15. Februar 2018

  • Castell de Ferro
  • Berja
  • Roquetas de Mar

Bisher dachte ich, Bergziegen leben in den Bergen. Nun wurde ich eines Besseren belehrt. Die spanische Spezies Capra pyrenaica, die normalerweise tatsächlich nur in den Sierras zu finden ist, hat an der östlichen Costa del Sol ihre Vorliebe für das Meer entdeckt.

Hier auf dem Stellplatz in Castell de Ferro kann man regelmäßig eine kleine Gruppe der Tiere beobachten - beim Futtersuchen in den Felsen, aber auch direkt auf dem Kies-Strand vor dem Stellplatz.

20180215 Bergziegen120180215 Bergziegen2

Leider sind es nur Jungtiere und Weibchen, die sich beim Stellplatz sehen lassen, aber während der heutigen Weiterfahrt sehe ich nach wenigen Kilometern direkt neben der Autobahn eine Gruppe ausgewachsener männlicher Tiere mit ihren beeindruckenden Hörnern. Schade, dass ich gerade 100 km/h drauf habe...

Kurz hinter Adra verlasse ich die Autobahn A-7 und fahre etwa 10 km ins Landesinnere nach Berja.

Diese Ort liegt nur auf gut 300m Höhe, wird aber als Tor zur Sierra Nevada bezeichnet, die schon in Sichtweite ist. Die einzige Straße von der Küste quer durch die Sierra Nevada verläuft von Berja nach Guadix.

20180215 Schneeberge

Berja will diese gute Position offenbar touristisch weiter ausbauen, und bietet seit einiger Zeit einen offiziellen Wohnmobil-Stellplatz an, allerdings (noch) ohne Ver- und Entsorgung. Er liegt direkt neben der Hauptstraße und ist eigentlich leicht zu finden. Allerdings ist man an der Einfahrt schnell vorbei gefahren, da das Hinweisschild zwischen den vielen Bäumen der kilometerlangen Allee erst spät zu sehen ist.

20180215 Berja Allee20180215 Berja P

Von Berja geht es auf der A-358 wieder zurück zur Küste - über Dalías, wo die Billig-Tankstelle Truck-Stop für einen vollen Diesel-Tank sorgt, und über El Ejido, wo der Lidl-Supermarkt wie schon so oft für das Auffüllen der Vorräte sorgt.

Schließlich mache ich noch einen Abstecher nach Almerimar, um zu schauen, wie die dortige Stellplatz-Situation ist. Der Hafen-Stellplatz sieht von weitem ziemlich voll aus, aber Pedro's Stellplatz ist halb leer. Gut zu wissen, falls man mal schnell irgendwo unterkommen muss.

Das Tagesziel ist dann bald erreicht - Roquetas de Mar.

Wie schon seit vielen Jahren, ist hier eine Hochburg der deutschen Überwinterer - mit und ohne Wohnmobil. Man hat den Eindruck, die Wohnmobilisten sind in der Überzahl - an jeder Ecke stehen Wohnmobile, an den klassischen Plätzen wie die Parkplätze am Playa Serena sowieso, aber auch auf vielen Parkstreifen entlang der Straßen und sogar direkt bei viel befahrenen Kreisverkehren. Da muss man schon ziemlich schmerzfrei sein.

Ich bin hier aus zwei Gründen: erstens hat Roquetas de Mar vor zwei Monaten eine neue Ordenanza Municipal (deutsch: Verordnung) in Kraft gesetzt, die den Umgang mit den vielen Wohnmobilen neu regelt. Bisher merkt man noch nichts davon, aber ich werde natürlich am Ball bleiben. Und zweitens wollen Christa und ich Bekannte besuchen, die hier schon seit einigen Wochen stehen.

Ich habe Glück und finde eine freie Lücke in der selben Stichstraße, in der auch unsere Bekannten stehen (GPS: 36.7184, -2.638). Und rund um mich herum ist das halbe Ruhrgebiet versammelt. Das ist ja wie Nach-Hause-Kommen...

