Spanien im Winter 2017-18
Von Murcia nach San Fulgencio
3. April 2018
- Murcia
- San Fulgencio
Es scheint für viele Wohnmobil-Reisende völlig normal zu sein, auf einem Stellplatz erst einmal Camping-Stühle und ähnliche Utensilien auszupacken und natürlich auch zu nutzen. Das ist nur leider auf den normalen städtischen Wohnmobil-Stellplätzen verboten, denn das sind im allgemeinen nur Parkplätze, auf denen zwar das Übernachten erlaubt ist, allerdings unter Einhaltung bestimmter Regeln.
Der Stellplatz in Murcia ist da keine Ausnahme. In zwei Sprachen (Spanisch und Englisch) wird auf einem nicht zu übersehenden Schild darauf hingewiesen, dass campingartiges Verhalten verboten ist und sanktioniert werden kann (bis zu mehrere hundert Euro!).
Da bekanntlich Unwissenheit nicht vor Strafe schützt, möchte ich hier für diejenigen, die weder Spanisch noch Englisch verstehen, den wichtigen zweiten Absatz in Deutsch wiedergeben:
- Es bleibt verboten, irgendwelche Dinge wie Stühle, Tische, Grill, Markise, Wäscheständer usw. aus dem Wohnmobil zu holen, genau so wie Stabilisierungsstützen auszufahren oder (Ausstell-)Fenster zu öffnen.
Die Erfahrung zeigt, dass Stadtverwaltungen bei Verstößen gegen die Nutzungsregeln oft nicht den vorgesehenen Weg gehen und Ordnungsgelder von den einzelnen "Regelverstoßern" verlangen, sondern eher pauschal alle Wohnmobilisten bestrafen, indem sie allgemeine Übernachtungsverbote erlassen.
Dadurch sind wir alle betroffen, wenn Einzelne meinen, sie müssten auf einem Parkplatz erst einmal die Camping-Liege aufbauen.
Ich hoffe, dass bei meinem nächsten Besuch in Murcia dieser recht gute Übernachtungsplatz noch zur Verfügung steht.
Heute fahre ich wieder zurück zur Küste zu einem meiner ehemaligen Lieblingsorte, der leider inzwischen auch durch massiven Campingbetrieb auf den strandnahen Parkplätzen nur noch weit weg vom Strand und im allgemeinen nur auf kostenpflichtigen Stellplätzen zu erleben ist - La Marina.
Ich will eigentlich mal wieder einen neuen Stellplatz kennenlernen (er ist nur für mich neu - er existiert aber schon viele Jahre), deshalb rufe ich bei dem privaten Stellplatz "La Escuera" an und erkundige mich nach einer Übernachtungsmöglichkeit. Leider ist alles belegt.
Also fahre ich wie fast immer, wenn ich in dieser Gegend bin, zum Mini-Camping "Oasis". Ich habe Glück - es gibt einen freien Platz, und ich richte mich für einen zweitägigen Kurzurlaub ein.
4. April 2018
- San Fulgencio
Das Wetter ist schon fast sommerlich. Ich messe am Nachmittag über 25°C im Schatten - die richtige Temperatur für einen Spaziergang nach La Marina Pueblo (nicht zu verwechseln mit der Urbanisation La Marina, die auf dem Hügel liegt).
Natürlich werfe ich dabei einen Blick auf die benachbarten Wohnmobil-Stellplätze.
Zum Beispiel auf den fast direkt nebenan liegenden Stellplatz Camper Park San Fulgencio. Er ist zur Zeit genau so gut belegt, wie fast alle Stellplätze entlang der Mittelmeer-Küste.
Die einzelnen Parzellen sind hier etwas schmaler als bei "meinem" Stellplatz (Oasis) und vor allem nicht so schön von einander getrennt.
Das gilt auch für den Stellplatz an der Ghol-Tankstelle. Obwohl man hier quasi neben der Hauptstraße N-332 steht, ist der Platz gut besucht.
Ein Kilometer weiter erreiche ich den Campingplatz "La Marina". Hier konnte man in den letzten Jahren eine Ver- und Entsorgungsstation nutzen, die außerhalb des Campingplatzes stand. Ich hatte schon Gerüchte gehört, dass es die nicht mehr gibt - und richtig: an der Stelle der ehemaligen Servicestation wird jetzt ein großes Gebäude errichtet.
Auch wenn man nicht auf dem Campingplatz steht, kann man das Restaurant und damit die Dachterrasse besuchen. Von hier oben hat man einen schönen Blick über den mehrere hundert Meter breiten Pinien-Bereich vor dem Strand, und etwas vom Mittelmeer sieht man auch.
Vor allem sieht man aber die großzügige Wasserlandschaft des Campingplatzes...
und kann alle 5-10 Minuten eine der Attraktionen beobachten...
