5. Februar 2018

  • Chipiona

Heute ist tatsächlich wieder schönes Wetter, so dass einem Stadtrundgang nichts im Wege steht.

Die Strand-Promenade beginnt direkt vor dem Wohnmobil und bringt uns auf kurzem Weg in die Stadt.

20180205 Chipiona

Ganz nah bei einander finden wir die Kirche Nuestra Señora de la O (das erinnert mich irgendwie an die sehr weltliche Geschichte der O), die ehemalige Burg, die heute ein Museum beherbergt, und der hoch aufragende Leuchtturm, der mit seinen 62 Metern der höchste Leuchtturm Spaniens ist (und sogar weltweit zu den zehn höchsten zählt)

20180205 Chipiona Kirche20180205 Chipiona Castillo20180205 Chipiona Faro

Direkt vor dem Leuchtturm ist das Meer sehr flach und von vielen Felsen durchzogen. Dies hat man sich schon im Altertum zu nutze gemacht, indem man Fisch-Fallen gebaut hat: die sogenannten Corrales.

Mit kleinen Steinmauern wurden Bereiche abgeteilt, die bei Flut überspült werden und bei Ebbe leer laufen, aber dabei die größeren Fische zurückhalten.

20180205 Chipiona Corrales

Wir gehen am Leuchtturm vorbei und kommen zu dem zweiten großen Strand von Chipiona, der Playa de Regla. Hier an der Westseite findet man den feineren Sand und weniger vorgelagerte Felsen. Ein Bilderbuch-Badestrand.

20180205 Chipiona Playa

Neben den ganzen Kneipen und Ferienwohnungen finden wir hier fast am Ortsrand eine Kirche, die irgendwie nicht hier hin passt. Aber sie hat eine lange Geschichte, die bis in die Zeit der Mauren zurückgeht: das Santuario de Nuestra Señora de Regla.

20180205 Chipiona Santuario

Auf dem Weg durch das Zentrum von Chipiona stellen wir fest, dass es eine richtige Einkaufsstraße gibt - die Calle Miguel de Cervantes, die sich als Fußgängerzone mehr als 1 km fast geradeaus durch den Ort zieht.

Hier findet man natürlich jede Art von Geschäften, aber auch Restaurants und Bars, in denen man die regionale Besonderheit zu sich nehmen kann - ein aus Rosinen hergestellter sehr süßer Wein, der Moscatel de Pasas. Am besten man trinkt ihn direkt in den schon aus Jerez bekannten Tabancos - den Bars, in denen der Wein direkt aus dem Fass ausgeschenkt wird.

20180205 Chipiona Tabanco

Zurück beim Wohnmobil stellen wir fest, dass man es in Chipiona ganz gut aushalten kann. Wir bleiben noch einen weiteren Tag hier.

20180205 Chipiona P

7. Februar 2018

  • Chipiona
  • Sanlúcar de Barrameda
  • Bornos
  • Algodonales
  • La Puebla de Cazalla

Wenn man auf der Landkarte meinen bisherigen Reiseverlauf anschaut, dann wird man feststellen, dass heute der Rückweg beginnt. Der südlichste Punkt war schon in Tarifa erreicht, und weiter nach Westen geht es jetzt auch nicht mehr (da war ich auf dieser Reise schon).

Ich verlasse Chipiona und fahre zuerst in den Nachbarort Sanlúcar de Barrameda.

Dort wurde vor knapp zwei Jahren der große "Stellplatz" wegen ausuferndem Camping-Verhalten geschlossen, aber die Ver- und Entsorgungsmöglichkeit neben dem Platz blieb erst einmal erhalten.

Leider muss ich heute feststellen, dass auch die Ver- und Entsorgung an der bisherigen Stelle nicht mehr vorgesehen ist. Alle entsprechenden Schilder wurden entfernt. Und das, ohne einen Ersatz anzubieten.

Ich bin froh, dass zumindest die Repsol-Tankstelle an der Straße nach Chipiona weiterhin die Möglichkeit der Ver- und Entsorgung anbietet.

20180207 Sanlucar RepsolVE

Über Jerez de la Frontera (wo  ich eine volle Propan-Gas-Flasche bei einer Cepsa-Tankstelle eintausche) geht die Fahrt weiter ins Landesinnere zum Ort Bornos.

