Spanien im Winter 2017-18
Von Tarifa nach Bolonia
28. Januar 2018
- Tarifa
- Bolonia
Ich habe mir noch einen Ruhetag in Tarifa gegönnt, zumal das Wetter sonnig blieb. Aber für die nächsten Tage ist starker Wind und Regen gemeldet. Da werde ich lieber einen anderen Stellplatz aufsuchen.
Heute soll es erst am Nachmittag Regen geben und stürmisch werden. Deshalb verlasse ich schon gegen 10:30 Uhr Tarifa und fahre in den etwa 20 km entfernten kleinen Ort Bolonia.
Dort gibt es seit dem letzten Jahr einen privaten Wohnmobil-Stellplatz, der heute vielleicht als Übernachtungsplatz in Frage kommt.
Leider wird daraus nichts. Der Stellplatz existiert zwar und macht auch mit vielen Schildern darauf aufmerksam, dass geöffnet ist, aber ein verschlossenes Tor ist nun einmal nicht sehr einladend. Bei dem zu erwartenden Regen scheint mir der Wiesen-Untergrund auch keine gute Lösung zu sein.
Der Ort Bolonia ist aber nicht nur wegen des neuen Stellplatzes mein Ziel - hier gibt es zwei Attraktionen, die den Weg über die Hügel in diese Bucht rechtfertigen: die große Wanderdüne von Bolonia und die Ausgrabung der alten römischen Stadt Baelo Claudia.
Vom Parkplatz aus habe ich sowohl die Düne als auch die Ausgrabungsstätte im Blick.
Da ich nicht weiß, ob man mit einem Wohnmobil beim Museum parken kann, gehen Christa und ich zu Fuß die paar hundert Meter. Vor Ort stelle ich fest, dass man auch mit einem Wohnmobil dort parken kann, allerdings nur quer über mehrere Pkw-Plätze...
Der Besuch des Museums und der ausgegrabenen Siedlung ist übrigens für EU-Bürger kostenlos!
Auch wenn man schon viele römische Monumente und Ausgrabungen gesehen hat, bekommt man hier einen guten Eindruck von einer kompletten römischen Siedlung mit allen Elementen, die dazugehören: Marktplatz, Fabriken, Geschäfte, Thermalbad, Theater, Tempel etc.
Leider müssen wir den Rundgang durch den Außenbereich etwas überstürzt abbrechen, denn der angekündigte Regen kommt etwas früher als erwartet.
Im Museum finden wir aber auch noch viele interessante Dinge, die hier ausgegraben wurden: einige lebensgroße Figuren, eine Sonnenuhr, Öllampen, Wasserrohre aus Blei, Schmuck und natürlich Hintergrund-Informationen.
Da das Wetter inzwischen nicht mehr so freundlich ist, fällt die nähere Besichtigung der über 30m hohen Düne von Bolonia heute aus.
Dafür beschert der dunkle Himmel einen guten Kontrast zu dem hellen Sandberg.
Auf den Parkplätzen am Strand und auch in dem kleinen Ort selbst stehen überall Wohnmobile, die hier offenbar schon länger stehen und auf jeden Fall auch heute hier bleiben werden. Auch ich entscheide mich, in Bolonia zu bleiben.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Bolonia nach Jerez de la Frontera
29. Januar 2018
- Bolonia
- Barbate
- Conil de la Frontera
- El Palmar
- Jerez de la Frontera
Der angekündigte starke Wind wurde im Laufe der Nacht ein ordentlicher Sturm. Nichts ungewöhnliches in dieser Gegend, aber die Böen schüttelten das Wohnmobil derartig, dass an vernünftiges Schlafen nicht zu denken war.
Bei weniger ruppigem Wind ist dieser Parkplatz jedoch durchaus als Übernachtungsplatz zu gebrauchen (GPS-Koordinaten: 36.0873, -5.7676).
Am Vormittag lässt der Wind etwas nach, aber da auch für die nächsten Tage Starkwind an der Küste gemeldet ist, disponiere ich um. Statt in Richtung Cádiz zu fahren, geht es erst einmal ein Stück ins Landesinnere - nach Jerez de la Frontera.
Auf dem Weg dorthin mache ich einen kleinen Umweg über den Hafen in Barbate, wo ein Wohnmobil-Stellplatz direkt neben dem Sportboot-Hafen eingerichtet wurde. Dies ist einer der vier Stellplätze in den Puertos de Andalucía.
Auch wenn die aktuelle Preissenkung auf diesen Stellplätzen ein guter Grund wäre, in Barbate zu übernachten, bleibe ich unter den gegebenen Umständen nicht hier. Beim nächsten Mal werde ich aber wahrscheinlich diesen Stellplatz nutzen, um dann bei hoffentlich besserem Wetter im benachbarten Naturpark zu wandern und einen Ausflug zum Kap Trafalgar zu machen.
