Spanien im Winter 2021-22
Von La Palma del Condado nach Umbrete
10. Januar 2022
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La Palma del Condado
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Umbrete
Auf dem Weg in Richtung Sevilla liegt der kleine Ort Umbrete, wo vor einiger Zeit ein kommunaler Wohnmobil-Stellplatz eingerichtet wurde.
Die 40 km von La Palma del Condado bis Umbrete sind schnell geschafft, so dass Christa schon auf dem neuen Stellplatz das Mittagessen zubereiten kann.
Gegen 14 Uhr erleben wir dann hautnah, wie es in Spanien vielerorts aussieht, wenn Schulschluss ist und die lieben Kleinen (die offenbar alle nicht laufen oder mit dem Fahrrad fahren können) von einem Elternteil per Pkw abgeholt werden.
Die Straße vor der Schule wird in dieser Zeit komplett für den Verkehr gesperrt, so dass auch die Eltern woanders parken müssen. Und das geht natürlich am besten auf den direkt daneben liegenden Wohnmobil-Plätzen und auf der Ver- und Entsorgungsstation.
Der ganze Spuk dauert etwa eine halbe Stunde, dann kehrt wieder Ruhe ein.
Christa und ich machen dann noch einen Rundgang durch den Ort Umbrete, können aber nicht viel Interessantes finden. Noch nicht einmal ein richtiges Zentrum ist auszumachen. Es gibt mehrere kleine Plätze und nur wenige Geschäfte oder Bars bzw. Restaurants. Aber für einen Café-con-leche reicht es schließlich doch.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Umbrete nach Sevilla
11. Januar 2022
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Umbrete
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Sevilla
Obwohl es Januar ist, sind die Temperaturen weiterhin akzeptabel - auch wenn man ein wenig ins Inland fährt. Heute geht es nach Sevilla, wo Christa und ich wieder einmal in einer belebteren Gegend flanieren wollen.
Als Stellplatz wähle ich diesmal den allgemeinen Parkplatz "Las Razas", der etwa genau so weit vom Zentrum entfernt ist, wie der Stellplatz auf der anderen Seite des Hafens.
Der Platz ist nicht schön, aber er erfüllt seinen Zweck - man kann in einer einigermaßen sicheren Umgebung parken, übernachten, sogar mit Strom-Anschluss, und wer unbedingt Wasser benötigt, kann das hier auch direkt beim Wohnmobil bekommen. Nur die Entsorgung ist nicht so toll, deshalb habe ich diesen Platz in der Stellplatz-Karte von "Privater Stellplatz" auf "Übernachtungsplatz" zurückgestuft.
Für ein etwas anderes Mittagessen haben wir uns vorgenommen, heute zu den beim letzten Besuch entdeckten alten Markthallen zu gehen (siehe Bericht vom März 2016, GPS: 37.3874, -6.002). Die sind allerdings etwa 3 km entfernt, aber ein schöner Fußweg führt immer am Fluss entlang.
Fast sechs Jahre nach dem letzten Besuch sind wir heute zwar nicht direkt enttäuscht, aber die Vielfalt und das "pralle Leben" von damals fehlt zur Zeit. Ob das an der Jahreszeit oder am Coronavirus liegt ist unklar. Aber auch mit weniger Trubel kann man hier schön in der Sonne sitzen.
Anschließend spazieren wir über die Brücke "Puente de Isabel II", die sich direkt nebenan befindet, in den Ortsteil Triana auf der anderen Seite des Kanals. Hier empfängt uns die kleine Kapelle Capilla del Carmen mit ihren extravaganten Türmen.
In den Sommermonaten ist im Barrio Triana ziemlich viel los - es gibt Unmengen von Kneipen, Bars und Restaurants. Aber jetzt liegt schon am frühen Nachmittag alles im Schatten, vieles ist geschlossen.
Ich begnüge mich mit Fotos von der Brücke nach Norden, wo sich das ehemalige Expo-Gelände mit moderner Architektur befindet, und nach Süden, wo die historischen Monumente sind.
Für den Rückweg zum Stellplatz gehen wir zuerst ein Stück an der Hauptstraße entlang, denn so kommt man zur Stierkampf-Arena (Plaza de Toros), die nur wenige hundert Meter von den alten Markthallen entfernt ist.
Beim letzten Besuch in Sevilla hatten wir noch darauf verzichtet, die Plaza de Toros von innen zu besichtigen - das holen wir heute nach.
Man kann nicht nur die eigentliche Arena in ihrer ganzen Größe bewundern und auf den Tribünen herum klettern, sondern durch etliche Räume des Museums spazieren, wo die Geschichte des Stierkampfs in Sevilla in Bildern und mit alten Utensilien präsentiert wird.