Hier am Ufer eines Stausees erlaubt die Stadtverwaltung das Parken und Übernachten für Wohnmobile. Eigentlich eine gute Sache, denn die Lage am See ist wirklich schön.

20180207 Bornos Embarcadero

Allerdings sind die Parkmöglichkeiten für Wohnmobile sehr eingeschränkt, im Hochsommer wahrscheinlich unmöglich.

Die Zufahrt mit dem Wohnmobil (außer vielleicht mit einem VW-Bus) sollte auf keinen Fall quer durch den Ort erfolgen. Es gibt eine extra für Autocaravanas ausgeschilderte Strecke, die über die ehemalige Eisenbahntrasse führt.

20180207 Bornos Ausfahrt20180207 Bornos ViaVerde

Auf dem weiteren Weg liegt der Ort Algodonales. Hier musste ich vor kurzem einen schönen privaten Stellplatz aus der womo-iberico-Datenbank entfernen, da dort nur noch spezielle Kunden übernachten dürfen. Da war ich froh, dass fast zeitgleich die Information kam, dass ein kommunaler Stellplatz im selben Ort eingerichtet wurde.

Heute stehe ich allerdings vor einem geschlossenen Tor des Recinto Ferial, und kann den tatsächlich vorhandenen, fertigen Wohnmobil-Stellplatz nur durch den Zaun betrachten. Ich gehe davon aus, dass der Stellplatz Ende Februar nach der offiziellen Einweihung für alle zugänglich sein wird.

20180207 Algodonales Stp

Die im Hintergrund zu sehenden verschneiten Berge der Sierra de Grazalema machen deutlich, dass es auch in Andalusien in diesem Winter ziemlich kalt ist. Sogar am Meer lagen in den letzten Tagen die Temperaturen nachts nur wenig über Null Grad. Hier im Inland ist in den nächsten Tagen auf jeden Fall mit Frost zu rechnen.

Das ist eigentlich nicht meine Welt, aber der für heute angepeilte Stellplatz in La Puebla de Cazalla ist ein "Komfort"-Stellplatz mit Stromanschluss für jedes Wohnmobil. Damit kann ich die (geräuschlose) elektrische Zusatz-Heizung nachts laufen lassen und muss nicht frieren.

20180207 PueblaCazalla Stp

Der Wohnmobil-Stellplatz in La Puebla de Cazalla wurde erst in der vergangenen Woche eingeweiht, und so ganz viele Menschen können ihn eigentlich noch gar nicht kennen. Aber es sind schon mehrere Wohnmobile auf dem Platz, und ich gehe davon aus, dass er demnächst meist voll sein wird. Es gibt an diesem Stellplatz nämlich fast nichts auszusetzen. (obwohl ich natürlich auch hier Verbesserungspotential sehe - aber das ist auf sehr hohem Niveau). Am besten gefällt mir das zwischen den einzelnen Wohnmobil-Plätzen markierte "Niemandsland", das für mindestens 2m Abstand zwischen den Fahrzeugen sorgt.

Die Lage des Stellplatzes direkt neben dem Park "Corbones" lädt noch zu einem kleinen Rundgang ein, aber in den Ort selbst gehe ich erst morgen.

20180207 ParqueCorbones

8. Februar 2018

  • La Puebla de Cazalla

Mit etwa 11.000 Einwohnern ist dieser Ort weder groß noch klein - und das trifft irgendwie auch auf alles andere zu.

Es gibt keine herausragenden Monumente, aber das eine oder andere Bauwerk verdient nähere Betrachtung.

Dazu gehört auf jeden Fall die Kirche Iglesia de Nuestra Señora de las Virtudes, die am Ortsrand gelegen oberhalb vom Stellplatz gut sichtbar ist. Auch ihre Glocken sind stündlich gut zu hören, allerdings ist nachts Ruhe.

20180208 Kirche

Direkt vor der Kirche auf der Plaza Vieja findet man ein Denkmal zur Erinnerung an einen der berühmtesten spanischen Schriftsteller - Miguel Cervantes, der in La Puebla de Cazallas eine Zeit lang so etwas wie Finanzbeamter war. Für so einen kleinen Ort wahrlich etwas Besonderes.