Heute fahre ich nur in Sichtweite des Leuchtturms von Trafalgar vorbei. Bei diesigem Wetter ist nicht viel zu erkennen. Und nichts deutet darauf hin, dass hier 1805 die letzte große Seeschlacht mit Segelschiffen stattfand.
Ein paar Kilometer weiter erreiche ich den Badeort El Palmar. Dieser Ortsteil gehört zu Vejer de la Frontera, das etwas weiter im Landesinneren liegt und das dafür bekannt ist, nicht besonders wohnmobil-freundlich zu sein. Im gesamten Stadtgebiet gilt per Ordenanza Municipal (städt. Verordnung) ein grundsätzliches Parkverbot für Wohnmobile.
Solange das so ist, werde ich hier nicht stehen bleiben und natürlich auch keinen Cent ausgeben.
Heute fahre ich nur nach El Palmar, weil ich mir einen Wohnmobil-Stellplatz anschauen will. Und weil ich neugierig bin, wie sich ein Wohnmobil-Stellplatz in dieser wohnmobil-feindlichen Gegend durchsetzen kann.
Als ich vor dem Tor stehe, wird klar, wie es geht - es wurde ein Verein gegründet, und der Stellplatz ist nicht für jeden zugänglich, sondern ein Privatbereich, den nur Mitglieder nutzen können. Der Trick ist: beim ersten Besuch wird man automatisch Mitglied in der "Asociación La Pachamama"
Mit dem sicheren Gefühl, hier nicht so schnell wieder her zu kommen, verlasse ich diese Gegend und bin bald darauf auf der Autobahn A-48 in Richtung Norden.
Nach einigen Kilometern bietet sich eine Raststätte zur Mittagspause an. Ich bin überrascht, dass ich dort extra für Wohnmobile reservierte Plätze finde. Ich bin zwar kein Freund vom Übernachten auf Autobahn-Parkplätzen (vor allem in der Nähe von Großstädten oder Landesgrenzen), aber hier könnte ich mir das vorstellen.
Nach der Mittagspause geht es weiter auf der Autobahn, erst noch auf der A-48 Richtung Cádiz, dann auf der A-4 Richtung Sevilla.
Kurz vor El Puerto de Santa María liegt der Ort Puerto Real. Hier soll in Kürze ein neuer kommunaler Stellplatz auf dem Recinto Ferial (Festplatz) entstehen. Aber ausnahmsweise verzichte ich heute darauf, mir schon mal vorab die Gegend anzuschauen. Ich fahre durch bis zur nördlichen Abfahrt von Jerez de la Frontera, und nach wenigen hundert Metern bin ich am heutigen Tagesziel, dem Wohnmobil-Stellplatz bei der Firma "La Morada del Sur".
Ein Stellplatz auf einem Firmengelände - bisher war das für mich höchstens eine Randerscheinung, die man eventuell im Notfall nutzen kann, wenn man z.B. eine Reparatur bei der Firma vornehmen lässt oder auf ein Ersatzteil wartet.
Hier werde ich eines Besseren belehrt. Es handelt sich um einen vollwertigen Stellplatz, der noch dazu offenbar schon sehr bekannt und beliebt ist. Ich bekomme nur noch einen Platz in der ersten Reihe, was hier leider direkt an der Hauptstraße ist. Aber besser als das Schaukeln der vergangenen Nacht ist es auf jeden Fall.
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- Geschrieben von gg-iberico
Jerez de la Frontera - Stadtrundgang
31. Januar 2018
- Jerez de la Frontera
Am Nachmittag soll das Wetter schlechter werden, deshalb sind Christa und ich schon um 11 Uhr auf dem Weg in die Stadt. Die Buslinie 16 hält direkt vor dem Stellplatz und bringt uns für nur 1.10 € pro Person ins Zentrum von Jerez de la Frontera, zur Rotonda de los Casinos.
Wir folgen der hier beginnenden Fußgängerzone zur Plaza del Arenal und finden dort das Tourist-Info-Büro. Eine freundliche junge Dame erläutert uns in gutem Deutsch einen nicht zu langen Rundweg mit den wichtigsten touristischen Highlights.
Ausgestattet mit einem neuen kleinen Stadtplan starten wir den Rundgang bei der ehemaligen Festung (Alcázar).
Wir begnügen uns mit der Außenansicht, denn wenn man schon Eintritt bezahlt, dann sollte man sich auch die Zeit nehmen, alles in Ruhe anzuschauen und auf jede Mauer oder jeden Turm zu klettern.
