bis zu dem 1400m hohen Bergmassiv Puig Campana bei Finestrat.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Villajoyosa nach Santa Pola
14. Februar 2019
- Villajoyosa
- Alicante
- Santa Pola
Zwei Tage auf einer privaten Finca bestärken mich in dem Gefühl, dass das nicht meine Welt ist. Es gibt aber offenbar viele andere Wohnmobilisten, die gerade den etwas familiären Umgang auf den privaten Mini-Stellplätzen bevorzugen. Zumindest gibt es immer mehr derartige Angebote, und meist sind sie gut besucht und haben positive Kritiken in den Internet-Portalen.
Ich fahre heute weiter Richtung Süden. Zuerst nach Alicante, wo ich wie üblich bei der Alcampo-Tankstelle (GPS: 38.3709, -0.4668) den weit und breit billigsten Diesel tanke. Dann geht es wieder auf die N-332 und am Hafen vorbei auf die Küstenstraße, die nach Santa Pola führt.
An dem Küstenabschnitt zwischen dem Flughafen und dem Cabo de Santa Pola findet man mehrere Stellen, wo auch heute noch viele Wohnmobile "frei" nahezu direkt am Meer stehen. Das gilt vor allem für den Agua-Amarga-Strand bei Alicante und für den Bereich bei den Parkplätzen rund um die kleine Kapelle an den nördlichen Santa-Pola-Stränden.
Ich bin etwas überrascht, dass immer noch so viele Wohnmobile hier stehen, obwohl schon seit mehreren Jahren in der Presse von verschiedenen Seiten dagegen polemisiert wird.
Als ein Ergebnis der langen Diskussionen hat die Stadt Santa Pola die Schaffung "ordentlicher" Parkplätze für die Strandbesucher in Gang gesetzt, und zwar konkret erst einmal an dem sogenannten "Hundestrand" (Caleta dels Gossets, GPS: 38.2144, -0.5081). Durch bauliche Maßnahmen mit entsprechenden Abgrenzungen sollen die Autos vom wilden Parken in den Dünen und zwischen den Büschen abgehalten und ein gewisser Naturschutz erreicht werden.
Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Berücksichtigung von Wohnmobilen - ganze 5 (!) Plätze sollen für Wohnmobile reserviert werden.
Noch ist der Parkplatz nicht fertig und es gibt noch keine Beschilderung bezüglich der Wohnmobile, aber an den Markierungen auf dem Boden kann man schon erkennen, dass tatsächlich wohl nur 5 etwas längere Plätze vorgesehen sind, aber die Breite lässt nicht viel Freude aufkommen. Damit wird man nicht einen einzigen "Freisteher" vom Strand weglocken können.
Nach dieser ernüchternden Erkenntnis fahre ich weiter und erreiche kurz darauf den privaten Wohnmobil-Stellplatz "Camper Área Santa Pola", wo ich mit Bekannten verabredet bin. Gut, dass jene schon etwas früher ankommen und für mich einen Platz reservieren. Bei meiner Ankunft gegen 13 Uhr ist der Stellplatz weitgehend voll.
Dieser Stellplatz hatte schon mehrere Besitzer und hat schon Höhen und Tiefen erlebt. Zur Zeit ist er sehr gefragt, was meiner Meinung nach nur an dem Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage liegen kann, denn so richtig toll ist der Stellplatz nicht. Vor allem wegen des benachbarten Gewerbegebiets, das für viel Lärmbelästigung sorgt, auch nachts.
Da Christa und ich uns hier mit Bekannten treffen, bleibe ich mehr als einen Tag und gewöhne mich daran, mit Ohrstöpseln zu schlafen. Und tagsüber entfliehen wir der Geräuschkulisse zum Beispiel durch einen Spaziergang zum Hafen, wo man eine große Auswahl an Restaurants und Cafés hat.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Santa Pola nach La Marina
18. Februar 2019
- Santa Pola
- La Marina
Ich habe es doch tatsächlich vier Tage auf dem Stellplatz in Santa Pola ausgehalten. Aber jetzt reicht es.
