Nordspanien im Herbst 2016
18. Oktober 2016, Tineo
- Gijón
- Oviedo
- Grado
- Tineo
Das Wetter ist zwar nicht sehr vielversprechend, aber für einen Trip ins Inland sollte es reichen. Zumindest die Temperaturen sind mit etwa min. 12°C und max. 18°C in Ordnung.
Das erste Ziel ist Oviedo - die Hauptstadt von Asturien. Knapp 30 km Autobahn sind schnell geschafft, dann stehe ich auf dem städtischen Wohnmobil-Stellplatz. Nun bin ich schon zum zweiten Mal hier, aber auch diesmal werde ich nur eine Mittagspause machen, denn zum Besuch einer Großstadt habe ich heute keine Lust.
Es geht weiter ins Inland, wo die Berge Asturiens auf mich warten. Das Fahren mit dem Wohnmobil ist in dieser Gegend nicht gerade erholsam, es geht immer wieder kleine Pässe rauf und runter, und geradeaus fahren geht eigentlich gar nicht.
Von Oviedo nach Grado wird irgendwann eine Autobahn gehen, jetzt ist es noch die N-634. Der Ort Grado sollte eigentlich das Tagesziel sein, weil er noch unter 100m Höhe liegt. Das verspricht angenehme Nachttemperaturen.
Aber leider habe ich den falschen Tag erwischt - genau ab heute ist der Wohnmobil-Stellplatz für eine Woche gesperrt, weil hier ein Zirkus gastiert.
Ich schau mir noch die nähere Umgebung an, ob es eine vernünftige Alternative zum Übernachten gibt, aber so richtig gefallen mir die Möglichkeiten nicht.
Also geht es doch noch weiter in die Berge bis nach Tineo, das dann immerhin schon auf fast 700m Höhe liegt.
Der Ort Tineo hat vor einiger Zeit einen neuen Wohnmobil-Stellplatz eingerichtet. Schon beim Betrachten der ersten Bilder hatte ich Bedenken, dass dort ein geeigneter Übernachtungsplatz ist. Schon auf den Fotos war das starke Gefälle zu erkennen.
In den ersten Veröffentlichungen war auch noch die Rede von zwei für Wohnmobile reservierten Plätzen. Bei meinem Besuch finde ich dann doch keine reservierten Plätze und das Gefälle auf dem allgemeinen Parkplatz ist so stark, dass selbst mit allen meinen Unterlegkeilen und Zusatzbrettern kein Ausgleich möglich ist.
Da eine Weiterfahrt wegen der fortgeschrittenen Zeit nicht mehr in Frage kommt, nutze ich die zweite Übernachtungs-Option: den Recinto Ferial. Dies ist ein Mehrzweck-Platz für Messen, Kirmes oder andere Fiestas, den es in irgendeiner Form in nahezu jeder spanischen Stadt gibt.
In Tineo hat offenbar kürzlich auf dem Recinto Ferial noch ein Viehmarkt stattgefunden - die Hinterlassenschaften und Vieh-Stallungen sprechen eine deutliche Sprache.
Heute ist aber alles leer - der riesige Platz gehört mir (fast) allein. Nur ein paar Jogger oder Spaziergänger mit Hunden kommen am Wohnmobil vorbei - und müssen einen ungewohnten Haken schlagen, weil ich offenbar mitten auf ihrem üblichen Weg stehe.
Aber die Nacht ist sehr ruhig, sogar die Kirchenglocken und ein paar kläffende Hunde schweigen nachts.
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- Geschrieben von gg-iberico
19.-20. Oktober 2016, Tapia de Casariego
- Tineo
- Grandas de Salime
- Pesoz
- Boal
- Tapia de Casariego
Nach ein paar Regentropfen in der Nacht ist am Vormittag wieder ab und zu die Sonne zu sehen. Die Wolken hängen nicht zu tief, so dass der Weiterfahrt durch die asturianischen Berge nichts im Wege steht.
Gleich das erste Teilstück bis zum Ort Grandas de Salime über die AS-15 und AS-14 ist mit etwa 80 km das längste und bietet viele Kurven und viel Auf und Ab. Die Höhenlage ändert sich mehrfach zwischen 150m und über 1000m. Ein echter Härtetest für die Wohnmobil-Bremsen.
In Grandas de Salime schaue ich mir den neuen Wohnmobil-Stellplatz an, der in einer ruhigen Ecke eines allgemeinen Parkplatzes liegt - zwischen Sporthalle und Viehweide. Hier könnte man ganz bestimmt gut übernachten, aber ich will heute noch etwas weiter.
Ich laufe einmal durch den Ort, finde aber nur wenig Interessantes. Die Grundversorgung kann hier aber sichergestellt werden, einschließlich der einen oder anderen Kneipe.
