Spanien im Winter 2021-22
Von Almenara nach Castellón de la Plana
20. April 2022
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Almenara
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Xilxes
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Moncofa
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Nules
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Castellón de la Plana
Nach dem etwas besseren Wetter in den letzten beiden Tagen an der Playa Casablanca ist heute wieder Regen dran. Um dem Tag noch etwas Positives abzugewinnen fahre ich auf dem Weg zum Tagesziel in Castellón de la Plana auf Nebenstraßen an der Küste entlang und besuche dabei noch die an der Strecke liegenden Stellplätze.
Der nächste ist nur 5 km entfernt im Nachbarort Xilxes, wo die Stadt vier Plätze auf einem Parkstreifen für Wohnmobile reserviert hat.
Bei kräftigem Regen halte ich mich in Xilxes nicht länger auf, sondern fahre weiter nach Moncofa. Auch das sind nur etwa 5 km, und hier gibt es einen "richtigen" Stellplatz, wo ich den Wasser-Tank füllen will. Aber auf dem Platz aufgestellte Schilder informieren darüber, dass gerade heute eine Aktion zur Bekämpfung von Schädlingen (?) stattfindet (Tratamientos Fitosanitarios) mit Vergiftungsgefahr.
Bei dem anhaltenden Regen habe ich sowieso keine Lust draußen herum zu laufen, deshalb geht es noch einmal gut 5 km weiter zum Nachbarort Nules, wo ein weiterer Übernachtungsplatz für Wohnmobile eingerichtet wurde.
Dieser Platz macht einen deutlich besseren Eindruck als die Wohnmobil-Plätze entlang der Straße in Xilxes. Ein richtiger Ersatz für den ehemaligen Stellplatz beim Restaurant L'Alquería, das sich nur wenige hundert Meter entfernt befindet, ist das aber nicht.
Ich überzeuge mich natürlich persönlich davon, dass die Gerüchte stimmen und der Wohnmobil-Stellplatz beim Restaurant nicht mehr existiert.
Da es immer noch regnet will ich nun auf dem schnellsten Weg nach Castellón. Die kürzeste Strecke führt in Nules unter den Eisenbahn-Gleisen durch. Leider sind alle in Frage kommenden Unterführungen vom Regen geflutet worden. Aber eine scheint passierbar zu sein, und ich traue mich schließlich hindurch (Hinweis: es gibt auch eine Brücke über die Eisenbahn, aber das wäre ein Umweg).
Auf der N-340 geht es schließlich nach Castellón de la Plana zu dem neuen privaten Wohnmobil-Stellplatz der Firma Mudalcar. Es regnet zwar immer noch - aber hier gibt es einen Asphalt-Untergrund -, und es ist nass-kalt - aber hier gibt es einen Strom-Anschluss, so dass die elektrische Heizung zum Einsatz kommen kann.
Der Stellplatz liegt direkt neben einem Einkaufszentrum, in dem man auch bei schlechtem Wetter herum laufen kann. Einige Restaurants und Fastfood-Ketten sorgen dafür, dass man nicht verhungert. Man muss nur aufpassen, dass man sich nicht verläuft...
Nachts ist es weitgehend ruhig, nachdem die Hunde auf dem benachbarten Grundstück gegen Mitternacht offenbar eingeschlafen sind. Und am Folgetag scheint wieder die Sonne, und der Stellplatz macht gleich einen viel freundlicheren Eindruck.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Castellón de la Plana nach Deltebre
22. April 2022
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Castellón de la Plana
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Sant Jaume d'Enveja
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Deltebre
Das April-Wetter lässt nicht locker, und die Wetter-Prognosen sind in der letzten Zeit sehr unzuverlässig. Also ignoriere ich heute beides und fahre mitten hinein ins Ebro-Delta. Dort gibt es zwei relativ neue Wohnmobil-Stellplätze, die aber beide nur einen unbefestigten Untergrund zu bieten haben, was bei dem zu erwartenden Regen eigentlich nicht meine erste Wahl ist.
Der erste Stellplatz gehört zum Ort Sant Jaume d'Enveja am Südufer des Ebro.
Ich nenne solche Plätze oft despektierlich "Dreckplatz", und diesmal trifft diese Bezeichnung wirklich zu. Immerhin ist die Nutzung des Stellplatzes kostenlos - im Unterschied zu dem nur etwa 2 km entfernten ebenfalls kommunalen Wohnmobil-Stellplatz am anderen Ebro-Ufer, der zum Ort Deltebre gehört.