Montags ist offenbar ein sehr beliebter Abreisetag, denn etwa die Hälfte der Wohnmobile verlassen heute den Platz. Und zwar schon vor 11 Uhr, denn sonst würde eine weitere Tagesgebühr fällig. Das ist für meinen Geschmack etwas sehr früh - vor allem wenn der halbe Platz sowieso leer ist.
Ich habe nicht vor, sehr weit zu fahren - nur bis zum Nachbarort La Marina.
Der Weg führt durch das Naturschutz-Gebiet "Salinas de Santa Pola", wo viele Wasservögel überwintern. Die Flamingos haben sich allerdings in eine weit entfernte Ecke zurückgezogen, wo mein Teleobjektiv nicht mehr ausreicht.
Die N-332 führt um den Ort La Marina herum bis zu dem Einkaufszentrum, das schon auf dem Stadtgebiet von San Fulgencio liegt. Dort vervollständigen wir erst einmal die Vorräte beim Mercadona-Supermarkt, und bevor ich nach La Marina fahre, schaue ich noch bei den drei Wohnmobil-Stellplätzen vorbei, die hier in unmittelbarer Nähe liegen.
Alle drei sehen im Vorbeifahren so aus, als ob sie komplett belegt seien. Und zusätzlich stehen noch etwa 20 Wohnmobile auf den diversen Parkstreifen.
Das stimmt mich eher pessimistisch, wenn ich daran denke, dass ich gleich auf den im letzten Jahr neu eröffneten privaten Wohnmobil-Stellplatz in La Marina "El Pinet" fahren will.
Aber als ich dort ankomme ist ein großer Teil der Plätze frei. Vielleicht ist der Stellplatz noch zu unbekannt?
Ich finde jedenfalls eine brauchbare Stelle. Und im Laufe des Nachmittags füllt sich der Platz etwas, aber von Vollbelegung kann keine Rede sein.
Noch sieht der Stellplatz insgesamt nicht besonders einladend aus, aber ich habe schon viele neue Stellplätze gesehen, die genau so anfingen und nach ein, zwei Jahren immer voll belegt waren. Es gibt allerdings noch viel zu tun, vor allem die Stromversorgung ist noch sehr behelfsmäßig.
Natürlich machen Christa und ich am Nachmittag noch einen Spaziergang zum Meer. Etwa 10 Minuten zu Fuß und man steht an dem schönen Badestrand Playa de El Pinet, wo sogar zwei Restaurants geöffnet haben.
Wohnmobile stehen übrigens beim Playa El Pinet nicht mehr. Vor weniger als einem Jahr war der Parkplatz noch voll mit Wohnmobilen (siehe Bericht vom 5.4.18) obwohl das Parken und Übernachten auch damals schon verboten war. In diesem Jahr wird an vielen Orten vermehrt "aufgeräumt", vor allem dort, wo inzwischen Alternativen in Form von offiziellen Stellplätzen zur Verfügung stehen.
Aber offenbar ist nicht jeder bereit, für einen Übernachtungsplatz etwas zu bezahlen. Das erklärt wohl auch, warum man zur Zeit so viele Wohnmobile einfach auf irgendwelchen Parkstreifen stehen sieht. Mit Urlaub hat das allerdings wenig zu tun.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von La Marina nach Los Alcázares
20. Februar 2019
- La Marina
- Elche/Elx
- Los Alcázares
Der relativ neue Stellplatz "El Pinet" ist noch nicht so ganz nach meinem Geschmack, deshalb reichen zwei Tage Aufenthalt, zumal mich ein kräftiger Wind von der eigentlich geplanten Radtour abhält.
Die Hähne auf dem Nachbargrundstück haben heute wieder kurz nach 6 Uhr mit unüberhörbarem Krähen für allgemeines Aufwachen gesorgt. Vielleicht ist deshalb heute Großer Abreisetag - auf dem Stellplatz tun sich erhebliche Lücken auf.