20180208 Cervantes

Geht man von der Plaza Vieja aus in westliche Richtung gelangt man ins Zentrum. Dabei ist es egal, welche Straße man benutzt - die Bebauung sieht in allen Straßen nahezu gleich aus. Andalusische Stadthäuser mit den typischen vergitterten Balkonen bzw. Erkern, wohin man auch schaut.

20180208 PlazaVieja

20180208 CalleMoron

Im Ortszentrum befindet sich in den einzigen hervor stechenden Gebäuden, die auch schon eine etwas längere Geschichte haben, die Stadtverwaltung (Ayuntamiento).

Arkaden säumen die Plaza de Andalucía mit dem turmgeschmückten Gebäude des Ayuntamiento, und auf der Rückseite befindet sich die Plaza del Cabildo, ein historischer Ort früherer Ratsversammlungen sowie ehemaliger Marktplatz.

20180208 Ayuntamiento20180208 PlazaAndalucia20180208 PlazaCabildo

Geht man vom Zentrum aus auf der Calle Victoria ein wenig nach Süden, findet man auf der Plaza del Convento vor der Kirche Nuestra Señora de Candelaria ein schlichtes Denkmal aus drei Marmor-Säulen, das Conjunto de Cruces, das aus dem 16.Jh. stammt, aber genau so gut moderne Kunst sein könnte.

20180208 Convento

Damit haben wir die wesentlichen kultur-historischen Dinge von La Puebla de Cazalla gesehen und können uns im Café Freedom in die Sonne setzen. Und ausnahmsweise ist es in der Sonne tatsächlich so warm, dass ich die Jacke und den Pullover ausziehe...

20180208 CafeFreedom

10. Februar 2018

  • La Puebla de Cazalla
  • Lantejuela
  • Osuna
  • Almayate

Der neue Stellplatz in La Puebla de Cazalla verleitet natürlich mit seinem kostenlosen Komfort-Angebot zum länger verweilen. Aber offenbar sind die Verantwortlichen gewillt, den Platz von Dauercampern frei zu halten. Zumindest musste heute ein Wohnmobil abreisen, bei dem gestern bei einer Kontrolle das Überschreiten der 72-Stunden-Aufenthaltsdauer festgestellt wurde.

Ich habe es hier auch drei Tage ausgehalten - mit elektrischer Heizung, Wasserhahn direkt am Fahrzeug, und einer heißen Dusche in wenigen Metern Entfernung, die erst aufhört, wenn ich den Hahn zudrehe. Ich werde diesen Wohnmobil-Stellplatz wohl in meine Favoriten-Karte aufnehmen.

20180210 LaPuebla Stp

Heute geht es aber zurück ans Mittelmeer, wo ich mich vor etwa einem Monat verabschiedet hatte. Die Wettervorhersage für den Raum Málaga verspricht für die nächsten Tage wieder akzeptable Temperaturen.

Einen kleinen Umweg mache ich noch, denn gerade vor wenigen Tagen habe ich von einem neuen kommunalen Wohnmobil-Stellplatz in dem Ort Lantejuela gehört, nur 20 km von La Puebla entfernt.

20180210 Lantejuela Stp

Vielleicht bin ich etwas zu früh zur Stellplatz-Besichtigung gekommen, denn irgendwie sieht der Platz noch unfertig aus. Ein Wasseranschluss steht zwar schon zur Verfügung, aber keine Möglichkeit zur WC-Entsorgung. Hoffentlich kommt niemand auf die Idee, die WC-Kassette in den Abfluss vor der Wassersäule zu kippen - der Abfluss ist viel zu klein, und er endet direkt hinter der Säule einfach in der Wiese des unbebauten Nachbargrundstücks!

Von Lantejuela geht es zurück zur Autobahn A-92, die ich in Osuna erreiche.

20180210 Osuna

Bisher habe ich den Ort Osuna nur von weitem betrachtet. Die ins Auge fallenden Monumente machen aber Appetit auf mehr. Bei nächster Gelegenheit werde ich Osuna einen etwas ausgiebigeren Besuch abstatten.