Für einen gelungenen Abschluss der kleinen Wanderung durch Sevilla (am Ende werden es mehr als 9 km sein) suchen wir noch eine nette Cafeteria und finden sie schließlich in der großen Grünanlage Parque de María Luisa - dort wo sich auch der riesige Gebäude-Komplex der Plaza de España befindet.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Sevilla nach El Viso del Alcor
12. Januar 2022
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Sevilla
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El Viso del Alcor
Die Nacht verläuft bis etwa 6:30 Uhr überraschend ruhig, dann wird es etwas unruhiger auf den benachbarten Straßen, aber gegen 9 Uhr bin ich wie üblich weitgehend ausgeschlafen. Trotzdem möchte ich heute, nach drei aufeinander folgenden Reisetagen, einen Stellplatz aufsuchen, auf dem man es etwas länger aushalten kann.
Der nächstgelegene Stellplatz, der dafür in Frage kommt und den ich noch nicht kenne, weil er erst wenige Monate alt ist, liegt in dem Ort El Viso del Alcor, etwa 30 km östlich von Sevilla. Der dortige kommunale Wohnmobil-Stellplatz ist das heutige Ziel.
Schon kurz nach Mittag stehe ich auf dem neuen Stellplatz. Auf den ersten Blick sind viele Plätze frei, aber nicht jede Parzelle gefällt mir - die eine ist zu schattig, die andere hat keinen Sat-TV-Empfang, eine andere liegt direkt neben der Ver- und Entsorgungsstation oder neben einem "Wohnmobil" mit Schiebetür, das auch noch verkehrt herum steht. Schließlich stelle ich mich doch neben die Schiebetür - dafür gibt es ausreichend Sonne auf die Solar-Paneele.
13. Januar 2022
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El Viso del Alcor
Ein richtiger Stadtrundgang, der alle wesentlichen Ortsteile umfasst, ist schwierig zu realisieren, denn El Viso del Alcor liegt entlang einer Hauptstraße, und vom Stellplatz aus kann man eigentlich nur entweder nach links oder nach rechts gehen.
Zuerst entscheiden wir uns für die Richtung "rechts", die uns in den alten Ortskern bringt. Hier befindet sich das Rathaus (Ayuntamiento) und die Hauptkirche Parroquia de Santa María del Alcor an einem kleinen Platz, der hin und wieder offenbar auch etwas Gastronomie bietet - heute Nachmittag ist hier allerdings nichts los.
Beim Herumlaufen merkt man auch, dass der Ort auf kleinen Hügeln gebaut wurde, so dass es an mehreren Stellen Aussichtspunkte über die umgebende flache Landschaft gibt, bis hin zu den Bergen im Süden, die zig Kilometer entfernt sind.
Ein Foto über die weite Landschaft ist heute nicht machbar - zu diesig ist es in der Ferne. Aber der Blick vom Mirador del Calvario über die Dächer von El Viso del Alcor zeigt ebenfalls eine interessante Perspektive.
14. Januar 2022
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El Viso del Alcor
Der Stellplatz von El Viso del Alcor trägt den Namen "Parque de la Muela" nach dem nebenan liegenden Park. Dieser ist allerdings etwas ungepflegt - da könnte man noch viel mehr machen.
Christa und ich spazieren heute durch einen Teil dieses Parks zur Quelle Fuente de la Muela, die einen kleinen Wasserlauf durch den Park speist.
Der weitere Weg führt uns zu einem Aussichtspunkt am Recinto Ferial auf der dem Stellplatz gegenüber liegenden Seite des Tals. Von hier aus hat man einen schönen Blick auf den gesamten Parque de la Muela mit dem an seinem Rand liegenden Wohnmobil-Stellplatz und dem sogenannten Lago de la Muela, der noch gar nicht richtig erschlossen ist. Dieser Park kann noch etwas werden - der Stellplatz ist schon mal ein guter Anfang...
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- Geschrieben von gg-iberico
Von El Viso del Alcor nach Coripe
17. Januar 2022
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El Viso del Alcor
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Arahal
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Morón de la Frontera
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Coripe
Es wird Zeit etwas Neues anzuschauen - z.B. den neuen Übernachtungsplatz in Arahal, einem Ort südlich von El Viso del Alcor. Das passt gut zur weiteren Reiseroute, die nach Süden zur Küste gehen soll.
In Arahal gibt es bis jetzt leider noch keine Ver- und Entsorgung, sondern nur einige für Wohnmobile reservierte Plätze auf einem Asphalt-Parkplatz vor einem kleinen Park mit einem Trinkwasser-Brunnen (Parque San Antonio).
Ob es auf dem Parkplatz direkt neben einer Hauptstraße nachts ruhig ist will ich heute nicht ausprobieren, denn das Tagesziel ist Coripe - ein Ort in den Bergen am südlichen Rand der Provinz Sevilla.