Auch dies ist nach den vergangenen Regentagen ein "Dreckplatz", und weiterer Regen soll noch folgen. Aber heute machen wir das beste daraus: ein Platz in der ersten Reihe mit Blick auf die Ebro-Brücke "Lo Passador" - das ist die Parkgebühr wert.
Am Spätnachmittag bessert sich das Wetter und lockt Christa und mich zu einem Spaziergang am Ebro entlang.
Etwa 3.5 km flussaufwärts wird uns in der Cafetería/Bar "Lo Mirador" ein Café-con-leche auf der Terrasse serviert, mit tatsächlich netter Aussicht über den Fluss und auf die gegenüber liegende Insel Illa de Gràcia.
Auf dem Rückweg haben wir unser Ziel immer vor Augen - "Lo Passador", die einzige Brücke über den Ebro innerhalb des Deltas. Den Stellplatz, der direkt neben der Brücke liegt, kann man also gar nicht verfehlen.
23. April 2022
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Deltebre
Die Nacht verläuft außergewöhnlich ruhig, aber im Laufe des Vormittags wird es laut - auf dem Wasser unterhalb der Brücke versammeln sich etwa dreißig Jet-Ski, flitzen kreischend hin und her, bis der ganze Pulk schließlich mit viel Getöse zu irgend einem Ausflug aufbricht.
Nachdem das Jet-Ski-Schauspiel vorbei ist, machen Christa und ich noch eine Runde durch den Ort Deltebre, denn am Nachmittag soll es wieder regnen.
Natürlich will ich auch einmal über die Brücke gehen, und staune, dass nur eine Hälfte der Brücke für den Fahrzeug-Verkehr vorgesehen ist - die andere Hälfte ist den Fußgängern quasi als Flanier-Meile vorbehalten.
Vom höchsten Punkt der Brücke kann man weit über das ansonsten sehr flache Land schauen, und auch den Wohnmobil-Stellplatz kann man von oben betrachten. Und leider auch die dunklen Wolken, die schon den Regen ankündigen.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Deltebre nach L'Ametlla de Mar
24. April 2022
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Deltebre
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L'Aldea
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Camarles
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L'Hospitalet de l'Infant
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L'Ametlla de Mar
Der Regen hat gestern Abend einige zusätzliche Pfützen auf dem Stellplatz in Deltebre entstehen lassen, aber heute Mittag kann ich schon wieder das Wohnmobil verlassen ohne gleich im Schlamm zu stehen.
Ich verzichte auf die Nutzung der hiesigen (kostenpflichtigen) Ver- und Entsorgung, da ich heute bei der Weiterfahrt noch an mehreren voll ausgestatteten Stellplätzen vorbei kommen werde.
Zuerst erreiche ich den kommunalen Wohnmobil-Stellplatz in L'Aldea. Schon kurz nach seiner Einweihung wurde dieser Stellplatz erweitert und besteht jetzt aus dem Hauptplatz sowie einem 150m entfernten "komplementären" Platzteil, wo man etwas großzügiger steht.
Ein paar Kilometer weiter in Richtung Norden erreiche ich dann den Ort Camarles, wo ebenfalls vor nicht langer Zeit ein neuer kommunaler Wohnmobil-Stellplatz eingerichtet wurde. Auch hier findet man viel Freiraum, leider verläuft aber direkt nebenan die Eisenbahn.
Der weitere Weg führt mich zu einer ganz besonderen Stelle, wo in einem größeren Bereich gleich mehrere Straßen zur Wohnmobil-Zone erklärt wurden. Und das sogar in der Nähe vom Meer und Badestränden.
Es handelt sich um Parkstreifen an verschiedenen Stellen der Urbanisation Les Tres Cales, einem Ortsteil von L'Ametlla de Mar.
Ist man erst mal hier angekommen, dann hat man eine wirklich schöne Küste mit Badebuchten, Klippen und dem Castell de Sant Jordi vor sich. Aber der Weg führt in der Regel unter der Autobahn, unter der Eisenbahn und unter einer weiteren Landstraße hindurch.
Drei aufeinander folgende Tunnel bereiteten mir vor der Anfahrt etwas Kopfzerbrechen, aber vor Ort sah es dann doch nicht so schlimm aus - alle Tunnel sind auch für größere Wohnmobile ausreichend hoch. Eine verlässliche Höhenangabe fehlt allerdings.