Die Abreise klappt allerdings nicht ganz so, wie ich mir das vorgestellt hatte: die Ver- und Entsorgungsstation wird durch zwei Groß-Fahrzeuge (Morello und Concorde) mit ihren offenbar riesigen Wassertanks laaaange blockiert. Es bildet sich eine Warteschlange der abreisewilligen Wohnmobile und gleichzeitig kommen schon welche von Außerhalb, die auf der Durchreise nur Entsorgen wollen. Ein schönes Chaos.
Nach einer halben Stunde Warten lasse ich mich von Christa überzeugen, dass wir auch ohne Ver- und Entsorgung abreisen können. Ich mache das eigentlich ungern, denn man weiß ja nie, wo man landet, oder ob dort die Ver- und Entsorgung funktioniert.
Zum Beispiel will ich heute bei einem in der Nähe liegenden privaten Stellplatz eines deutschen "Auswanderers" vorbei fahren und gegebenenfalls dort bleiben. Die dortige Entsorgungsmöglichkeit ist mir nicht bekannt.
Am Ende spielt es auch keine Rolle, denn mein Besuch auf der "J&B's Ranch" ist nur von kurzer Dauer. Die vielen frei laufenden Hunde sind nicht mein Geschmack. Auch wenn sie nur spielen wollen...
Da der Eigentümer keine aktive Werbung für seinen Stellplatz machen möchte, respektiere ich das natürlich und entferne den Eintrag aus Stellplatz-Karte und -Liste.
Nachdem ein Aufenthalt auf der "J&B's Ranch" nicht in Frage kommt, fahre ich weiter nach Süden, an Torrevieja vorbei bis zum Mar Menor.
In der Ortschaft Los Alcázares wurde Anfang Februar ein neuer privater Wohnmobil-Stellplatz eröffnet: "Área Los Alcázares". Interessant ist, dass dieser Stellplatz mit fast 100 Parzellen direkt neben dem schon länger existierenden privaten Stellplatz "Área Narejos" liegt, der auch fast 100 Parzellen anbietet.
Beiden gemeinsam ist, dass sie direkt vor der Start- bzw. Landebahn des Flughafens von San Javier liegen. Der Flugplatz wird zwar nur noch von Militär-Maschinen genutzt, aber die machen eine Menge Krach, wenn sie im Landeanflug oder beim Start knapp neben den Wohnmobilen vorbei jaulen.
Da der Stellplatz sehr neu ist, scheinen ihn noch nicht so viele Wohnmobilisten zu kennen. Deshalb habe ich die große Auswahl unter den vielen freien Parzellen - etwas, das zur Zeit auf anderen Stellplätzen kaum vorkommt. Da kann man oft froh sein, wenn man überhaupt einen Platz findet.
Der neue Stellplatz macht viel Werbung mit seinem "... in Europa einmaligen Konzept der autarken Energieversorgung ohne Anschluss an das öffentliche Stromnetz". Das will ich mir natürlich genauer anschauen. Vor allem frage ich mich, welche Batterie-Kapazität man benötigt, um den tagsüber geernteten Solarstrom abends und morgens für fast 100 Wohnmobile zur Verfügung stellen zu können.
Ich erfahre schnell die Antwort: nur 2 Stunden nach Sonnenuntergang beginnt ein lautstarkes Grollen und Brummen, das auf dem ganzen Platz zu hören ist, weil offenbar die Batterien schon erschöpft sind und ein gewaltiger Strom-Generator die Versorgung übernimmt.
So hatte ich mir das "... einzigartige ökologische Konzept ..." eigentlich nicht vorgestellt. Von 21 Uhr bis fast Mitternacht läuft der Generator. Und nachts um 3 Uhr werde ich wach, weil schon wieder der Generator anspringt. Morgens ab 7 Uhr muss er auch arbeiten - und das bei einer Platzbelegung von etwa 30%. Was passiert denn, wenn der Stellplatz voll ist? Hier sollte dringend nachgebessert werden - z.B. indem man den zur Zeit frei stehenden Generator in ein schallschluckendes Gebäude einschließt.
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- Geschrieben von gg-iberico
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