Von Grandas de Salime aus geht es auf der AS-12 wieder nach Norden Richtung Küste. Nur wenige Kilometer weiter liegt der kleine Ort Pesoz, der auf dem Parkplatz bei einem Picknick-Bereich explizit das Parken und Übernachten für Wohnmobile erlaubt. Diesen Stellplatz dokumentiere ich natürlich, aber persönlich halte ich nicht viel von solchen Plätzen neben irgendwelchen Durchgangsstraßen.
Die AS-12 folgt im wesentlichen dem Tal des Río Agüeira, später dem Río Navia. Beide bilden interessante Schluchten und Stauseen.
Ich folge diesem Weg und stoße bei Boal auf einen weiteren ganz neuen Wohnmobil-Stellplatz. Auch dieser liegt neben einem Picknick-Bereich, aber nicht an einer Hauptstraße, sondern etwas abseits bei einem Sportplatz. Im Sommer sicher ein gut besuchter Platz - jetzt ist es sehr ruhig.
20 km weiter lande ich bei Navia auf der Küstenautobahn A-8 und fahre noch ein Stückchen nach Westen bis zu einem meiner Lieblingsorte: Tapia de Casariego.
Auf dem dortigen Wohnmobil-Stellplatz ist endgültig Schluss für heute. Nach etwa 170 km durch die Berge von Asturien ist morgen auf jeden Fall ein Ruhetag.
Um halb zehn morgens werde ich durch ein Klopfen an der Tür aus dem Bett geholt - die Policía Local will mir erklären, dass ich einen Parkschein brauche. Dabei hat der Freund-und-Helfer nur nicht richtig hingeschaut - ich hatte den Parkschein, von außen gut sichtbar, an die Seitenscheibe geklebt (weil die Frontscheibe immer beschlägt und dadurch undurchsichtig wird).
Dieser Tag soll ja ein Ruhetag sein - etwas herum spazieren kann aber nicht schaden, und dabei kann man auch gleich ein Mittagsmenü zu sich nehmen. Im Hafenbereich von Tapia de Casariego gibt es eine gute Auswahl an Restaurants/Bars.
Dann muss ich aber zusehen, dass ich mit meinem Reiseblog aktuell bleibe, während Christa windgeschützt in der Sonne sitzen und auf das Meer schauen darf...
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- Geschrieben von gg-iberico
21.-22. Oktober 2016, San Cosme de Barreiros
- Tapia de Casariego
- Ribadeo
- San Cosme de Barreiros
Im Laufe des gestrigen Ruhetages ist eine richtungsweisende Entscheidung gefallen: da ich trotz Nachbesserung an der Handbremse mit der gesamten Bremsanlage des Wohnmobils weiterhin unzufrieden bin, werde ich die laufende Reise abkürzen und noch im November nach Deutschland zurückkehren.
Dort wird sich dann zeigen, ob eine umfassende Reparatur sinnvoll ist, oder ob nicht doch ein neues/anderes Wohnmobil besser wäre.
Ich werde also nicht mehr bis in den letzten Winkel Galiciens fahren, sondern schon jetzt in einer großen Kurve Richtung Mittelmeer zurückkehren.
Gegen Mittag verlasse ich Tapia de Casariego und fahre zuerst nach Ribadeo, wo man beim Lidl-Supermarkt gut parken und einkaufen kann. Als Zugabe gibt es nebenan beim Eroski-Supermarkt eine kostenlose Ver- und Entsorgungsstation für Wohnmobile.
Hier in Ribadeo verläuft übrigens die "Grenze" zwischen Asturien und Galicien, so dass ich doch noch ein wenig die westlichste Region Spaniens streife.
Nur wenige Kilometer weiter befindet sich die Ría de Foz mit dem Ort Foz an der Westseite. Der dortige Stellplatz gehört mit zu meinen Lieblingsplätzen. Heute fahre ich aber auf die Ostseite der Ría, wo in dem Ort San Cosme de Barreiros im Sommer ein neuer Wohnmobil-Stellplatz direkt am Strandzugang zum Praia de Anguieira eingerichtet wurde.
Hier steht man genau gegenüber vom Stellplatz in Foz und kann zusehen, wie dort die Wohnmobile kommen und gehen, während man in San Cosme nahezu alleine ist (zumindest jetzt in der Nebensaison).
Bei herrlichem Sonnenschein und einer frischen Brise bietet sich ein Spaziergang an. Am besten über den Küstenweg, der bis zu den berühmten Felsgebilden am Strand von As Catedrais (deutsch: die Kathedralen) geht. Das sind allerdings fast 10 km - etwas zu viel für heute.
