Spanien im Winter 2021-22
Von Rota nach Arcos de la Frontera
4. - 6. Februar 2022
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Rota
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Jerez de la Frontera
Gleich zwei Ereignisse sorgen dafür, dass ich Rota heute verlasse: an diesem Wochenende findet auf dem in der Nähe liegenden Recinto Ferial (Mehrzweckplatz) eine mehrtägige Veranstaltung des örtlichen Motorrad-Clubs statt. Das geht nicht ohne Lärm, und das habe ich schon beim letzten Mal in Rota miterlebt - das genügt. Außerdem ist ein Regentag mit stärkerem Wind angekündigt, was ich an der aktuellen Stelle unter einem Baum nicht erleben will.
Das eigentlich geplante nächste Ziel - die Stadt Cádiz - kommt bei diesen Wetteraussichten auch nicht in Frage. Kurzentschlossen geht es wieder nach Jerez de la Frontera, wo man mit einem guten Stromanschluss in Ruhe das Wochenende abwarten kann.
Auf dem Weg dorthin fahre ich noch an der Tankstelle "Las Marismas" vorbei, um mir den dortigen Wohnmobil-Service anzuschauen. Hier findet man nicht nur eine Ver- und Entsorgung, sondern auch eine für Wohnmobile geeignete Waschanlage, LPG-Verkauf und bei Bedarf auch einen Übernachtungsplatz.
Schon mittags erreiche ich den Wohnmobil-Stellplatz "Camper and Van" beim Einkaufszentrum in Jerez de la Frontera.
Es ist erst 12 Tage her, dass ich diesen Stellplatz verlassen habe, und natürlich hat sich seitdem nichts geändert. Leider ist auch die Baustelle direkt vor dem Stellplatz noch aktiv - und sogar am Wochenende wird gearbeitet.
Wir halten es trotzdem drei Tage aus - mit Wäschewaschen, Computer reparieren und anderem Zeitvertreib.
7. Februar 2022
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Jerez de la Frontera
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Arcos de la Frontera
Schon vor vielen Jahren, als ich im Vorbeifahren zum ersten Mal die Stadt Arcos de la Frontera auf ihrem Hügel liegen sah, hatte ich mir vorgenommen, dort einmal hin zu fahren.
Bisher hat das nie gepasst, was auch damit zu tun hat, dass es dort immer noch keinen offiziellen Wohnmobil-Stellplatz gibt. Es gibt allerdings einen großen, allgemeinen und kostenlosen Parkplatz, der von Wohnmobilisten gern zum Parken und Übernachten benutzt wird, und wo es von Seiten der Stadtverwaltung auch keine Bedenken gibt. Heute probier ich diesen Platz selbst aus.
Es ist erst früher Nachmittag, so dass einem Rundgang durch die Altstadt von Arcos de la Frontera nichts im Wege steht.
Direkt neben dem Parkplatz beginnt mit einer Fußgängerbrücke über die Hauptstraße der Weg in das historische Zentrum, das sich über den gesamten Bergrücken zieht. Entsprechend geht es erst mal bergauf.
Was von weitem so toll aussieht, ist wegen der engen Gassen aus der Nähe kaum zu fotografieren - das Castillo de los Duques de Arcos kann seine Größe gar nicht richtig präsentieren.
Die neben dem Castillo stehende Basílica de Santa María de la Asunción hat mehr Glück, denn die Plaza del Cabildo bietet zumindest auf einer Seite den nötigen Raum.
Direkt neben dem Platz befindet sich ein Aussichtspunkt mit einer spektakulären Aussicht - der Mirador del Coño. Von der höchsten Stelle des steilen Felsens, auf dem Arcos gebaut wurde, kann man über das Tal des Río Guadalete schauen, und hat gleichzeitig einen tollen Blick auf die unglaubliche Lage der Kirche Iglesia de San Pedro.
Wir gehen noch etwas weiter, bis zu der Stelle des Bergrückens, von wo aus sich die Bebauung den Hügel hinab zieht. Auch hier gibt es einen interessanten Aussichtspunkt - den Mirador de Abades. Von hier aus schweift der Blick über den im Tal liegenden Stausee mit dem Ortsteil El Santiscal.
