Nordspanien im Herbst 2016
8. September 2016, Vall de Boí
- Vall de Boí
- Caldes de Boí
- Taüll
Nach dem gestrigen Wandertag müssen wir uns natürlich erst einmal erholen. Aber ein wenig herum spazieren kann ja nicht schaden.
Bei weiterhin schönem Wetter fahre ich mit dem Wohnmobil bis ans Ende des Tals Vall de Boí - oder genauer: bis nach Caldes de Boi, wo es für Wohnmobile nicht mehr weitergeht. Die Straße zum knapp 4km entfernten Stausee Presa de Cavallers auf 1800m Höhe ist nur für Fahrzeuge bis 2m Breite erlaubt.
Wir begnügen uns mit einem Spaziergang durch den "Kurpark" des Thermalbades Caldes de Boí, das eigentlich nur aus zwei Hotels und einem Gebäudekomplex mit kleinen Souvenir-Geschäften besteht. Ansonsten sprudelt überall Wasser aus verschiedensten Quellen.
Caldes de Boí steht sogar im Guiness-Buch der Rekorde. 37 Quellen zwischen 4°C und 56°C mit unterschiedlichen "Geschmacksrichtungen" sind offenbar einmalig auf der Welt.
Anschließend fahre ich noch nach Taüll. Dieser kleine Ort liegt in 1500m Höhe ebenfalls im Tal Vall de Boí und beherbergt gleich zwei der neun romanischen Kirchen, durch die Vall de Boí zum UNESCO-Weltkulturerbe wurde.
Ein großer Parkplatz befindet sich direkt vor der Haupt-Kirche Sant Climent. Hier finden auch größere Wohnmobile Platz.
Nach einem guten Mittagessen im Restaurant Mallador unter mächtigen, Schatten spendenden Bäumen geht es zum Stellplatz in Barruera zurück. Wir werden wohl noch eine dritte Nacht im Vall de Boí verbringen.
- Details
- Geschrieben von gg-iberico
9. September 2016, Aínsa
- Vall de Boí
- Aínsa
Das waren drei Tage im Vall de Boí, die mir wirklich gut gefallen haben. Aber wenn man in Nord-Spanien unterwegs ist, insbesondere im Hochgebirge, dann muss man immer mit einem Auge auf die Wetterkarte schauen.
Für heute ist fast überall Regen und Gewitter gemeldet, allerdings erst ab nachmittags. Danach sollen noch einmal drei schöne Tage kommen, bis ein größeres Regengebiet uns den Spaß im Norden für einige Zeit verderben will.
In die drei Schönwettertage werde ich alles reinpacken, was ich in den Pyrenäen noch unbedingt besuchen will.
Den heutigen Regentag werde ich in Aínsa abwettern. Den Ort kenne ich schon aus dem letzten Jahr und weiß, dass man dort auch bei schlechtem Wetter ganz gut aufgehoben ist.
Die Fahrt geht wieder über die "Pyrenäen-Achse" N-260, die insbesondere auf dem Teilstück zwischen Castejón de Sos und Campo in der Schlucht des Río Ésera eine äußerst spannende und gleichzeitig schöne Kurvenstrecke bietet. Vor allem wenn ein Reisebus entgegen kommt.
Schließlich erreiche ich aber unbeschadet Aínsa, das übrigens mit Recht zu den "schönsten Dörfern Spaniens" gehört.
Der Übernachtungsplatz ist der riesige Parkplatz neben dem Eingang zum Castillo. Da findet man immer eine geeignete Stelle, auch wenn, wie an diesem Wochenende, eine Agrarmesse im Burghof stattfindet.
Da bisher nur Donnergrollen in der Ferne zu hören ist, spazieren wir noch etwas durch die Verkaufsstände und probieren regionale Produkte.
Zum Abschluss gönnen wir uns noch ein Getränk auf dem großen Platz der Altstadt, bevor wir uns gerade noch rechtzeitig vor dem erwarteten Regen ins Wohnmobil zurückziehen.
- Details
- Geschrieben von gg-iberico
10. September 2016, Asín de Broto
- Aínsa
- Torla-Ordesa
- Asín de Broto
Der Regen hat sich verzogen, die Sonne lacht wieder vom Himmel, und wir können die nächste Bergtour angehen.
Vor uns liegt der zweite große Pyrenäen-Nationalpark, der Parque Nacional de Ordesa y Monte Perdido.