Ich bin zwar normalerweise kein Freund von Campingplätzen, aber hier oben auf der "La Marina"-Terrasse bei Kuchen und Café-con-leche kann man es gut aushalten.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von San Fulgencio nach Alicante
5. April 2018
- San Fulgencio
- La Marina
- Santa Pola
- Alicante
Das Tagesziel Alicante ist nicht weit entfernt, deshalb habe ich genug Zeit, die ganze Strecke an der Küstenstraße entlang zu fahren.
Ich fange erst einmal in La Marina am Strand El Pinet an, wo auch ich vor vielen Jahren noch mit dem Wohnmobil auf den dortigen Parkplätzen stand. Zumindest für einige Tage. Später kam eine Phase, wo es Wohnmobilen untersagt wurde, hier zu stehen, und die Ordnungshüter das auch durchsetzten.
Inzwischen ist es zwar immer noch verboten, die Parkplätze mit Wohnmobilen zu nutzen, aber es scheint nicht mehr kontrolliert zu werden.
Die Abneigung der Anwohner gegen die Wohnmobil-Ansammlungen war in dieser Gegend besonders hoch. Es gab sogar Berichte über Attacken mit Orangen als Wurfgeschosse. Und offenbar gibt es auch unter den Wohnmobilisten "militante" Verfechter der freien Stellplatzwahl, denn an mehreren Stellen habe ich Wohnmobil-Verbotsschilder gesehen, die mit einer "Spray-Attacke" unlesbar gemacht wurden.
Derartige Aktionen und das Ignorieren offizieller Verbotsschilder ist sicher nicht geeignet, den Wohnmobil-Tourismus im Interesse aller Beteiligten zu fördern. Solange hier keine vernünftige Regulierung erfolgt und z.B. eine kommunale Ver- und Entsorgungsstation für Entlastung der Umwelt sorgt, wird das wilde Campen weiterhin für Unmut bei den Anwohnern und Naturschützern sorgen.
Ich werde auch in Zukunft höchsten zu Dokumentationszwecken hier vorbei schauen - ein Stellplatz ist das hier nicht!
Übrigens: das Zusatzschild "Sólo Turismos" bedeutet nicht, dass der Parkplatz nur von Touristen genutzt werden kann, sondern dass hier nur Pkw parken dürfen. Insofern hat das Übersprayen des oberen Schildes nur eine "politische" Aussagekraft - das Wohnmobil-Verbot besteht selbstverständlich weiterhin...
Die Natur bietet in dieser Gegend einige schützenswerte Refugien, vor allem für Wasservögel und Flamingos, die sich in den benachbarten Salinen wohlfühlen.
Auf der Fahrt nach Santa Pola sehe ich Unmengen von Flamingos - so viele habe ich hier noch nie gesehen.
Ich fahre in Santa Pola am Hafen vorbei und dann auf die kleine Küstenstraße, die am Cap de Santa Pola unterhalb der Klippen verläuft, auf denen oben der Leuchtturm steht.
Beim Betrachten der Felsen sehe ich plötzlich etwas Neues - eine Stahl-Konstruktion, die frei über der Tiefe hängt. Dieser außergewöhnliche Aussichtspunkt - die Pasarela del Cabo de Santa Pola - wurde 2015 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Bei meinem nächsten Besuch in dieser Gegend werde ich ganz sicher einen Ausflug dort hin machen.
Heute bleibe ich unten am Strand und mache eine Mittagspause in sehr schöner Umgebung, mit Blick auf die Insel Tabarca, die nur wenige Kilometer vor Santa Pola im Meer liegt.
Ich folge weiter der Küstenstraße durch die Urbanisation Urbanova und erreiche kurz darauf Alicante.
Auch hier gehe ich nicht auf die Umgehungsstraße, sondern fahre auf der N-332 am Hafen vorbei (an den ich natürlich wieder schöne Erinnerungen habe, weil ich hier mit meinem Schiff eine Zeit lang gelegen habe).
Wenn man sich dann immer an der Küste hält und den Schildern zum Playa de San Juan folgt erreicht man problemlos den Ende letzten Jahres in Betrieb genommenen Wohnmobil-Stellplatz, der nur 200m vom Strand entfernt liegt.
Endlich einmal ein Stellplatz, der nicht komplett voll ist - nur etwa 50% ist belegt, so dass ich einen brauchbaren Platz auswählen kann.
Dass hier im Vergleich zu anderen Stellplätzen so viel frei ist könnte an der komplizierten Zugangsprozedur liegen, denn hier steht einer dieser ungeliebten Automaten, die von der Firma Protecex entwickelt und inzwischen unter dem Namen ÁreasPla vermarktet werden (siehe mein Bericht Protecex - Wohnmobilservice per Automat).
