Nordspanien im Herbst 2016
3. November 2016, Calatayud
- Aranda de Duero
- El Burgo de Osma
- Medinaceli
- Santa María de Huerta
- Calatayud
Der Weg Richtung Mittelmeer führt zuerst über den Ort El Burgo de Osma. Hier findet man innerhalb der von einer Stadtmauer umgebenen Altstadt eine ganz imposante Kathedrale aus dem 13. Jahrhundert.
Zum Besuch der Kathedrale und der weiteren interessanten Bauwerke gibt es einen Parkplatz, der nur etwa 200m von der Altstadt entfernt ist. Dies ist gleichzeitig ein erlaubter Übernachtungsplatz für Wohnmobile.
Ich will hier aber nicht übernachten sondern fahre weiter zu dem Ort Medinaceli, der auf der Liste der "schönsten Dörfer Spaniens" steht und der für die Besucher einen Wohnmobil-Stellplatz anbietet.Der Stellplatz ist eigentlich nur eine große Wiese und Schotterfläche. Das ist an sich nicht weiter schlimm, aber Medinaceli liegt in einer Höhe von 1200m und schon jetzt bläst hier ein kalter Wind. Da für die Nacht sogar Niederschlag gemeldet ist, werde ich hier nicht bleiben sondern einen tiefer liegenden Ort aufsuchen. Ich möchte nicht hier oben sein, wenn der erste Schnee dieses Winters fällt...
Ich will mich aber nicht verabschieden, ohne wenigstens einmal durch den Ort gelaufen zu sein. Leider trifft auch Medinaceli nicht meine Vorstellungen von einem Ort, der zu den schönsten in Spanien gehören will.
Zwar ist alles sauber und aufgeräumt, aber ansonsten sehr grau, ohne wirklich schöne Ecken. Es ist vielleicht nicht die richtige Jahreszeit, im Sommer ist hier wahrscheinlich alles viel hübscher.
So bleiben eigentlich nur die Plaza Mayor und das historische Highlight - ein römischer Triumph-Bogen - in Erinnerung.
Nur wenige Kilometer entfernt, aber mehrere Hundert Meter tiefer liegt der Ort Santa María de Huerta. Hier könnten wir über Nacht bleiben, denn in dem Ort gibt es einen Wohnmobil-Stellplatz. Allerdings hatte ich schon in anderen Kommentaren gelesen, dass die Lage direkt neben der Eisenbahn nicht so toll ist.
Und so ist es auch. Zum Empfang stehe ich kurz vor dem Stellplatz erst mal vor einer geschlossenen Eisenbahn-Schranke, die während der ganzen Zeit lautstarke Warntöne von sich gibt. Dann nähert sich der Güterzug und meldet sein Kommen durch mehrmaliges Betätigen des Signalhorns. Dann rumpelt er direkt am Stellplatz vorbei. Unvorstellbar, hier übernachten zu wollen.
Inzwischen ist es fast halb sechs und ich habe nur noch eine Option für einen brauchbaren Übernachtungsplatz - Calatayud. Dieser Ort ist zwar noch 50 km entfernt, aber da ich den Ort und den dortigen Wohnmobil-Stellplatz schon kenne, wird es (wahrscheinlich) keine Überraschungen mehr geben.
Es wird gerade dunkel als ich um 18 Uhr auf dem Stellplatz bin. Die für Wohnmobile reservierten Plätze sind alle schon belegt, aber es gibt noch Möglichkeiten auf dem restlichen Parkplatz.
Nach 240 km habe ich heute keine Lust mehr irgendetwas anzustellen, das Fernsehen muss genügen.
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- Geschrieben von gg-iberico
4.-6. November 2016, El Grao de Castellón
- Calatayud
- Caminreal
- Monreal del Campo
- El Grao de Castellón
Nachdem gestern ein langer (Fahr-)Tag war, geht es heute etwas geruhsamer los. Vor allem muss nun langsam geklärt werden, wie es weiter geht. Die Orte, die ich auf dem Weg zur Küste gern noch besuchen würde, eignen sich bei der aktuellen Wetterlage nicht unbedingt zum Übernachten.
Schließlich entscheiden wir uns für den schnellsten Weg zum Mittelmeer: auf der Autobahn A-23 über Teruel nach Castellón de la Plana.
Da diese Strecke schon wieder sehr lang ist (am Ende werden es 285 km sein), verzichte ich auf alle "Umwege" zu noch unbesuchten Stellplätzen links oder rechts der direkten Route.
Allerdings komme ich an zwei Raststätten vorbei, die an der Autobahn A-23 liegen und Wohnmobil-Service anbieten. Und natürlich schaue ich mir diese an.
Es handelt sich um die Ver- und Entsorgungsstation in der Nähe des Ortes Caminreal und um den Stellplatz bei einer Raststätte südlich von Monreal del Campo.
Kurz nach 16 Uhr bin ich schließlich auf dem Wohnmobil-Stellplatz in El Grao de Castellón.