Natürlich ist mal wieder Ebbe, aber hinüber nach Foz laufen geht trotzdem nicht, denn dies ist gleichzeitig die Flussmündung des Río Masma.
Aber nicht überall ist Schlick und Matsch, die Badestrände sind auch bei Niedrigwasser brauchbar - zumindest für Kite-Surfer...
Wir werden einen weiteren Tag in San Cosme de Barreiros bleiben. Den werde ich nutzen um die Reisepläne zu überdenken.
Auf jeden Fall geht es erst mal wie bisher weiter - nur anders.
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- Geschrieben von gg-iberico
23. Oktober 2016, Foz
- San Cosme de Barreiros
- Foz
Nach etwas Regen in der Nacht lacht am Vormittag die Sonne wieder vom Himmel, allerdings weht ein starker Südwind, der mehrfach das außen aufgestellte zusätzliche Solar-Paneel umwirft.
Das schöne Wetter wollen wir nutzen, um auf der anderen Seite der Bucht in Foz auf dem dortigen Küstenweg spazieren zu gehen.
Natürlich kommt das Wohnmobil mit und wird auf dem Stellplatz in Foz abgestellt (mit Blick auf den Stellplatz in San Cosme, wo ich während der letzten zwei Tage stand; siehe Pfeil im Foto)
Der Ort Foz hat eigentlich keine besonderen Sehenswürdigkeiten, seine Beliebtheit bei den Wohnmobilisten ist vor allem auf die großzügige Wiesenfläche zurückzuführen, die als Stellplatz genutzt wird und die eigentlich nie ihre Kapazitätsgrenze erreicht, und natürlich die Lage direkt am Wasser.
Im Sommer bietet Foz allerdings auch einen sehr schönen Badestrand (Praia A Rapadoira), der jetzt etwas verlassen wirkt,
und ganzjährig kann man sich auf einem mehrere Kilometer langen schön angelegten Küstenweg die Meeresbrise um die Ohren wehen lassen
Ein Cafe-con-leche in einer netten Bar mit Meerblick beendet den Spaziergang. Da es morgen wieder ins Inland gehen soll, ist dies gleichzeitig der Abschied vom Atlantik auf dieser Reise.
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- Geschrieben von gg-iberico
24. Oktober 2016, Lugo
- Foz
- Castro de Rei
- Lugo
Heute beginnt also der Rückweg. Zumindest geht es nicht mehr weiter nach Westen, sondern erst mal nach Süden. Das Ziel ist die Provinz-Hauptstadt Lugo.
Auf dem Weg dorthin mache ich noch einen kleinen Abstecher nach Castro de Rei, wo ich vor fast genau einem Jahr schon einmal war. Damals war der dortige Wohnmobil-Stellplatz noch gar nicht offiziell eingeweiht aber schon nutzbar. Heute will ich kontrollieren, ob es z.B. bei dem damaligen kostenlosen Angebot inklusive Strom-Anschluss geblieben ist. Und tatsächlich, der Stellplatz ist in gutem Zustand und das Angebot wurde sogar noch erweitert.
Nach der Mittagspause geht es weiter nach Lugo, wo erst einmal Einkaufen und Tanken auf dem Programm stehen. Wer einmal in diese Gegend kommt und ebenfalls preiswerten Diesel sucht, sollte es mit der Tankstelle beim Eroski-Supermarkt im Centro Comercial As Termas im Norden von Lugo versuchen (GPS-Position: 43.0361, -7.5683). Direkt nebenan befindet sich auch noch ein Lidl-Supermarkt.
Schließlich erreiche ich den offiziellen Wohnmobil-Stellplatz der Stadt Lugo. Die Bauruine oberhalb vom Stellplatz ist noch in dem selben unfertigen Zustand wie schon bei meinem letzten Besuch vor 2 Jahren, und das, obwohl man von dort einen tollen Blick über das Tal des Río Miño hat.
Das Wetter ist wechselhaft, aber ein Rundgang über die etwa 2,5 km lange römische Stadtmauer gehört zum Pflichtprogramm bei einem Lugo-Besuch. Da die Mauer komplett den Altstadt-Kern umschließt, kann man auf diesem Weg fast alle interessanten Monumente von einer erhöhten Position betrachten.
Die Kathedrale gehört natürlich zu den wichtigsten Monumenten, aber auch das Verwaltungsgebäude an der Plaza Mayor ist sehenswert.
Auch wenn die Wolken manchmal bedrohlich schwarz aussehen, es bleibt trocken und später kommt sogar wieder die Sonne heraus. Vom Stellplatz aus kann man dann zusehen, wie sie auf der anderen Seite des Río-Miño-Tals untergeht.
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- Geschrieben von gg-iberico
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