Wir haben es zwar nicht richtig eilig, aber noch viel vor uns. Also geht es nur einmal rund um die Festung und schon stehen wir hinter der Kathedrale, die eine respektable Größe hat. Leider gibt es kaum eine Perspektive, um die ganze Anlage auf ein Foto zu bannen.
Auch hier verzichten wir auf eine Innenbesichtigung (zumal ich sowieso kein Freund von Eintrittsgeld für einen Kirchenbesuch bin) und wenden uns lieber den weltlichen Dingen zu. In einer Stadt wie Jerez hat das natürlich mit dem Getränk Sherry zu tun.
Eine der größten Bodegas - Gonzales Byass, mit der weltbekannten Sherry-Marke "Tio Pepe" - findet man direkt neben der Kathedrale. Und natürlich ein Denkmal mit dem Firmengründer.
Eine Besichtigung der Bodega steht heute nicht auf unserem Programm. Dafür wollen wir uns aber einen Tabanco von innen ansehen. Der Begriff Tabanco bezeichnet eine Gastwirtschaft, in der Wein oder Sherry direkt aus einem großen Fass ausgeschenkt wird.
Die interessanten Tabancos liegen alle auf der anderen Seite der Innenstadt, deshalb geht es erst wieder über die Fußgängerzone zurück (wo es eine kurze Mittagspause bei "100 Montaditos" gibt) bis zum "Gallo Azul", einem markanten Gebäude, das vor fast hundert Jahren von einem der Sherry-Barone der Stadt geschenkt wurde.
Ein paar Schritte weiter erreichen wir die Plaza Esteve mit der großen Markthalle, in der vor allem viel frischer Fisch angeboten wird.
Eine besondere "Delikatesse" finde ich außerhalb der Markthalle, wo jemand die vermutlich mühsam gesammelten Schnecken permanent an der Flucht hindern muss...
Jetzt sind wir in der richtigen Gegend, wo man die klassischen Tabancos findet. Wir entscheiden uns für den Tabanco "El Pasaje", weil man dort täglich um 14 Uhr eine kurze Flamenco-Show miterleben kann. Kostenlos.
Jerez de la Frontera hat noch viel mehr zu bieten als nur Sherry und alte Gebäude, z.B. die Königliche-Andalusische Reitschule. Aber das heben wir uns für den nächsten Besuch in dieser Stadt auf.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Jerez de la Frontera nach Rota
1. Februar 2018
- Jerez de la Frontera
- Rota
Schon gestern Abend hatte ich den Eindruck, die Stromversorgung sei unterbrochen, weil das Ladegerät meines Notebooks keinen Saft mehr lieferte und der Computer plötzlich im Akku-Betrieb war. Das ging aber schnell vorüber.
Heute morgen meldet sich dann lautstark das Klicken des Kühlschrank-Relais (das zwischen Gas und Strom automatisch umschaltet), obwohl die elektrische Kochplatte funktioniert.
Des Rätsels Lösung: die elektrische Spannung ist unter 200 Volt abgesunken. Ein Phänomen, das ich schon auf mehreren Stellplätzen vorgefunden habe. Offenbar wird zu sehr am Kabelquerschnitt gespart, was bei Kabellängen von nicht selten über 100m zu deutlichem Spannungsabfall führt. Und das vertragen die heutigen sensiblen elektronischen Steuergeräte nicht.
Dass diese Situation erst am dritten Tag meines Aufenthalts auftritt zeigt, dass es auch etwas mit dem hohen Gesamt-Stromverbrauch zu tun hat. Seit gestern Abend ist auf diesem Stellplatz wirklich jeder Winkel mit Wohnmobilen zugestellt - offenbar viel mehr, als ursprünglich geplant.
Ich reise heute ab, deshalb lasse ich die Sache auf sich beruhen. Bei einem nächsten Besuch würde ich aber zuerst zum Messgerät greifen.
Nachdem der nahegelegene Aldi-Supermarkt für das Auffüllen der Vorräte gesorgt hat, verlasse ich Jerez de la Frontera.
Ich will wieder zurück ans Meer, denn der starke Wind hat nachgelassen, und es sind zwei sonnige Tage gemeldet.
Allerdings lasse ich nun endgültig den Besuch des Stellplatzes im Hafen von Cádiz aus - der Umweg bis in die äußerste Spitze der Landzunge von Cádiz passt irgendwie gar nicht in den weiteren Ablauf.
Ich fahre lieber nach Rota solange die Sonne scheint, und später nach Chipiona, wo bei schlechterem Wetter ein Stromanschluss zur Verfügung steht.
Nach den Erfahrungen mit fast überall vollen Stellplätzen überrascht es mich nicht, dass auch der offizielle Wohnmobil-Stellplatz am Punta Candor schon am frühen Nachmittag nur einen freien Platz bietet. Ich schaue mir noch den nebenan liegenden Parkplatz an und entscheide mich, lieber den einzigen brauchbaren Platz dort zu nutzen.