Meine Befürchtung, der Stellplatz könnte schon komplett voll sein, bewahrheitet sich nicht, aber viel Auswahl gibt es nicht mehr. Es sind wegen des beginnenden Wochenendes sehr viele Spanier auf dem Platz.
Später berichtet Christa, als sie von einem Spaziergang zurück kommt, dass sich weitere 30 Wohnmobile auf öffentlichen Parkplätzen in der Nähe eingerichtet haben. Das sind allerdings keine Spanier, dort campieren Deutsche, Holländer und Briten.
Ich habe nach der stressigen Fahrt keine Lust zum Spazieren gehen. Bevor ich mich aber so richtig gemütlich auf mein Bett legen kann, muss ich noch meinem Nachbarn erklären, dass ich auch keine Lust auf den Lärm seines Strom-Generators habe.
Danach wird es noch ein schön ruhiger Abend.
Das Wetter ist besser als gemeldet, so dass die Solar-Paneele genug Strom liefern. Wir können also zwei richtige Erholungstage einschieben.
Direkt beim Stellplatz beginnt eine 1.5 km lange Grünanlage, der Parque Litoral (deutsch: Küstenpark) - ideal für Spaziergänge am Strand entlang, ohne sandige Füße zu bekommen.
Auf den Parkplätzen der Grünanlage findet man die Wohnmobilisten, die es vorziehen, nicht auf dem engen offiziellen Stellplatz zu stehen. Dafür nehmen einige den täglichen Weg zur Entsorgungsstation auf dem Stellplatz in Kauf, die anderen brauchen wahrscheinlich keine Toilette...
Der Sonntag ist wieder sonnig. Da bietet sich ein Spaziergang zum nahe gelegenen Jachthafen Puerto Azahar mit seinem Gastronomie-Angebot an. Auch wenn das Essen nur durchschnittlich gut ist - wir sind hinterher satt.
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- Geschrieben von gg-iberico
7.-9. November 2016, Peníscola
- El Grao de Castellón
- Cabanes
- Peníscola
Als wir gestern von unserem Spaziergang zurück kamen, sahen wir schon von weitem, dass wir einen neuen Nachbarn auf dem Stellplatz hatten - er sah riesig aus, aber er stand zumindest auf der Seite, wo er keinen Schatten auf mein Solar-Paneel hinter der Frontscheibe warf.
Es war ein für die Wüstenfahrt angepasster Truck, mit dem zwei nette junge Leute nach Marokko wollen.
Heute morgen verabschieden sie sich in Richtung Almería, um dort die Fähre nach Marokko zu nehmen.
Kurz darauf verlasse auch ich den Stellplatz, allerdings leider nicht in die gleiche Richtung.
Eine Umrundung von Castellón bringt mich noch zum Alcampo-Einkaufszentrum, wo ich preiswert tanken und direkt nebenan auch die Cepsa-Gasflasche wechseln kann.
Dann geht es endgültig nach Norden.
Das Tagesziel ist Peníscola. Vorher schaue ich mir aber noch eine Raststätte mit Wohnmobil-Service in der Nähe von Cabanes an der CV-10 an. Warum die Raststätte gerade "40 Pies" (deutsch: 40 Füsse) heißt, darüber kann ich nur spekulieren, das Logo ist jedenfalls lustig und nicht zu übersehen.
Schließlich erreiche ich Peníscola. Eigentlich wollte ich zum Stellplatz "Els Daus", einem einfachen Platz auf einer Wiese ohne Strom. Aber auf dem Weg dorthin kommt man an einem anderen Stellplatz vorbei - dem "Stop&Go Camperpark Los Pinos".
Wir entscheiden uns spontan für diesen Platz, da man sich hier innerhalb eines Campingplatzes mit der entsprechenden Infrastruktur befindet und wir mehrere Tage bleiben wollen.
Auf den diversen Stellplätzen bei Peníscola habe ich in den vergangenen Jahren schon viele Wochen verbracht. Es gibt also nicht viel Neues zu entdecken. Aber einiges kann man auch wiederholen - z.B. den Fußweg vom Stellplatz zum Strand. Er führt durch ein Feucht-Biotop mit meterhohem Schilf, und wenn man will, kann man, zum Teil auf Holzstegen, bis ins Zentrum von Peníscola gehen.
Es ist noch nicht klar, wie lange wir hier bleiben. Das hängt vor allem von der Wetter-Entwicklung im Norden ab. Wenn ich höre, dass es in Deutschland schon Schnee gibt, dann habe ich es gar nicht eilig. Da erfreue ich mich doch lieber weiterhin an dem schönen Blick auf die Altstadt von Peníscola.
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- Geschrieben von gg-iberico
10.-11. November 2016, Peníscola
Der Aufenthalt in Peníscola artet in einen richtigen Urlaub aus. Jetzt sind wir schon 5 Tage auf dem Stellplatz "Stop&Go Los Pinos".