Mit dem Wohnmobil fahre ich bis Torla (oder Torla-Ordesa, wie der Ort seit 2 Jahren offiziell heißt). Hier gibt es einen großen Parkplatz am Ortseingang beim Besucherzentrum des Nationalparks. Direkt daneben fahren die Autobusse ab, mit denen man in das Ordesa-Tal gelangt.

Bemerkung: die Autobusse fahren nur in der Sommer-Saison, in diesem Jahr bis zum 11.9.2016. Während dieser Zeit dürfen keine privaten Fahrzeuge in den Nationalpark. Außerhalb der Saison kann man offenbar auch mit dem Wohnmobil bis zum Autobus-Haltepunkt (Pradera de Ordesa) fahren. Übernachten im Wohnmobil darf man im Nationalpark aber auf keinen Fall.
Der Ordesa-Nationalpark bietet viel Hochgebirge und viel bewaldete Schluchten. Beides kann man ausgehend von der Bushaltestelle zu Fuß erreichen, für die hohen Berge muss man aber viel Zeit mitbringen.
Wir entscheiden uns diesmal für die einfache Variante und wandern durch das schattige Tal des Río Arazas zu einem Wasserfall, der Cascada del Estrecho.
Nach etwa 2½ Stunden sind wir zurück an der Bushaltestelle und bald darauf wieder beim Wohnmobil in Torla.
Auch dieser Nationalpark bietet tolle Landschaften. Allerdings war der gewählte Wanderweg für meinen Geschmack zu schattig. Man sieht fast nie die hohen Gipfel. Beim nächsten Mal würde ich eine organisierte 4x4-Tour mitmachen, die in die Hochgebirgsregion geht.
Zum Übernachten fahren wir ein paar Kilometer zurück nach Asín de Broto, wo nach meinen Informationen vor 2 Monaten ein privater Stellplatz bei einer Herberge mit Bungalow-Vermietung eröffnet wurde.
Auf Nachfrage bei der Rezeption wird mir aber erklärt, dass der Stellplatz zwar geplant ist, aber erst im kommenden Jahr fertiggestellt wird. Wir dürfen aber diese Nacht auf dem Gelände der Herberge verbringen.
Den Erklärungen der netten Dame von der Rezeption konnte ich entnehmen, dass es offenbar Störfeuer im Genehmigungsprozess gibt. Ich bin nicht sicher, ob dieser Stellplatz im nächsten Jahr verwirklicht wird. Auf jeden Fall werde ich ihn bei WOMO-IBERICO vorerst nicht mehr anbieten.
- Details
- Geschrieben von gg-iberico
11.-12. September 2016, Jaca
- Asín de Broto
- Canfranc-Estación
- Jaca
Ein letztes Ziel in den Pyrenäen gilt es noch abzuhaken - am Beginn der Pass-Straße (N-330a) nach Frankreich über den Puerto de Somport liegt der Ort Canfranc, den ich unbedingt aufsuchen will.
Dafür gibt es zwei Gründe: erstens befindet sich hier ein ca. 100 Jahre altes Bahnhofsgebäude von gigantischen Ausmaßen mitten im Gebirge, und zweitens soll es hier einen Wohnmobil-Stellplatz geben, den ich noch dokumentieren will.
Wer sich dafür interessiert, warum in Canfranc ein derartig großer Bahnhof gebaut wurde (241m lang), kann das bei Wikipedia nachlesen.
Das riesige Gebäude kann man leider nicht so einfach von innen anschauen, weil es stark baufällig ist. Aber schon die Außenansicht ist beeindruckend.
Die ehemalige Bahnstrecke, die hier vorbeiführte, hatte Spanien mit Frankreich verbunden. Zu diesem Zweck wurde ein zur damaligen Zeit ebenfalls bemerkenswerter Tunnel von 8 km Länge gebaut.
Die Tunnel-Einfahrt auf spanischer Seite ist nur wenige hundert Meter vom Bahnhof entfernt und ist ein beliebtes Foto-Motiv.
Direkt neben der Tunnel-Einfahrt sollte der Übernachtungsplatz für Wohnmobile sein. Aber irgendwie sieht es jetzt eher wie der Privatparkplatz eines Hotels aus. Da muss ich noch in der Touristik-Abteilung von Canfranc nachhaken.
Ich parke das Wohnmobil einfach dort, wo früher die Gleise lagen - mit direktem Blick in den Tunnel.