8. - 9. Februar 2022
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Arcos de la Frontera
Wie erwartet ist es auf dem Parkplatz nur zwischen Mitternacht und 5 Uhr früh ausreichend ruhig. Ansonsten ist die vorbei führende Straße schon recht laut. Und da außerdem für heute und die kommende Nacht starker Wind gemeldet wurde, ziehe ich es vor, den Aufenthaltsort zu wechseln.
Der direkt nördlich von Arcos de la Frontera liegende Stausee, den wir gestern nur von weitem betrachtet haben, bietet sich für einen Besuch an.
Auf dem Weg dorthin schaue ich mir noch einen möglichen Übernachtungsplatz für Wohnmobile bei dem Restaurant/Hostal "La Plata" an (siehe Park4Night, GPS: 36.754, -5.7822). Dieser Platz ist bisher nicht bei womo-iberico eingetragen, und nach der heutigen Besichtigung wird das wohl auch erst mal so bleiben. Ein verschlossenes Tor, ein dahinter liegender leerer Asphaltplatz ohne Entsorgungsmöglichkeit, direkt neben der Hauptstraße und zu einem nicht gerade niedrigen Preis - das ist nicht attraktiv. Da nützt auch die Aussicht mit Blick auf die Altstadt von Arcos de la Frontera nicht.
Etwa 1 km weiter liegt der See und das Restaurant "La Molinera" (GPS: 36.7602, -5.7881). Hier finde ich einen guten Parkplatz außerhalb der "bewaldeten" Parkzone, so dass die Sonne weiterhin Strom erzeugen kann, während Christa und ich mit einem sehr schönen Blick über den See ein gutes Mittagessen genießen.
Eine anschließende Erkundung mit dem Wohnmobil entlang des Seeufers bringt uns zur Playa de Arcos - ein mit feinem Sand aufgeschütteter Badestrand. Hier finde ich auch einen ganz brauchbaren Platz zum Übernachten auf dem Parkstreifen (GPS: 36.7662, -5.784). Im Sommer oder an Wochenenden ist hier wahrscheinlich sehr viel mehr los, jetzt ist es nachts weitgehend ruhig.
Auf diesem hübschen Plätzchen bleiben wir zumindest zwei Tage, bis ich zwecks Ver- und Entsorgung den Ort Arcos de la Frontera wieder verlassen muss.
Es lohnt sich, dieses klassische "weiße andalusische Dorf" aufzusuchen.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Arcos de la Frontera nach Algar
10. Februar 2022
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Arcos de la Frontera
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Junta de los Ríos
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Algar
Das "weiße Dorf" Arcos de la Frontera ist es wirklich wert, besucht zu werden, allerdings benötige ich nach drei oder vier Tagen eine Entsorgungsmöglichkeit für die WC-Kassetten, und die nächsten offiziellen Stellplätze, die diesen Service bieten, sind etwa 40 km entfernt.
Deutlich näher ist eine Tankstelle im Süden von Arcos in der Nähe des Ortes Junta de los Ríos. Dort wird schon seit etlichen Jahren das Ver- und Entsorgen für Wohnmobile angeboten. Zwischendurch hat der Betreiber gewechselt, und es ist unklar, ob es den Service noch gibt. Also fahre ich heute dort hin.
Tatsächlich wird der Wohnmobil-Service noch mit einem großen Schild angekündigt, aber beim genauen Hinsehen bleibt davon nicht viel übrig. Insbesondere die Tatsache, dass man das Abwasser einfach in die Botanik laufen lassen soll, ist eigentlich ein schlechter Scherz. Immerhin hat man dafür extra eine Öffnung in die Betonumfassung "gebohrt".
Ich verlasse diesen Ort ohne Entsorgung und hoffe, dass das heutige Reiseziel - ein privater Stellplatz in Algar - diesbezüglich besser ausgestattet ist.
Ich fahre südlich des Guadalcacín-Stausees entlang und erfreue mich an der tollen Landschaft, während ich mich gleichzeitig darüber ärgere, dass es keine geeigneten Stellen zum Anhalten gibt, um schöne Fotos zu schießen.
Erst ganz am Ende gelingt mir ein Foto, das aber nicht annähernd die beeindruckenden Farben der vorherigen Buchten zeigt.
Kurz darauf erreiche ich die Finca "El Piketa" - ein Bauernhof mit Tierzucht (vor allem iberische Schweine), wo zur Zeit ein Wohnmobil-Stellplatz entsteht.