Aber nicht nur Faulenzen ist angesagt. Zumindest wird jeden Tag ein Spaziergang eingeschoben - oder sogar eine kleine Wanderung bis an den Ortsrand von Benicarló.
Den Weg dorthin verbinde ich mit einem Besuch bei den übrigen Wohnmobil-Stellplätzen im Großraum Peníscola.
Zuerst lande ich bei dem Erfinder der Stop&Go-Plätze - dem Stellplatz "Stop&Go La Volta". Der Platz ist gut besucht, sogar unter den Bäumen im alten Campingplatz-Bereich, aber einige freie Plätze gibt es doch noch.
Dann schaue ich beim Stellplatz "Vizmar" vorbei. Hier gibt es noch einige freie Stellen in dem externen Stellplatz-Bereich. Im Campingplatz-Bereich stehen schon mehr Fahrzeuge, aber auch hier gibt es noch freie Plätze.
Schließlich gehe ich auch noch zum Stellplatz "Els Daus", dem Wiesenparkplatz nah am Paseo Marítimo. Als typischer Übernachtungsplatz bei der Durchreise oder als Parkplatz für den sommerlichen Strandbesuch ist es kein Wunder, dass jetzt nur wenige Fahrzeuge auf dem Platz stehen. Ich zähle 7 Wohnmobile auf einem Platz, wo leicht 50 passen würden. Die große Zeit von "Els Daus" kommt erst wieder im nächsten Sommer.
Da "Els Daus" offiziell ein Parkplatz ist, zahlt man hier Parkgebühren. Und wie in Spanien üblich: pro Minute. Das kann zu merkwürdigen Preisen führen, z.B. wenn man den angebrochenen Folgetag bezahlen muss. Außerdem gibt es einen von der Fahrzeuglänge abhängigen speziellen Wohnmobil-Tarif, der nach 7 Stunden den maximalen Tagessatz (für 24h) erreicht.
Bevor man sich also über eine vermeintlich falsche Parkgebühr beschwert, sollte man genau die Preistafel am Eingang studieren.
Die Quintessenz meines Rundgangs - es gibt zur Zeit noch genug freie Plätze auf den Stellplätzen bei Peníscola. Es zeigt sich aber auch, dass die Stop&Go-Idee von "La Volta" ein echter Schlager geworden ist.
Übrigens: vor fast genau zwei Jahren habe ich den Bericht "Überwintern in Peñíscola" veröffentlicht - bis auf die Preise ist noch alles aktuell.
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- Geschrieben von gg-iberico
12. November 2016, Roda de Berà
- Peníscola
- Altafulla
- Roda de Berà
Die Weiterfahrt lässt sich nicht mehr aufschieben.
Bei immer noch schönem Wetter geht es heute hauptsächlich über die kostenpflichtige, aber dafür stressfreie Autobahn AP-7 am Ebro-Delta und an Tarragona vorbei bis zur Raststätte Médol bei Altafulla.
Hier sollte eigentlich die Mittagspause stattfinden, in der ich die hier vorhandene Wohnmobil-Servicestation dokumentieren und Christa etwas Gutes kochen wollte.
Aber einige Kühllastwagen mit laufenden Motoren bzw. Kühlaggregaten strapazieren unsere Nerven. Deshalb mache ich nur ein paar Fotos und fahre dann direkt bis zum Tagesziel - dem Wohnmobil-Stellplatz "Área 340" bei dem Ort Roda de Berà (in den meisten anderen Stellplatzführern wird der Ort Creixell genannt - das ist aber falsch).
Ich hatte schon vorsorglich Alternativ-Stellplätze ausgesucht, weil ich wusste, dass der Stellplatz "Área 340" direkt neben der Hauptstraße N-340 liegt (daher der Name!). Aber schließlich beschließen wir, doch hier zu bleiben (zur Not mit Ohropax).
Fernsehen gibt es heute nicht - überall stehen irgendwelche Pinien im Weg. Hoffentlich gibt es nachts keinen starken Wind, der uns auch noch die Pinien-Zapfen auf das Dach wirft!
Da der Stellplatz nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt ist, machen wir natürlich einen Spaziergang zum Meer und folgen dem schön angelegten Weg bis zum Hafen (Port de Berà).
Kurz vor dem Hafen befinden wir uns plötzlich in einer anderen Welt - dem Roc de Sant Gaietà. Auf einem vorspringenden Felsen stehen eng beieinander Gebäude verschiedenster Epochen - arabisch, romanisch, gotisch. Ein kleines Fischerdorf wurde hier zu einem Touristen-Magnet umgebaut.
Vor dem Hafen finden wir dann noch eine hübsch gelegene Strandbar, die sogar geöffnet hat (was im November nicht selbstverständlich ist). Ein guter Café-con-Leche in den letzten Sonnenstrahlen, dann geht es zurück zum Wohnmobil.
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- Geschrieben von gg-iberico
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