Als Tagesziel ist der neue kommunale Wohnmobil-Stellplatz in dem Ort L'Hospitalet de l'Infant vorgesehen, etwa 15 km nördlich von Les Tres Cales (und nur wenige Kilometer vom Atomkraftwerk von L'Hospitalet entfernt).
Als ich am frühen Nachmittag ankomme, ist der Stellplatz schon (oder immer noch) komplett voll. Ich habe den Eindruck, dass es sich vor allem um Dauer-Camper handelt - das ist nicht der Sinn und Zweck dieser kommunalen Stellplätze!
Mir gefällt der Stellplatz sowieso nicht, deshalb versuche ich gar nicht erst, irgendwie doch noch hier unterzukommen, sondern fahre zurück zu dem großzügigen Platzangebot von Les Tres Cales in hübscher, ruhiger Umgebung fast direkt am Meer.
Natürlich erkunden Christa und ich die nähere Umgebung und suchen die Buchten auf, die rund um den Wohnmobil-Parkplatz zu finden sind.
Die größte Badebucht mit schönem Sandstrand ist die Cala Sant Jordi, direkt unterhalb der Burg.
Aber auch die anderen Buchten (Cala Vidre, Cala Forn) sind zum Schwimmen und Tauchen geeignet - und auch zum Herumlaufen.
Heute ist Sonntag und da ist es nicht überraschend, dass viele Menschen rund um das Castell de Sant Jordi teilweise in großen Gruppen zum Picknick erschienen sind. Aber diesmal gibt es noch einen weiteren Anlass, denn gestern (23. April) war der Georgstag, der in ganz Katalonien feierlich begangen wird. Und welcher Ort ist da besser geeignet, als die Burg, die den Namen des Heiligen Georgs trägt - nichts anderes bedeutet nämlich der katalonische Name "Sant Jordi".
Nach dem Fest stehen schließlich die Protagonisten unbeachtet in der Ecke und warten auf ihren Einsatz im nächsten Jahr, wenn wieder daran erinnert wird, wie der Heilige Georg den Drachen tötete.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von L'Ametlla de Mar nach Girona
25. April 2022
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L'Ametlla de Mar
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Girona
Jetzt ist es soweit - die heiße Phase der Rückreise beginnt, denn schließlich will ich schon in wenigen Tagen zu Hause sein. In einem Rutsch fahre ich heute auf der Autobahn AP-7 an den Ballungsgebieten von Tarragona und Barcelona vorbei und erreiche nach 235 km das Tagesziel Girona. Der dortige kommunale Wohnmobil-Stellplatz ist nur wenig ausgelastet, so dass ich problemlos eine akzeptable Stelle finde.
26. April 2022
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Girona
Den heutigen Tag wollen Christa und ich nutzen, um die Rückreise durch Frankreich ein wenig vorzubereiten. Aber das Wetter ist so schön, dass wir doch noch einen Stadtrundgang machen.
Und zufällig ergibt es sich, dass ich dabei an dem am Rand der City liegenden privaten Wohnmobil-Stellplatz "Parking Vayreda" vorbeikomme, den ich bisher noch nicht persönlich aufgesucht hatte. Das hole ich jetzt nach.
Nur wenig später ist die Altstadt (cat: Barri Vell) erreicht. Am Ufer des kleinen Flusses Onyar, der hier in den größeren Riu Ter mündet, liegen die alten Gebäude und Gassen. Mehrere Brücken sorgen für ein malerisches Ambiente.
In den engen Gassen, Arkaden und tunnelartigen Treppengängen der Altstadt hilft einem die GPS-Navigation nicht weiter. Am besten ist hier immer noch ein Stadtplan auf Papier.
Im Zentrum der Altstadt befinden sich die Kathedrale mit ihrem scheinbar endlosen Treppenaufgang und die Basilika Sant Feliu mit ihrem merkwürdig abgebrochenen Kirchturm.
Dass die Araber auch im Norden Spaniens waren erfährt man spätestens, wenn man zwischen Kathedrale und Basilika auf die arabischen Bäder (Banys Arabs) stößt, die man für etwas Kleingeld besichtigen kann.
Ich bin in der Vergangenheit wahrscheinlich schon mehr als zwanzig Mal an Girona vorbei gefahren und hatte es dabei offenbar immer so eilig, dass ich keine Zeit für einen Stadtrundgang hatte. Heute hat sich gezeigt, dass Girona nicht nur ein guter Übernachtungsplatz auf der Durchreise ist, sondern viel mehr zu bieten hat.