Die gesamte Finca umfasst ein riesiges Gelände, auf dem mehrere Bereiche für Wohnmobile vorgesehen sind. Ich stehe auf dem Schotterplatz, aber man könnte auch auf einer Wiese stehen oder auf Terrassen über dem Stausee mit tollem Ausblick.
Das Gelände hat gewaltiges Potential für einen hervorragenden Wohnmobil-Stellplatz, aber es gibt noch viel zu tun. Insbesondere die Sanitär-Anlagen müssen modernisiert werden, und auch die Ver- und Entsorgung ist nicht state-of-the-art. Das Abwasser soll z.B. einfach in eine Bodenwanne abgelassen werden - keine Ahnung, was dann damit passiert. Auf jeden Fall ist das auch nicht besser als bei der Tankstelle in Junta de los Rios.
11. - 13. Februar 2022
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Algar
Heute erfahre ich, dass an diesem Wochenende eine größere Zusammenkunft von Wohnmobilisten auf der Finca "El Piketa" stattfindet, die hier Karneval feiern wollen. Als erste Reaktion würde ich am liebsten gleich wieder abreisen, aber ich bleibe. Und ich nehme es vorweg - obwohl schließlich fast 80 Wohnmobile auf der Finca sind, bleibt alles erträglich.
Leider gibt es keine vernünftigen Wanderwege in dieser Gegend, vor allem keinen akzeptablen Weg hinunter zum Stausee. Christa und ich wandern deshalb an zwei Tagen auf einem kleinen Rundkurs zu dem etwa 2 km entfernten Ort Algar - einmal links herum, einmal rechts herum.
Am südlichen Ortsrand fällt ein Bauwerk auf, das von weitem wie eine Burgruine aussieht. Das Ganze ist allerdings sehr viel jünger und das Hobby eines ehemaligen Boxers - das Castillo de Pedro Lobato.
Im Ort selbst finden wir nicht viel Interessantes. Die Gassen gehen meist steil bergauf oder bergab...
...und dort wo es einigermaßen gerade ist, befindet sich eine Fußgängerzone mit viel Gastronomie, wo man zumindest sonntags offenbar einen großen Teil der Bevölkerung beim Speisen antrifft...
Christa und ich ziehen den Platz zwischen Kirche und Rathaus vor (Plaza de la Constitución). Hier gibt es eine Taberna, die zwar keine großartigen Speisen anbietet, aber Café-con-leche, Cerveza und Vino, und vor allem Sonne auch noch am Nachmittag.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Algar nach El Bosque
14. Februar 2022
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Algar
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Ubrique
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El Bosque
Nach langer Zeit regnet es mal wieder ein wenig in der Nacht, aber im Laufe des Vormittags verziehen sich die Wolken. Gegen Mittag endet dann auch unser Aufenthalt auf der Finca "El Piketa" und zurück bleiben nur wenige Wohnmobile - vor allem junge Eltern mit ihren Kindern, die hier ideale Spielflächen vorfinden.
Ich fahre zuerst zu dem etwa 30 km entfernten Ort El Bosque, weil ich von früheren Besuchen weiß, dass der dortige Stellplatz eine gut funktionierende Ver- und Entsorgungsstation hat. Endlich wieder ein richtiger Abwasser-Gully, wo man mit dem Wohnmobil drüber fahren kann. Und das Trinkwasser, dort am Rande der Sierra de Grazalema, gehört sowieso zu den besten in Spanien.
Bevor ich mich in El Bosque zum Übernachten niederlasse, ist noch ein Ausflug in die etwa 15 km entfernte Nachbarstadt Ubrique geplant.
Auch dort, auf dem offiziellen Stellplatz, könnte man übernachten - nur nicht von Montag auf Dienstag, weil dienstags dort immer der Wochenmarkt stattfindet. Deshalb ist für heute nur ein Tagesbesuch vorgesehen.
Zuerst komme ich in Ubrique am Ortseingang bei einer Repsol-Tankstelle vorbei, die seit einigen Jahren einen richtigen Wohnmobil-Stellplatz anbietet. Den habe ich noch nicht persönlich besucht, was ich heute nachhole.
Die Lage ist natürlich nicht besonders schön - man steht zum Übernachten hinter dem Gebäude der Tankstelle - aber es sind alle notwendigen Services vorhanden.
Dann kommt wieder das Abenteuer der Anfahrt zum kommunalen Wohnmobil-Stellplatz auf der anderen Seite der Stadt. Ein Blick über das Tal mit den eng zusammen gedrängten Häusern lässt ahnen, dass es mit größeren Fahrzeugen leicht zu Problemen kommen kann.