20180215 Roquetas P

17. Februar 2018

  • Roquetas de Mar

Bei strahlend blauem Himmel hole ich heute die Fahrräder aus der Garage.

Bis zum Hafen von Roquetas de Mar sind es etwa 6 km, und wenn man bis zum nördlichen Ortsrand will, sind es noch ein paar Kilometer mehr. Zu viel für einen Spaziergang zu Fuß.

Roquetas de Mar ist eine Radfahrer-freundliche Stadt. Die ganze Strecke bis zum Nachbarort Aguadulce kann man auf einem Radweg zurücklegen, der fast immer an der Strandpromenade entlang läuft. Im Hafenbereich, wo der Radweg ein kurzes Stück die normale Straße nutzt, wurde die ganze Straße zur "Fahrradstraße" - hier verläuft der Radweg mitten auf der Fahrbahn, überholen durch Autos ist nicht möglich!

Direkt neben dem Hafen finden wir eins der wenigen Monumente in Roquetas de Mar - das Castillo de Santa Ana. Die schon aus dem 14.Jh. stammende Befestigungsanlage wurde restauriert und beherbergt jetzt ein Museum.

20180217 Roquetas StaAna

Etwa 1.5 km hinter dem Hafen erreichen wir die Rambla de Vícar - ein meist trockenes Flussbett von erheblicher Breite, wodurch man ahnen kann, auf welche Wassermassen man sich hier eingestellt hat, falls es in den Bergen mal ein Unwetter gibt.

Auf dem Parkplatz direkt neben der Rambla, und auch direkt neben dem Strand, wurde eine der drei geplanten Wohnmobil-Zonen eingerichtet. Zumindest stehen hier die entsprechenden Verkehrsschilder. Eine bessere Lage kann man sich eigentlich kaum vorstellen.

20180217 ParkZone

Trotzdem steht hier kein einziges Wohnmobil. Auf der anderen Seite der Rambla, nur 300m entfernt, stehen diejenigen, die eigentlich die neu eingerichteten Wohnmobil-Zonen nutzen sollen.

20180217 DreckZone

Ich bin mal gespannt, wie das im nächsten Winter in der Praxis aussehen wird. In diesem Winter wird wohl nichts Dramatisches mehr passieren, denn so langsam hat schon das Abreisen eingesetzt - die Reihen lichten sich.

Wir fahren noch ein paar Kilometer weiter auf dem schön hergerichteten Radweg durch die Feuchtgebiete zwischen der Rambla de Vícar und Aguadulce (das übrigens nur ein Stadtteil von Roquetas de Mar ist).

20180217 Radweg

Kurz vor Aguadulce kehren wir um und müssen feststellen, dass wird offenbar die ganze Zeit Rückenwind hatten - jetzt gibt es ordentlichen Gegenwind.

Am Hafen von Roquetas de Mar haben wir damit eine gute Begründung, warum wir erst einmal Rast machen müssen. Die Tapas-Bar "Korty" ist eine gute Wahl.

20180217 Roquetas Hafen


18. Februar 2018

  • Roquetas de Mar

Nach der gestrigen Radtour in den Norden der Stadt, bei der immerhin etwa 30 km zusammengekommen sind, machen wir heute nur einen kleinen Spaziergang in den Süden von Roquetas de Mar.

Hier befindet sich das große Naturschutzgebiet "Paraje Natural de Punta Entinas-Sabinar", das sich über etliche Kilometer bis Almerimar zieht.

20180218 Lagune

Innerhalb des 2000 Hektar großen Gebietes ist etwa ein Drittel der Fläche besonders geschützt. Hübsch sind die Schilder, die darauf hinweisen, dass man nicht die Gelege der auf dem Boden brütenden Vögel zertrampeln soll.

20180218 Naturschutz

An der Meerseite des Naturschutzgebietes befindet sich ein kilometerlanger Strand, der auch als Badestrand nutzbar ist. Allerdings ist es nur ein Kiesstrand oder ein sehr grobkörniger Sandstrand. Aber es gibt viel Platz, und selbst im Hochsommer wird man hier immer ein ungestörtes Plätzchen finden.