Außer Stadt bzw. Altstadt gibt es auch sehenswerte große Grünflächen im Umfeld der beiden Flüsse, vor allem entlang des Riu Ter, der sogar ziemlich nah am Stellplatz vorbei fließt. Hier bleibt für einen eventuellen nächsten Besuch noch einiges zu entdecken.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Girona nach Dortmund: Rückfahrt
27. April - 3. Mai 2022
Der letzte Tag in Spanien ist wie üblich wenig spannend - noch etwas einkaufen, unterwegs in Figueres Voll-Tanken, und dann ist auch schon die Grenze bei La Jonquera erreicht.
Christa und ich haben uns vorgenommen, den Rückweg nach Deutschland in eher kleine Etappen zu zerlegen, damit wir nicht zu Hause urlaubsreif ankommen. Pro Tag sollten es möglichst weniger als 300 km sein.
Entsprechend übernachten wir in Süd-Frankreich schon in Marseillan-Plage, dann im Rhonetal in Beausemblant und schließlich in Langres, wo wir sogar zwei Tage bleiben.
Der übliche Rückweg führt mich sonst immer über Luxemburg, um dort noch einmal "billig" Diesel zu tanken. Aber in diesem Jahr ist die Spritpreis-Situation völlig anders.
Der in Frankreich subventionierte Diesel ist zumindest bei den Supermarkt-Tankstellen zur Zeit tatsächlich auf dem Preis-Niveau von Luxemburg. Deshalb spare ich mir den kleinen Umweg über Luxemburg und tanke bei der Super-U-Tankstelle in Talange nördlich von Metz für 1.849 € pro Liter Diesel.
Am 1.Mai erreiche ich schließlich Deutschland. Anstatt wie sonst nach Trier zum Übernachten zu fahren, wähle ich als ersten Übernachtungsplatz auf Vorschlag von Christa den Stellplatz in Saarburg (ein durchaus empfehlenswerter Stellplatz). Und weil das Wetter so schön ist, legen wir am folgenden Tag noch einen weiteren Zwischen-Stopp in Mendig ein, wo wir im Biergarten der Vulkan-Brauerei das gute Ende dieser Winter-Reise "feiern".
Einen Tag später, am 3.Mai 2022, sind wir nach mehr als 6 Monaten Reisezeit wieder an unserem Ausgangspunkt Dortmund.
Nachwort zum Reiseblog Winter 2021-22
Nach 6½ Monaten und insgesamt 7.800 km, davon fast 5.000 km in Spanien, ist die Winterreise durch Spanien nun zu Ende. Auf dieser Reise habe ich 153 Stellplätze besucht und dokumentiert, 93 Stellplätze habe ich dabei zum ersten Mal persönlich aufgesucht. Auf 61 verschiedenen Plätzen habe ich übernachtet.
Das Wetter war in diesem Winterhalbjahr anders als gewohnt. Der Herbst war kälter als sonst - in den ersten vier Wochen habe ich drei Gasflaschen-Füllungen verbraucht. Aber es gab nur wenig Regen in Nord- und West-Spanien. Januar und Februar waren wiederum entgegen früherer Jahre ausgesprochen warm, so dass ich eine ganze Zeit lang in den Bergregionen des Inlands herum fahren konnte. Aber im März und April, als man eigentlich mit dem Frühling rechnen konnte, wurde es wieder kühl und regnerisch. Werden das die neuen Wetterlagen im spanischen Winter im Zuge des Klimawandels?
Während ich von den Stellplätzen an der Mittelmeer-Küste immer nur hörte, dass alles voll belegt sei, habe ich diese Erfahrung nicht gemacht. Wegen der vielen Feiertage im Dezember habe ich einmal vier Wochen auf dem selben Stellplatz verbracht, sonst bin ich immer herum gereist und hatte auch ohne Reservierung eigentlich nie Probleme. Erst an der Costa del Sol wurde es etwas eng.
Nach den Erfahrungen dieser Reise werde ich mir aber für die Zukunft wohl etwas anderes einfallen lassen. Wahrscheinlich werde ich meine Reisen wieder in die Zwischensaison verlegen - Frühsommer und Herbst - damit mehr Möglichkeiten bestehen, das Inland und Nord-Spanien zu besuchen. Dort findet man noch viele "unverbrauchte" Landschaften, während die Mittelmeerküste mir keine neuen Impulse verleiht.
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- Geschrieben von gg-iberico
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