Ich schiebe mich zwischen zwei andere Fahrzeuge, wobei es sehr nützlich ist, dass mein TravelVan deutlich schmaler ist als "normale" Wohnmobile.
Eigentlich hätte ich die Auswahl zwischen mehreren freien Plätzen, aber ich bin heute nicht in Kampf-Stimmung und verzichte auf die beiden deutlich besseren Plätze, die von irgendwelchen Mitmenschen offenbar als ihr Eigentum markiert (und verteidigt) werden.
Wohlgemerkt - auf einem allgemeinen öffentlichen Parkplatz !!!
Eine Unsitte, die vor allem bei unseren spanischen Gastgebern auf völliges Unverständnis stößt, und von den Behörden gern zum Anlass genommen wird, die schönsten "Stellplätze" für Wohnmobile zu schließen.
Es gibt aber auch positive Überraschungen, z.B. als sich mein Nachbar als treuer Fan der Womo-Iberico-Reiseberichte outet.
Bevor die Sonne zu tief steht, machen Christa und ich noch einen Spaziergang durch die mit Pinien bewachsenen Dünen am Punta Candor - ein noch sehr ursprünglicher Ort mit schützenswerter Vegetation, den man nur auf den vorgesehenen Wegen betreten sollte.
Am Strand angekommen kann ich im Süden den heute verschmähten Hafen von Cádiz sehen, und im Norden ist schon das nächste Ziel zu erkennen - Chipiona, mit dem im flachen Land weithin sichtbaren Leuchtturm.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Rota nach Chipiona
4. Februar 2018
- Rota
- Chipiona
Der Tag fängt schon nachts mit Regen an. Viele Wohnmobile verlassen den Parkplatz in Rota, so dass Neuankömmlinge tatsächlich die Chance auf einen freien Platz haben.
Auch ich denke, dass drei Tage in Rota genügen. Ein Ortswechsel an einem Tag ohne Sonnenschein produziert zumindest etwas Strom. Außerdem ist heute morgen wieder eine Gasflasche leer geworden, so dass ich unterwegs gleich schauen kann, ob ich sie gegen eine volle eintauschen kann.
Die erste Anlaufstation ist aber die Ver- und Entsorgung auf dem direkt nebenan liegenden offiziellen Wohnmobil-Stellplatz. Während die meisten anderen Wohnmobilisten ihren Wasservorrat portionsweise per Gießkanne oder Eimer auffüllen, weil es kein Schraubgewinde am Wasserhahn gibt, kommt bei mir wieder einmal der sogenannte "Wasserdieb" zum Einsatz. Damit kann ich mühelos den Wassertank füllen.
Das Tagesziel Chipiona ist nicht weit entfernt. Ich fahre einen kleinen Umweg, um eine Cepsa-Tankstelle aufzusuchen zwecks Tausch der Gasflasche. Aber leider scheint es in dieser Ecke von Spanien entweder überhaupt kein Propangas zu geben oder zumindest nicht die von mir bevorzugten neuen, leichteren Gasflaschen mit den blauen Plastik-Griffen. Also bleibt vorerst das deutsche Reservegas angeschlossen.
Kurz darauf bin ich auch schon in Chipiona und schaue mir die beiden Stellplatz-Alternativen an.
Der offizielle, kostenpflichtige Wohnmobil-Stellplatz beim Sportboot-Hafen gehört zum Stellplatznetz der Puertos de Andalucía. Nach der jüngsten Preisreduzierung wieder interessant geworden, hatte ich die Absicht hier zu übernachten, um in den kommenden eiskalten Nächten eventuell eine elektrische Heizung laufen zu lassen.
Der inoffizielle, kostenlose Stellplatz auf der anderen Seite des Hafens ist nur ein unbefestigter allgemeiner Parkplatz, der eigentlich nur für "Turismos" (deutsch: Pkw) zugelassen ist. Komischerweise gibt es aber ein offiziell aussehendes Schild, das einen Teil des Platzes für Wohnmobile reserviert.
Bei meiner Ankunft am Sonntag Nachmittag stehen hier etwa 30 Wohnmobile nebeneinander aufgereiht.
Auch Christa ist von der Aussicht auf das Meer so angetan, dass ich auf die Aussicht eines Stromanschlusses (vorerst) verzichte und einen Platz in der ersten Reihe einnehme.
Der kurz darauf wieder einsetzende Regen sorgt dafür, dass keine weiteren Aktionen stattfinden. Der Stadtbesuch in Chipiona wird auf morgen verschoben.
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- Geschrieben von gg-iberico
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