20180218 Playa


20. Februar 2018

  • Roquetas de Mar

Fünf Tage habe ich es an einer Stelle ausgehalten - und keinen Tag bereut, denn obwohl es nur ein einfacher Parkplatz am Straßenrand war, herrschte hier viel Ruhe. Die Wege zum Strand oder zum Einkaufen oder zu den Restaurants waren immer zu Fuß in einer Viertelstunde machbar. Fast ideal.

Gestern sind unsere Bekannten Richtung Heimat aufgebrochen, und auch wir müssen heute diesen Platz verlassen (weil nun auch die zweite WC-Kassette gefüllt ist).

Da die Welt ja bekanntlich klein ist, gibt es gerade jetzt noch weitere Bekannte, die sich in Roquetas de Mar aufhalten, allerdings auf dem Campingplatz (Richtig! Es gibt Plätze, da ist camping-artiges Verhalten nicht verboten!).

Wir machen noch einen kurzen Spaziergang zum Spar-Laden und kaufen etwas Brot, dann fahre ich zum Camping Roquetas, der schon fast in Aguadulce liegt.

Dass ich kein großer Freund von Campingplätzen bin, habe ich ja schon mehrfach zum Ausdruck gebracht. Vor allem, weil die Dachverbände der Campingplatzbetreiber keine Gelegenheit auslassen, juristisch gegen private und kommunale Wohnmobil-Stellplätze vorzugehen, die sie als lästige Konkurrenz empfinden.

In spanischen Wohnmobil-Foren findet man oft die Redensart "Al enemigo, ni agua" (deutsch: Für den Feind kein Wasser), was in diesem Zusammenhang bedeutet, dass die Wohnmobilisten kein Geld für Campingplätze ausgeben sollten, solange die sich so feindlich verhalten.

Ganz so dogmatisch bin ich nicht. Zwei oder drei Tage werde ich auf diesem Campingplatz bleiben, denn Wäschewaschen und Duschen ist hier doch etwas einfacher. Und Christa möchte auch mal die Stühlchen in die Sonne stellen.

Aber so richtig Wohnmobil-geeignet ist der alte Teil des Camping Roquetas (auf dem ich schon mal in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts gestanden habe) nicht. Zu viele Bäume, die Schatten werfen oder den Sat-Empfang behindern, eine richtige Ver- und Entsorgungsstation gibt es auch nicht, und die über die Parzellen gespannten Drähte für den sommerlichen Sonnenschutz können sich mit der rotierenden Automatik-Antenne verhaken, wenn man nicht aufpasst.

Ich finde nur genau einen halbwegs geeigneten Platz und manövriere das Wohnmobil zwischen die Bäume. Die Aussicht über die Dächer der übrigen Camper ist allerdings nicht wirklich schön. In der Beziehung gibt es doch viel bessere Stellplätze.

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23. Februar 2018

  • Roquetas de Mar
  • Vícar
  • Aguadulce

Der gestrige Tag brachte mit viel Sonnenschein schon am Vormittag einen neuen Solarstrom-Rekord. Bei noch relativ leeren Batterien und dank eines optimal ausgerichteten Zusatz-Solarpaneels sah ich einen Spitzenwert von 11 Ampere, und über längere Zeit flossen zwischen 8 und 10 Ampere. Nach etwa 2 Stunden waren die Batterien voll.

20180222 Solar20180222 Solar10Amp


Nach drei Tagen verlasse ich heute den Campingplatz in Roquetas de Mar. Nicht ohne vorher noch das Angebot zum Gasflaschentausch zu nutzen. Während man an den Tankstellen in Andalusien oft vergeblich nach den neuen (leichteren) Cepsa-Propangasflaschen mit dem blauen Plastikrand sucht - hier auf dem Campingplatz gibt es welche. Allerdings etwas teurer als an einer Cepsa-Tankstelle, aber dafür muss ich nicht lange herum suchen.