Es könnte aber auch an der direkt am Stellplatz vorbei führenden Straßenbahn liegen, obwohl die nur tagsüber verkehrt und nicht besonders viel Krach macht.
Vielleicht sind es aber die noch fehlenden Stromanschlüsse, die so manchen Wohnmobilisten abhalten, oder einfach der noch geringe Bekanntheitsgrad.
Christa und ich fühlen uns jedenfalls wohl auf diesem Stellplatz - sogar mit ein wenig Meerblick - und werden erst einmal zwei Tage hier bleiben.
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- Geschrieben von gg-iberico
Von Alicante nach El Campello
7. April 2018
- Alicante
- El Campello
Bevor ich heute durchstarte, teste ich noch die Ver- und Entsorgungsstation am Stellplatz Playa de San Juan, die genau wie die Zufahrt automatengesteuert ist.
Hier in Alicante wird eine Variante der Protecex/ÁreasPla-Maschinen eingesetzt, die mit einem Barcode-Scanner arbeitet (Ich werde das in meinem speziellen Protecex-Beitrag genauer erläutern).
Alles funktioniert problemlos, wenn man genau das macht, was der Automat erwartet. Allerdings ist die Beschriftung der Tasten nicht in deutscher Sprache.
Bei meinem Vorgänger konnte ich beobachten, was passiert, wenn man einfach mal so auf die vorhandenen Tasten drückt - dann schließt sich z.B. die Klappe für die WC-Entsorgung, auch wenn man die Kassette noch nicht entleert hat!
Grundsätzlich ist aber alles in Ordnung.
"Von Alicante nach El Campello" hört sich vielleicht wie eine normale Reise an, tatsächlich sind es nur wenige Kilometer, die dazwischen liegen.
Schon gestern bin ich auf einem kleinen Spaziergang zum Wohnmobil-Stellplatz "Campello Beach" gegangen und habe dort alte Bekannte besucht (einschließlich der immer fröhlichen Recepcionista Pilar).
Heute nehme ich das Wohnmobil mit und fahre noch drei Kilometer weiter zu dem im letzten Jahr eröffneten privaten Stellplatz "Área 7". Auch dort ist der Empfang freundlich, und im Gegensatz zum Stellplatz "Campello Beach" sind ein paar Plätze frei.
Das Wetter ist heute nicht mehr so richtig sonnig, aber gut genug für einen Spaziergang am Paseo Marítimo.
Diese Strand-Promenade ist viele Kilometer lang und geht ununterbrochen von El Campello bis Alicante zum Playa de San Juan. Gestern waren wir an ihrem südlichen Ende, heute fast 8 km weiter am nördlichen Ende.
Das Angebot an Bars/Restaurants ist hier nicht sehr groß, aber eine Strandbar gibt es - und die darf uns dann auch als Gäste begrüßen (obwohl der Café-con-leche im Pappbecher serviert wird und stolze 2 € kostet).
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- Geschrieben von gg-iberico
Von El Campello nach Calp
8. April 2018
- El Campello
- Benidorm
- Calp
Gegen Mittag verlasse ich den Stellplatz "Área 7" und fahre wieder etwas weiter Richtung Heimat.
Im Norden von El Campello, schon außerhalb des eigentlichen Ortes, komme ich an dem Restaurant eines Deutschen vorbei, der nicht nur Currywurst oder Sauerkraut anbietet, sondern schon seit Jahren auch Übernachtungsplätze für Wohnmobil-Reisende zur Verfügung stellt.
Die Lage direkt an der N-332 ist zwar nicht so toll, aber es gibt vom Stellplatz einen schönen Blick über die Bucht von El Campello bis Alicante.
Für eine Mittagspause ist es noch zu früh, deshalb verzichte ich auf eine Currywurst und fahre weiter nach Benidorm.
Dort hat im vergangenen Jahr der Freizeitpark "Terra Natura" (nicht zu verwechseln mit dem schon länger existierenden "Terra Mitica") einen Wohnmobil-Stellplatz für seine Besucher eingerichtet. Auch Nicht-Besucher können den Stellplatz nutzen.
Leider bin ich wieder einmal zu früh, denn die Saison beginnt erst Ende April. So kann ich nur über den Zaun schauen und feststellen, dass der Stellplatz zwar vorhanden ist, aber zur Zeit noch als Baumaterial-Lager zweckentfremdet wird.
Auf der N-332 geht es weiter durch Altea, ich überquere dann den Null-Meridian beim Sportboothafen Marina Greenwich und erreiche kurz darauf meinen heutigen Zielort Calp.
Bekanntlich gibt es in Calp inzwischen mehr Wohnmobil-Stellplätze als in jeder anderen spanischen Stadt. Fünf Stellplätze stehen zur Auswahl, und da sind die Campingplätze noch nicht mitgezählt.