Als Übernachtungsplatz gefällt mir diese Stelle nicht. Ich fahre wieder zurück ins Flachland zum Ort Jaca, der seit einiger Zeit einen offiziellen Wohnmobil-Stellplatz anbietet. Als ich im letzten Jahr in Jaca vorbei kam, war der Stellplatz noch eine Baustelle.
Da es immer noch sehr heiß ist, versuchen alle einen Schattenplatz zu ergattern - ich natürlich auch. Und nach ein bisschen hin und her funktioniert auch der Fernseh-Empfang.
Nachdem die Nacht recht ruhig verlaufen ist, werden wir heute noch in Jaca bleiben. Sonne ist genug vorhanden, um die Batterien wieder aufzuladen.
Wir spazieren zum Mittagessen ins Ortszentrum, denn bei der aktuellen Hitze ist Kochen im Wohnmobil keine gute Idee.
Außerdem machen wir gleichzeitig eine Ortsbesichtigung, aber es gibt nicht viel Interessantes zu bewundern.
Am auffälligsten ist noch die Kathedrale, die allerdings eher unscheinbar ist...
und die historische Zitadelle, die zumindest von außen auch nicht so beeindruckend ist...
Zurück beim Wohnmobil werden alle Fenster, Dachluken und Tür geöffnet - und trotzdem sind jetzt, während ich diese Zeilen schreibe, um fast Mitternacht noch 27°C im Fahrzeug (draußen sind es nur 24°C).
Ab morgen soll es kühler und feuchter werden - aber eigentlich ist das auch nicht so toll.
- Details
- Geschrieben von gg-iberico
13.-14. September 2016, Sabiñánigo
- Jaca
- Sabiñánigo
Nach der Hitze der letzten Tage ist ab heute Nachmittag in weitem Umkreis Regen und Gewitter gemeldet. Optimal wäre jetzt ein asphaltierter Stellplatz mit leichtem Gefälle, und ein Strom-Anschluss, der die fehlende Sonne ersetzt.
Zufällig gibt es so etwas im nur etwa 20 km entfernten Ort Sabiñánigo. Dort war ich vor fast genau einem Jahr kurz nach seiner Einweihung schon einmal - und wurde wieder weggeschickt, weil auf dem Gelände des Stellplatzes eine Veranstaltung vorbereitet wurde.
Auch in diesem Jahr stand das Stellplatz-Gelände Anfang September wegen zweier Veranstaltungen nicht zur Verfügung. Aber genau ab heute kann man den Wohnmobil-Stellplatz wieder nutzen. Glück gehabt !
Wir sind am frühen Nachmittag in Sabiñánigo und ich stelle das Wohnmobil erst mal in die äußerste Ecke des Stellplatzes. Nur dort ist es einigermaßen waagerecht und Christa kann etwas Leckeres kochen.
Nach dem Essen zieht zwar langsam die angekündigte Schlechtwetter-Front auf, aber wir wagen noch einen Kurzbesuch im Ortszentrum.
Viel gibt es nicht zu sehen, vor allem nichts historisch Wertvolles. Der Ort Sabiñánigo entstand erst im Zusammenhang mit dem Eisenbahnbau Richtung Frankreich kurz vor 1900.
Für Radsport-Freunde ist Sabiñánigo allerdings eine wichtige Adresse. Viele spannende Bergstrecken sind in der Umgebung zu finden, und hin und wieder ist auch die "Vuelta" (Spanien-Rundfahrt) zu Gast.
Am Pirenarium (so heißt das städtische Gebäude neben dem Stellplatz) ist das Fahrrad als Kunstobjekt zu finden, und vor dem Eingang gibt es eine Fahrrad-Reparatur-Station mit allen nötigen Werkzeugen (mit Drahtseilen festgebunden) zur freien Verfügung.
Kurz nach der Rückkehr zum Wohnmobil fängt es an zu regnen, und dann beginnt auch das "versprochene" Gewitter. Der Regen bleibt uns den ganzen Abend erhalten, aber gegen Mitternacht hört er auf und man kann einigermaßen ruhig schlafen.
Bei dem starken Regen am gestrigen Abend hat sich die Policía Local nicht blicken lassen, um die Stellplatz-Gebühr zu kassieren. Dafür kommt sie schon heute früh um halb neun und klopft auch an die eine oder andere Tür. Ich bekomme eine Quittung über 4 € mit dem Hinweis dass ich zwei Tage stehen bleiben darf.
Mal sehen wie sich das Wetter entwickelt - aber heute bleibe ich auf jeden Fall noch in Sabiñánigo.
- Details
- Geschrieben von gg-iberico
Seite 3 von 11