So genau weiß ich noch gar nicht, wo ich heute zum Übernachten hinfahren soll. Aber zuerst fahre ich zu dem kleinen Nachbarort Vícar an der N-340, wo es den Mobilfunk-Shop "Beep" gibt, der SIM-Karten des Anbieters Simyo verkauft (Adresse: Calle Mallorca 93, GPS: 36.80365, -2.6323).

Bei Simyo gibt es einen interessanten 30-Tage-Tarif für Vielnutzer des Internets: 10 Gigabyte für 12.50 €. Der Kauf und die Registrierung/Aktivierung der SIM-Karte verläuft problemlos direkt im Shop. Allerdings spricht die freundliche Verkäuferin nur Spanisch. Es gibt aber offenbar einen Englisch-sprechenden Kollegen.

Meine Erfahrungen mit der Simyo-SIM werde ich demnächst in dem speziellen Mobilfunk-Beitrag einbringen.

Ein paar hundert Meter weiter finde ich einen Mercadona-Supermarkt, den mein Navi-Gerät noch gar nicht kennt. Hier werden die Vorräte aufgefüllt, und auf dem großen Parkplatz auch gleich das Mittagessen zubereitet und verzehrt. Dann geht es auf der N-340 ein paar Kilometer zurück nach Aguadulce.

Ich suche ja noch die in der neuen Wohnmobil-Verordnung von Roquetas de Mar vorgesehene dritte Wohnmobil-Park-Zone, die im Ortsteil Aguadulce vorgesehen ist. Nach gründlichem Studium der Satellitenbilder kommt dafür eigentlich nur eine Stelle in Frage: der asphaltierte Parkplatz am südlichen Ende der Strand-Promenade. Direkt daneben befindet sich ein großer unbefestigter Platz, der bisher gern als "Stellplatz" genutzt wurde.

Ich fahre hin und sehe sofort, dass ich richtig vermutet habe. Vier Plätze sind für Wohnmobile reserviert, allerdings ist hier ein deutliches Gefälle.

Wer nicht so gut mit dem Spanischen zurecht kommt, sollte sich nicht von den Halteverbot-Schildern abhalten lassen - wichtig ist das Zusatzschild "EXCEPTO AUTOCARAVANAS" (deutsch: ausgenommen Wohnmobile).

20180223 Aguadulce P

Ich lasse das Wohnmobil hier stehen und mache mit Christa einen Spaziergang auf dem direkt beim Parkplatz beginnenden Paseo Marítimo zum etwa 2.5 km entfernten Hafen von Aguadulce mit seiner außergewöhnlichen Lage direkt vor den über 200m hohen Klippen.

20180223 Aguadulce Hafen

Nach einem Rundgang durch den Hafen (mit wehmütigen Erinnerungen an meine Segler-Zeit) landen wir in der Mojito-Beach-Bar, allerdings gibt es für uns nur Café-con-leche. Aber wir bekommen trotz fortgeschrittenem Nachmittag noch Sonnenschein dazu.

20180223 Aguadulce Bar

Zurück beim Wohnmobil fällt schnell die Entscheidung, nicht hier auf dem schrägen Parkplatz zu übernachten, sondern zurück nach Roquetas de Mar zu fahren, um dort das für das Wochenende gemeldete gute Wetter zu genießen.

Ich bin überrascht, dass "mein" alter Platz, den ich erst vor wenigen Tagen verlassen hatte, noch frei ist. Mehr noch - ich habe die freie Auswahl, denn in der Straße stehen nur halb so viele Wohnmobile wie vor einer Woche.

20180223 Roquetas P

25. Februar 2018

  • Roquetas de Mar
  • Almería
  • Ruescas
  • Níjar/Cabo de Gata

Heute verlasse ich endgültig Roquetas de Mar, nachdem ich mich insgesamt zehn Tage in der Stadt aufgehalten habe. Auf den nächsten Besuch freue ich mich schon, denn im kommenden Winter sollte eigentlich die neue Wohnmobil-Verordnung voll zum Tragen kommen, und damit auch eine offizielle Ver- und Entsorgung zur Verfügung stehen.

Jetzt schalte ich so langsam auf Heimreise um, denn von nun an geht es im Wesentlichen nordwärts.