Nach meinem letzten Besuch, wo es genau zu solchen Problemen kam, hatte ich eine brauchbare Strecke zur An- und Abfahrt herausgefunden. Und heute klappt es auf Anhieb - bis ich an der Einfahrt zum Recinto Ferial, wo sich der Parkplatz befindet, vor einer Absperrung stehe.
Aber schnell erkenne ich, dass es sich nur um eine Warnung für den nächsten Tag handelt, denn in Ubrique startet am 16.Februar die diesjährige Andalusien-Rundfahrt der Profi-Radfahrer. Und ich lerne in diesem Zusammenhang auch, dass der Wochenmarkt nicht mehr jeden Dienstag stattfindet, sondern eher alle zwei Wochen dienstags, aber auch nicht regelmäßig... (aktuelle Termine findet man auf der Homepage unter "Calendario de Mercandillo").
Ich kann also doch quer über den Platz fahren, um den in der hintersten Ecke angelegten Wohnmobil-Stellplatz aufzusuchen.
Allerdings ist von dem Stellplatz nur noch der Park- und Übernachtungsbereich übriggeblieben, denn die früher vorhandene Euro-Relais-Servicestation ist offenbar schon seit letztem Jahr nicht mehr in Betrieb und wird jetzt unter einer voluminösen Metallkiste versteckt.
Der für Wohnmobile reservierte Teil des Recinto Ferial ist zumindest heute komischerweise leer - während etliche Wohnmobile auf dem normalen, allgemeinen Parkplatz stehen und jeweils zwei bis drei Pkw-Plätze verschwenden. Damit macht man sich keine Freunde unter den Einwohnern der Stadt...
Ich parke lieber in dem vorgesehenen Wohnmobil-Bereich, dann brechen Christa und ich zu einem Stadtrundgang auf. Vor allem die etwa 1 km entfernte Altstadt wollen wir diesmal aufsuchen.
Es gibt keine riesigen Monumente zu bestaunen, aber die überall sauberen Gassen und blendend weißen Fassaden vor den steil aufragenden Felsen ergeben ein hübsches Gesamtbild. Der Platz vor dem Rathaus, mit dem einfachen Namen La Plaza, und das Gebäude des Kapuziner-Konvents, das jetzt ein Leder-Museum beherbergt, fallen dabei besonders auf.
Nach der Rückkehr zum Wohnmobil breche ich umgehend zur Rückfahrt nach El Bosque auf, denn es ist schon ziemlich spät - die Sonne bleibt uns nur noch 20 Minuten erhalten.
Schließlich erwische ich den letzten freien Platz auf dem üblichen Parkstreifen neben der Plaza de Toros in El Bosque - dann ist für heute Ruhe angesagt.
15. - 16. Februar 2022
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El Bosque
Mit seiner Lage am Rand des Naturparks "Sierra de Grazalema" ist El Bosque ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge und Wanderungen. Eine Möglichkeit ist der Wanderweg Sendero del Río Majaceite, der entlang des kleinen Flusses von El Bosque in das Bergdorf Benamahoma führt.
Man kann die Wanderung direkt beim Stellplatz beginnen und geht dann etwa 5 km leicht bergauf, fast immer am Wasserlauf entlang und meist im Schatten.
Der Río Majaceite ist bekannt für seine Forellen, die in dem sehr klaren Wasser offenbar hervorragende Verhältnisse vorfinden. Christa und ich haben uns davon in dem Restaurant El Maño in El Bosque persönlich überzeugt.
Am zweiten Tag unseres Aufenthaltes in El Bosque hat Christa noch dem botanischen Garten "El Castillejo" einen Besuch abgestattet. Dort kann man sich beim Herumspazieren über die regionale Pflanzenwelt der Sierra de Grazalema informieren.
Als "Tor zum Naturpark Sierra de Grazalema" hat der kleine Ort El Bosque für Wohnmobil-Reisende, die nicht nur in der Sonne sitzen wollen, einiges zu bieten. Allerdings muss das Wetter mitspielen, denn die Sierra de Grazalema gehört zu den regenreichsten Gebieten Spaniens.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von El Bosque nach Grazalema
17. Februar 2022
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El Bosque
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Grazalema
Völlig unerwartet muss nachts eine Kaltfront durchgezogen sein, denn das Thermometer sinkt bis auf 1°C. Aber nach dem Frühstück scheint wieder die Sonne vom wolkenlosen Himmel und alles ist in Ordnung.