Auf dem Weg dorthin komme ich in Morón de la Frontera vorbei. Auch hier gibt es einen kommunalen Wohnmobil-Stellplatz. Der ist zwar nicht neu - ich habe ihn schon vor zwei Jahren aufgesucht und dokumentiert - trotzdem halte ich dort heute kurz an, um nach dem aktuellen Zustand zu schauen. Das Ergebnis ist leider nicht ganz so positiv, denn irgend jemand hat den Trinkwasser-Hahn geklaut...
Noch ein paar Kilometer kurvige Landstraße und ich erreiche Coripe. Dieser eher unscheinbare kleine Ort hat eine gewisse Bedeutung erlangt durch seine Lage etwa in der Mitte des beliebten Radweges Vía Verde de la Sierra.
Vor ein paar Jahren konnte man noch sehr gut mit dem Wohnmobil am alten Bahnhof direkt an der Vía Verde parken und übernachten. Dann wurde der dortige Parkplatz neu strukturiert und ist nur noch für Fahrzeuge in Pkw-Größe korrekt nutzbar. Seit kurzem gibt es aber einen neuen kommunalen Wohnmobil-Stellplatz direkt am Ortsrand von Coripe - aber leider 2 km von der Vía Verde entfernt..
Der Stellplatz ist ziemlich aufwendig gestaltet - in meinen Augen wurde dabei sogar übertrieben. Jede einzelne Parkbucht ist mit einer eigenen Ver- und Entsorgung ausgestattet. Wie so oft sieht man auch hier, dass offenbar kein Fachmann für das Wohnmobil-Reisen bei der Planung beteiligt war. Die Wasserhähne sind zum Teil zu niedrig angebracht und haben kein Gewinde, und die hübsch anzusehende Naturstein-Verblendung ist vor allem im Trichter der WC-Kassetten-Leerung völlig fehl am Platz - so etwas ist nie sauber zu halten. Das viele Geld hätte man besser dafür ausgegeben, dass mehr als nur fünf Wohnmobile Platz finden.
Ein Spaziergang durch den Ort offenbart, dass es nichts Besonderes zu sehen gibt. Wir finden noch nicht einmal eine Bar oder ein Café mit der Möglichkeit draußen zu sitzen. Nur der Kirchplatz sieht etwas nett aus - und natürlich die an vielen Stellen schon anzutreffende Mandelblüte.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Coripe nach Jerez de la Frontera
18. Januar 2022
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Coripe
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El Cuervo de Sevilla
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Jerez de la Frontera
Nach einer etwas ungeschickten Bewegung beim gestrigen Wechsel der Gasflasche habe ich heute "Rücken". Die eigentlich vorgesehene Wanderung zur uralten Steineiche Chaparro de la Vega - ein Naturdenkmal in der Nähe von Coripe - fällt deshalb aus. Das ist aber nicht so schlimm, denn vor ein paar Jahren waren Christa und ich schon einmal während einer Radtour auf der Vía Verde dort.
Da der wolkenlose Himmel in der letzten Nacht wieder eine Tiefsttemperatur von 0°C beschert (obwohl Coripe nur auf 300m Höhe liegt), ist das für mich ganz klar ein Signal, wieder in Richtung Meer zu fahren. Heute soll es erst mal nach Jerez de la Frontera gehen.
Vorher komme ich durch den Ort El Cuervo de Sevilla. Dort hatte ich schon vor zwei Jahren einen Stellplatz aufgesucht und dabei festgestellt, dass er unbrauchbar ist und ihn daraufhin aus der Stellplatz-Karte entfernt.
Heute schau ich ihn mir noch einmal an und bin überrascht - alles ist wieder wie neu und funktioniert. Die Stadt El Cuervo wirbt mit einem riesigen Plakat für diesen kommunalen Wohnmobil-Stellplatz - das kann aber nicht über die unschöne Lage direkt an der Hauptstraße hinweg täuschen.
Bis Jerez de la Frontera ist es nicht mehr weit. Hier gibt es seit kurzem einen neuen privaten Wohnmobil-Stellplatz, der quasi direkt in einem riesigen Einkaufszentrum an der Peripherie der Stadt liegt. Wer auf den unübersichtlichen Parkflächen und Zubringerstraßen die Orientierung verliert, kann die hoch aufragende Werbung von KFC (Kentucky Fried Chicken, Fastfood) als Ziel nehmen - direkt daneben ist die Einfahrt zum Stellplatz "Camper and Van".
Hier auf dem Stellplatz finde ich hoffentlich die Ruhe, meinen "Rücken" zu kurieren. Die kurzen Wege zu einer großen Auswahl an Geschäften, Restaurants und Cafés sind dabei eine gute Hilfe...
...genau wie die von Christa zubereiteten Leckereien, die zusammen mit einem herrlich süßen Cream-Sherry den Heilungsprozess unterstützen...
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- Geschrieben von gg-iberico
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