Zuerst mache ich einen Abstecher nach Almería. Dort besteht seit einiger Zeit im Hafen auf der Ostmole (Muelle de Levante) ein Übernachtungsplatz für Wohnmobile.

Ich fahre vor allem dorthin, um vor Ort zu prüfen, was eine Übernachtung für Wohnmobile kostet, denn es gibt widersprüchliche Nachrichten. Sonntags ist allerdings das Parkwärter-Häuschen nicht besetzt, so dass ich auch nur die Schilder mit den Tarif-Informationen lesen kann. Und die enthalten ganz klar den Hinweis, dass Fahrzeuge mit Anhänger zwei Plätze bezahlen müssen, und große Fahrzeuge, die mehr als einen Platz belegen, genau so viele Plätze bezahlen müssen, wie sie nutzen.

20180225 Almeria P 20180225 Almeria Tarif

Ein Wohnmobilist, der schon auf dem Parkplatz steht (und mindesten zwei Plätze belegt, sogar mit externen Solarmodulen), meint, dass er nur "einfach" bezahlen muss. Und auf der Homepage des Parkplatz-Betreibers findet man auch nichts über "Mehrfachplätze".

Da ich auf meine Mail-Anfrage bisher leider noch keine Antwort bekommen habe, bleibt die Situation unklar. Am besten man rechnet mit dem Schlimmsten und freut sich dann, wenn man weniger bezahlen muss.

Die Lage des Parkplatzes nicht weit vom Zentrum entfernt ist eigentlich ideal für einen Stadtbesuch. Auch die Aussicht quer über den Hafen ist nicht schlecht, allerdings verursachen Schiffe, die im Hafen liegen, im allgemeinen auch nachts einigen Lärm. Das muss man aushalten können.

20180225 Almeria Hafen

Einen Stadtrundgang hebe ich mir für einen späteren Besuch auf, heute fahre ich weiter in Richtung Cabo de Gata.

Kurz vor dem Naturpark halte ich noch bei einer neuen bp-Tankstelle in Ruescas an, die auch Wohnmobil-Service anbietet. In einer Gegend, wo immer mehr Wohnmobile hinkommen, aber kaum Möglichkeiten zur Ver- und Entsorgung bestehen, ist das erst mal eine gute Idee. Vielleicht ist der Einheitspreis von 5 € etwas zu hoch, aber das wird der Markt regeln, vor allem, wenn in Zukunft immer mehr Strände gerade am Cabo de Gata von Wohnmobilen "gesäubert" werden.

20180225 Ruescas bp

Noch ein paar Kilometer weiter, und ich bin auf dem privaten Wohnmobil-Stellplatz "Cabo de Gata Camper Park".

Vor gut zwei Jahren war ich hier zum ersten Mal, kurz nach der Eröffnung des Stellplatzes. Inzwischen hat sich einiges getan. Der Stellplatz macht einen hübscheren Eindruck durch mehr "Grünzeug", eine Platzerweiterung hinter dem Restaurant schafft mehr Raum. Und der Betreiber ist immer noch sehr freundlich (und spricht übrigens gut deutsch).

Zu kritisieren ist allerdings die Wasserversorgung, denn nur an einer Zapfstelle neben der Rezeption gibt es Trinkwasser (Agua potable), während an allen anderen Stellen kein Trinkwasser raus kommt, sondern vermutlich Brunnenwasser (Agua no potable).

20180225 Camperpark Wasser

Die Stromanschlüsse sind nicht von jeder Parzelle aus gleich gut zu erreichen, und die Platzerweiterung hinter dem Restaurant ist noch gar nicht mit Stromsäulen bestückt, da braucht man lange Kabel. Immerhin sind die einzelnen Anschlüsse mit 16A abgesichert, da kann man schon mal mehrere Wohnmobile dran hängen.

20180225 Camperpark Strom

Ab Mitte der Woche wird für ganz Spanien stürmisches Wetter vorhergesagt. Am Cabo de Gata soll es Windstärke 7 sein. Weiter nördlich an der Küste, etwa bei Vera, nur noch Windstärke 5. Da werde ich mich wohl in diese Richtung begeben, sobald es ernst wird.