Heute will ich die Sierra de Grazalema durchqueren und komme dabei natürlich durch den Ort Grazalema. Hier war ich zum letzten Mal 2017 (siehe Reiseblog Frühjahr 2017). Seit damals war Grazalema für mich eine wohnmobil-feindliche Stadt, die in meinen Reiseplänen nicht mehr vorkam.
Schon beim ersten Parkplatz am westlichen Ortsrand stelle ich fest, dass das Verbotsschild für das Übernachten im Wohnmobil entfernt wurde. Auch vor dem Parkplatz im Ortskern (der für "richtige" Wohnmobile aber sowieso nicht geeignet ist) wurde das spezielle Wohnmobil-Schild "entwertet".
Und auf dem Parkplatz am östlichen Ortsausgang sehe ich etliche Wohnmobile stehen, so dass ich ebenfalls hier anhalte, um mich nach der aktuellen Situation zu erkundigen.
Das Übernachten im Wohnmobil wird hier offenbar toleriert, was mir bei einer späteren Nachfrage im Büro der Touristen-Information auch bestätigt wird.
Christa und ich entscheiden uns dafür, zumindest eine Nacht hier zu bleiben und Grazalema auch einmal bei schönem Wetter zu besuchen.
Vom Parkplatz ist das Ortszentrum etwa 1 km entfernt. Es geht etwas bergauf, so dass man zu Fuß 15-20 Minuten benötigt. Dann erreicht man die Plaza de España mit einigen Restaurants bzw. Bars.
Bevor wir uns hier niederlassen, entdecken wir in den Felsen hinter den Gebäuden einen Weg, der offenbar den Hügel hinauf führt. Da die körperliche Bewegung heute noch etwas zu kurz gekommen ist, suchen wir den Einstieg in den Klettersteig, der uns schließlich zu einer zerfallenen, alten Kapelle bringt (Ermita del Calvario) und dann noch weiter bis zu einem Aussichtspunkt - den Mirador del Santo.
Noch bevor die Plaza de España ganz im Schatten liegt, sind wir wieder unten und können noch einen Café-con-leche in der Sonne genießen.
18. - 19. Februar 2022
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Grazalema
Der Parkplatz, auf dem wir übernachtet haben, hat einen großen Nachteil - er liegt direkt neben der Hauptstraße A-372. Und direkt vor dem Parkplatz sind Schwellen in die Fahrbahn eingelassen, die zwar nicht die Geschwindigkeit der vorbei rauschenden Fahrzeuge reduzieren, aber erheblichen Krach verursachen. Zum ersten Mal auf dieser Reise habe ich morgens ab 5 Uhr Ohrenstöpsel verwendet, um weiter schlafen zu können.
Das Wetter soll heute weiterhin sehr sonnig und warm sein, deshalb wollen Christa und ich einer Empfehlung des Mitarbeiters der Tourist-Info folgen und auf einem etwa 8 km langen Rundweg um den "großen Felsen" (Peñón Grande) wandern.
8 km ist in der Ebene nicht viel, aber vom Parkplatz aus werden es sowieso 10 km sein, und dabei ist ein Höhenunterschied von über 500m zu bewältigen. Wer sich den Anmarsch vom Parkplatz am östlichen Ortsrand sparen will, kann direkt beim Startpunkt der Route auf dem Parkplatz am westlichen Ortsrand gegenüber vom Campingplatz parken (GPS: 36.7592, -5.3737). Ob man dort auch übernachten darf, weiß ich nicht.
Vom Start weg geht es gleich kräftig bergauf, immer an der Flanke des Felsenmassivs des Peñón Grande entlang. Der Weg ist nicht markiert, aber er ist meist gut erkennbar.
Wenn man denkt, der höchste Punkt ist gleich erreicht, senkt sich das Gelände in ein kleines Tal - der Llano del Endrinal wird offenbar zeitweise als Viehweide benutzt, jetzt nutzen wir diese windgeschützte Ebene für eine Pause.
Danach nehmen wir die letzten Höhenmeter in Angriff und erreichen auf der Passhöhe Puerto de las Presillas mit 1250m den höchsten Punkt der Tour.