Trotz dieses großen Angebotes gab es Berichten zufolge im Winter oft keinen freien Platz mehr. Da ist es gut zu wissen, dass man offenbar in Calp immer noch die Möglichkeit hat, das Wohnmobil einfach am Straßenrand auf einem Parkstreifen abzustellen. Alle Fahrzeuge, die ich hier sehe, halten sich dabei an das Gebot, kein campingartiges Verhalten an den Tag zu legen. Und siehe da - dann gibt es auch keine Probleme!
Ich überlasse die freien Plätze an der Straße sparsameren Wohnmobilisten und fahre direkt zum Stellplatz "Mediteráneo Camper Área". Dort habe ich Glück, dass die Rezeptionistin noch nicht die Siesta angetreten hat und mich noch eben auf den Platz lässt, bevor sie das Tor schließt (eigentlich hat der Stellplatz-Betreiber Glück gehabt, denn sonst wäre ich woanders hin gefahren).
Ein paar freie Plätze sind vorhanden. Eher zufällig entscheide ich mich für einen Platz, wo ich vom Bett aus einen schönen Blick auf das Wahrzeichen von Calp habe - den Peñón de Ifach.
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- Geschrieben von gg-iberico
Calp / Calpe
11. April 2018
- Calp
Geplant war nur ein Kurzaufenthalt von 1-2 Tagen, nun werden es wohl doch vier Tage in Calp werden.
Das Wetter hat meinen ersten Rückreise-Plan gleich am Anfang torpediert.
Während das Tiefdruckgebiet über Spanien für Warmluft in Deutschland sorgt, gibt es in einigen spanischen Berglandschaften einen neuerlichen Wintereinbruch.
Eigentlich sollte die Rückfahrt von Castellón über Lleida zum Tunnel von Vielha in den Pyrenäen führen. Dabei wollte ich noch einige neue Wohnmobil-Stellplätze in der Provinz Teruel besuchen. Dumm ist nur, dass diese Stellplätze in kleinen Bergdörfern auf weit über 1000m Höhe liegen. Zur Zeit schneit es dort!
Da bleibe ich doch lieber erst einmal in Calp, wo man es auch bei leichtem Regen und kräftigem Wind aushalten kann.
Das wenig freundliche Wetter herrscht erst seit gestern Nachmittag. Vorher gab es genug Möglichkeiten, bei viel Sonnenschein durch die Stadt zu spazieren und z.B. windgeschützt aus einer Cafetería am Paseo Marítimo das Wahrzeichen von Calp zu betrachten.
Bei einem Rundgang stellte ich fest, dass ein beliebter Freisteher-Platz neben dem Lidl-Supermarkt nun für Wohnmobile gesperrt wurde.
An anderen Stellen stehen aber weiterhin viele Wohnmobile, zum Teil direkt neben den offiziellen Stellplätzen.
Das wäre ja weiter nicht schlimm, aber offenbar gab es Vorfälle, die einige Stellplatz-Betreiber veranlasst haben, den Zugang zum Stellplatz wie bei einer Festung zu verschließen.
Hier ein Zitat aus einer Mail, die mich gestern erreichte, nachdem ich meine Verwunderung über die festungsartige Aussendarstellung eines Stellplatzes zum Ausdruck brachte:
"Seit die Nassauer, die kostenlos vor den Toren übernachten, tagsüber kostenlos duschen und Wasser zapfen sind die Tore durch Keycards zu öffnen (oder man klingelt)."
Der Wohnmobil-Stellplatz "Sol de Calpe Boreal" mit einem undurchsichtigen Zaun und undurchdringlichem Tor ist nur mit einem Teleobjektiv zu "dokumentieren". Da kommt man sich wie ein Paparazzo vor.
Ein weiterer Spaziergang führte Christa und mich zum Restaurant "Grizzly's", das direkt neben dem am Ortsrand befindlichen Wohnmobil-Stellplatz "Estrella Polar" liegt (und den ich mir natürlich nebenbei auch noch angeschaut habe).
Der große Bär als Wahrzeichen des Restaurants ist nicht zu übersehen. Passend zum Grizzlybär findet man auch ein paar amerikanische Gerichte auf der Speisekarte, aber im wesentlichen wird hier viel Deutsch gesprochen und es gibt Warsteiner- und Bitburger-Bier vom Fass.
Auch nach diesem neuerlichen Aufenthalt in Calp gehört dieser Ort weiterhin zu Recht zu meinen Städte-Favoriten. Meinen drei Jahre alten Bericht zum Überwintern in Calp muss ich allerdings demnächst überarbeiten - zu viel hat sich in der Zwischenzeit in der Wohnmobil-Szene geändert.
- Details
- Geschrieben von gg-iberico
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