Bis dahin genieße ich noch den weiterhin empfehlenswerten Stellplatz Cabo de Gata Camper Park, der gar nicht im Naturpark Cabo de Gata liegt, aber doch ganz knapp davor.

20180225 Camperpark

27. Februar 2018

  • Níjar/Cabo de Gata
  • Vera
  • Villaricos
  • Águilas

Etwas Regen in der Nacht und dicke Wolken am Vormittag vertreiben mich vom Cabo de Gata. Der Wetterbericht hat mit seiner Schlechtwetter-Vorhersage wohl doch richtig gelegen.

Ich hätte mir gern in der Umgebung noch etwas angeschaut, um z.B. zu sehen, was aus den schon im letzten Jahr geplanten neuen Wohnmobil-Stellplätzen geworden ist, aber bei dem nicht so schönen Wetter fahre ich auf kurzem Weg Richtung Níjar zur Autobahn.

In der Nähe sehe ich nur ein Hinweisschild auf einen "demnächst" zu öffnenden Stellplatz in Los Albaricoques. Dort werde ich beim nächsten Mal genauer nachsehen.

20180227 AC proxima

Das heutige Ziel ist Vera, wo ich direkt zum Wohnmobil-Stellplatz "Oasis al Mar" fahre. Ich kenne diesen Stellplatz schon seit seinen Anfängen. Der Betreiber gehört zu den Pionieren bei den privaten Stellplätzen in Andalusien, und ich freue mich, dass daraus eine Erfolgsgeschichte wurde.

Die Kehrseite der Medaille ist allerdings, dass heute für mich kein Platz frei ist - der Stellplatz ist offenbar so beliebt, dass er fast den ganzen Winter ausgebucht ist. Ich bin nicht besonders überrascht, denn nach entsprechenden Kommentaren in anderen Wohnmobil-Portalen habe ich damit gerechnet.

Ich fahre hinunter zum Meer und auf der Küstenstraße gemütlich nach Norden. Dabei schaue ich mir die üblichen "Freisteher"-Hotspots an, denn man weiß ja nie, ob man die nicht irgendwann auch mal nutzen muss, wenn die offiziellen Stellplätze immer häufiger voll sind.

Direkt neben den Playas de Vera finde ich einen nahezu leeren Strandparkplatz mit dem klangvollen Namen Playa de Quitapellejos. Nur eine Handvoll Wohnmobile stehen am Rand verstreut. Keine Ahnung, warum hier so wenig los ist. Gab es kürzlich eine "Razzia"? Ich kann jedenfalls außer dem üblichen Camping-Verbotsschild keine anderen Verbote erkennen. Parken und Übernachten sollte hier eigentlich möglich sein.

20180227 QuitapellejosPlaya

Nur wenige Kilometer weiter am Ortsrand von Villaricos finde ich diesmal einen gut besuchten Strandparkplatz. Ich überlege kurz, ob ich mich in die letzte freie Lücke stelle. Aber der Gedanke daran, dass für die nächsten Tage Starkwind gemeldet ist und man hier völlig ungeschützt steht, lässt mich weiterfahren.

20180227 VillaricosPlaya

Auf dem weiteren Weg sehe ich noch mehrfach Ansammlungen von Wohnmobilen, aber ich fahre lieber weiter, und plötzlich habe ich Andalusien verlassen und bin in der Region Murcia.

Hier, im Süden von Águilas, findet man einige kleine Badebuchten, die früher voll mit Wohnmobilen waren. Seit letztem Sommer ist das Geschichte. An allen Zufahrten stehen Camping-Verbotsschilder. Und da eigentlich alle Wohnmobilisten, die hier hin fahren, zumindest auch ein bisschen Camping machen wollen (dafür genügt es schon, ein Stühlchen raus zu stellen), geht das nicht mehr. Alle Buchten sind leer (außer der kleinen Bucht südlich der Cala Carolina - aber die gehört tatsächlich noch zu Andalusien).