Der Weg geht jetzt fast nur noch bergab. Wenn man die Hauptstraße A-372 an der Passhöhe Puerto del Boyar erreicht, ist das Schwierigste vorbei. Der restliche Weg ist ein leichter Spazierweg der meist parallel zur Straße verläuft, bis man wieder den Startpunkt beim Campingplatz erreicht.
Aber auch dieses Wegstück ist nicht langweilig. Man hat immer das gegenüber liegende Bergmassiv Sierra de las Cumbres vor Augen - auch dort sind bestimmt schöne Bergwanderungen machbar.
Nach etwa 4 Stunden ist die Wanderung beendet. Auf der Plaza de España werfen wir noch ein paar Tapas ein, bevor wir zum Wohnmobil zurückkehren.
Ich staune nicht schlecht, als ich sehe, wie voll der Parkplatz inzwischen geworden ist. Am Ende werden es 25 Wohnmobile aller Größen sein, die hier die Nacht verbringen - und mir tun alle diejenigen leid, die direkt neben der Straße stehen, während ich heute ohne Ohrenstöpsel schlafen kann, weil es für mich eine "Schallschutzmauer" gibt...
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Grazalema nach Algodonales
20. Februar 2022
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Grazalema
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Algodonales
Nach drei Tagen in Grazalema geht die Reise heute weiter - allerdings nur knapp 30 km nach Norden zum Ort Algodonales, wo es einen Wohnmobil-Stellplatz mit Ver- und Entsorgung gibt.
Die Strecke durch die Berge offenbart noch viele Stellen, wo sich schöne Wanderungen anbieten, aber ich brauche jetzt erst mal wieder etwas Zeit, um einige liegen gebliebene "Arbeiten" zum Reiseblog und zur womo-iberico-Webseite nachzuholen.
Ich fahre am Stausee Embalse de Zahara entlang und unterhalb des namensgebenden Ortes Zahara de la Sierra vorbei...
und nur wenige Kilometer weiter stehe ich vor dem Wohnmobil-Stellplatz am Recinto Ferial von Algodonales.
An der Einfahrt prangt ein nicht zu übersehendes Schild mit dem Hinweis, dass der Aufenthalt maximal 72 Stunden dauern darf.
Offenbar will die Stadt jetzt etwas gegen die Dauercamper-Plage unternehmen. Dabei hat wahrscheinlich das Abschalten der kostenlosen Stromversorgung mehr bewirkt als das 72h-Schild, denn auf diesem Stellplatz war von Anfang an nur ein Aufenthalt von drei Tagen erlaubt.
Was auch immer der Grund ist - zur Zeit gibt es auf dem Stellplatz in Algodonales eine ausgeprägte Fluktuation, so dass man problemlos freie Plätze findet. Ich kann mich sogar an der selben Stelle niederlassen, wo ich beim letzten Mal stand.
21. - 22. Februar 2022
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Algodonales
Obwohl der Kalender immer noch behauptet, es sei Winter, sind die Temperaturen sogar im Landesinneren eher sommerlich - bis zu 25°C im Schatten messe ich, nachts geht es auf 9-12°C zurück. Die abgeschaltete Stromversorgung ist für mich bei diesem Wetter kein Thema - die Solar-Paneele sind schon mittags mit ihrem Tagespensum fertig.
Große Wanderungen sind in Algodonales nicht geplant, aber einmal pro Tag spazieren Christa und ich in den Ort um irgendwo einen Café-con-leche zu trinken. Und diesmal ist es auch gar nicht wichtig, ob wir einen Platz in der Sonne finden - auch im Schatten kann man es gut aushalten.
Die meisten Restaurants findet man im Ortszentrum an der Plaza Alameda vor der Kirche, aber wir entdecken auch eine nette Bar am Busbahnhof ("La Estación", GPS: 36.8809, -5.4), wo man viel ruhiger sitzt, wahlweise in der Sonne oder unter schattigen Bäumen.
Wer in der Umgebung etwas wandern will, findet mehrere Wege, südlich oder nördlich um den Ort herum, immer mit schönen Ausblicken auf den Ort Algodonales oder auf den ein paar Kilometer entfernten Ort Zahara de la Sierra, den man auch direkt vom Stellplatz aus sehen kann.
Eine schöne, kurze Wanderung durch die Hügel hinter Algodonales findet man im Reiseblog meines vorherigen Besuchs im Frühjahr 2019: "Sendero Las Fuentes".
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- Geschrieben von gg-iberico
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