Ich fahre gleich zu dem Wohnmobil-Stellplatz hinter der Tankstelle "Aníbal" bei Calarreona. Dieser Stellplatz ist zwar gut besucht, aber es gibt noch eine Auswahl an freien Plätzen.

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Das Wetter hat sich im Laufe des Tages gebessert, die Sonne scheint und es weht nur ein schwacher Wind. Einem kleinen Spaziergang zum Meer steht also nichts im Wege.

200m oberhalb der Tankstelle beim Kreisverkehr zweigt ein Weg zur Küste ab, und nach wenigen Minuten stehen wir an der Cala del Mijo.

20180227 CalaMijo

Ein Weg führt über die Klippen zur Badebucht von Calarreona, und dann geht es an der Straße entlang zurück zum Wohnmobil, wo ein Platz an der Sonne auf uns wartet.

20180227 Aguilas AnibalStp


28. Februar 2018

  • Águilas

Ich bin nun schon das zweite Mal auf dem Stellplatz hinter der "Aníbal"-Tankstelle, aber auch diesmal ist es nachts ruhig. Die Nähe zur Hauptstraße merkt man eigentlich nur tagsüber. Das scheinen auch viele andere Wohnmobilisten so zu sehen, denn die Nachfrage nimmt offenbar weiter zu.

Zur Zeit wird der Stellplatz erweitert, und nach dem, was man schon sehen kann, wird damit die Kapazität fast verdoppelt. Es wäre gut, wenn in dem Zusammenhang auch eine neue Ver- und Entsorgungsstation auf dem Stellplatz gebaut würde, denn die derzeitige Lösung im Bereich der Tankstelle ist unkomfortabel und führt schon jetzt zu Warteschlangen.

Auf jeden Fall bleibe ich noch mindestens einen Tag hier, zumal das Wetter sehr schön ist.

Christa und ich marschieren mittags nach Águilas. Bis ins Zentrum sind es etwa 4 Kilometer, aber man findet schon vorher etliche Restaurants und einen hübschen Paseo Marítimo am Playa de Poniente.

Nach 15 Minuten erreichen wir die erste Strandbar. Die heben wir uns für den Rückweg auf und gehen noch fast bis zum Ende der Strandpromenade. Dort lassen wir uns auf der Terrasse des "Dolce Vita" ein schmackhaftes Mittagsgericht servieren.

Schon während des Essens wird der Wind stärker, aber noch fliegen die Salatblätter nicht vom Teller. Auf dem Rückweg sind es dann aber wahrscheinlich die angekündigten 5 Windstärken (zumindest in Böen), die uns ins Gesicht blasen.

Trotzdem lassen wir nicht den Café-con-leche aus, den wir auf der Terrasse des Chiringüito "Estrella de Mar" trinken - direkt vor den anrollenden Wellen, die von dem starken Wind auf den Strand gedrückt werden.

20180228 Puerto

Die letzten paar hundert Meter zum Stellplatz führen mich noch an einem Gebäude vorbei, das mir schon auf dem Hinweg aufgefallen ist, weil dort ein paar kleine Wohnmobile/Vans herum standen.

Bei näherer Betrachtung stellt sich heraus, dass es kein privater Wohnmobil-Stellplatz ist, sondern es handelt sich um das sogenannte "Hippie-Haus". Hier lebt seit kurzem eine bunt zusammen gewürfelte Gruppe von Leuten, die mit dem OK der Stadt eine vorher verlassene und völlig heruntergekommene Immobilie bewohnen.

Das sogenannte "Isla Bonita Collective" versucht, mit Kleinkunst, Musik und viel Eigeninitiative den Traum von einem ungezwungenen Leben zu verwirklichen. So eine Gelegenheit hätte mir vor vierzig oder fünfzig Jahren auch gut gefallen.

20180228 IslaBonitaTor20180228 HippyHouse

Etwas Gemeinsames haben wir zumindest: meine ehemalige Segelyacht sollte eigentlich auch "Isla Bonita" heißen. Weil mir der Name zu lang war, hieß sie dann nur "Bonita"...