Heute fahre ich nicht in die City, sondern nur zum Einkaufen und Tanken an den Ortsrand. Hier findet man gleich mehrere der großen Supermärkte nebeneinander - Lidl, Mercadona und Dia. Das hat den Vorteil, dass man mit dem Wohnmobil auf dem häufig leeren Dia-Parkplatz parken kann, und trotzdem im Lidl oder Mercadona, deren Parkplätze meist sehr eng sind, einkaufen kann. Dass direkt nebenan, hinter dem Mercadona-Parkplatz, noch eine Billig-Tankstelle liegt, macht die Stelle noch interessanter (GPS-Koordinaten: 37.2379, -5.1148).

20180210 Osuna Einkauf

Anstandshalber kaufe ich auch noch etwas im Dia-Supermarkt, bevor es dann nach einer kleinen Mittagspause endgültig auf die Autobahn in Richtung Málaga geht.

Es ist Wochenende, und nach den Erfahrungen mit dem Stellplatz "Málaga Beach", der eigentlich seit Weihnachten regelmäßig voll ist, fahre ich gleich weiter bis Almayate, wo ich vor ziemlich genau zwei Jahren zum letzten Mal auf dem Wohnmobil-Stellplatz "AMG-Parking" stand.

Zwischenzeitlich mal "totgesagt" (der Stellplatz war im letzten Sommer kurzzeitig geschlossen), erfreut sich auch dieser Stellplatz großer Beliebtheit. Bei meiner Ankunft gibt es nur noch zwei freie Plätze. Aber das genügt ja.

20180210 Almayate Stp

Auch wenn ich in manchen Kommentaren zu diesem Stellplatz Unzufriedenheit herauslese - ich fühle mich hier eigentlich immer ganz gut aufgehoben. Und obwohl ich schon fast alle Stellplätze in Spanien gesehen habe - es fällt mir so schnell keiner ein, wo man so schön unter Palmen stehen kann.

Dass man zum Strand erst die Straße überqueren muss, mag für den einen oder anderen ein Problem sein - aber auch da fallen mir nur wenige Stellplätze ein, die näher am Meer liegen.

Vielleicht fehlt manchen Wohnmobilisten ein weitergehender Service wie Dusche und WC. Nun, ich habe so etwas in meinem Wohnmobil und bin nicht scharf darauf, auf irgendwelchen Komfort-Plätzen diesen Service mit zu bezahlen. Mir genügt eine Ver- und Entsorgung in einfacher Form.

Und wenn dann noch eine Strandbar in der Nähe ist, bin ich rundum zufrieden.

20180210 Almayate Playa

12. Februar 2018

  • Almayate
  • Frigiliana/Nerja
  • Castell de Ferro

Da in der nächsten Woche ein Besuch in Roquetas de Mar vorgesehen ist (dort überwintern Bekannte), halten wir uns nicht länger in Almayate auf, obwohl ich es auch noch gut einen Tag länger ausgehalten hätte.

Auf der Küsten-Autobahn A-7 komme ich schnell voran, aber an der Abfahrt Frigiliana/Nerja fahre ich erst mal ab. Hier befindet sich eine Tankstelle, die schon seit vielen Jahren eine offizielle Ver- und Entsorgung für Wohnmobile anbietet. Eine Seltenheit an der Costa del Sol.

Seit meinem letzten Besuch hat der Betreiber gewechselt, deshalb schaue ich heute nach, ob der Wohnmobil-Service weiterhin angeboten wird.

Ich staune nicht schlecht, als ich gleich vier Wohnmobile auf dem Gelände der Tankstelle sehe. Ich habe Mühe, irgendwo in der Nähe zu parken, um ein paar Fotos zu machen. Der umfangreiche Wohnmobil-Service ist offenbar sehr gefragt.

20180212 FrigilianaCepsa

Dann geht es wieder auf die Autobahn, an Motril vorbei bis Carchuna/Calahonda. Hier im Land der Plastikplanen-Treibhäuser fahre ich auf die alte Küstenstraße N-340, die sich auf den nächsten Kilometern in engen Kurven bis zum Tagesziel windet - Castell de Ferro.

Von der letzten Kurve hat man einen guten Blick über die ganze Bucht mit dem kleinen Ort am Fuß der ebenso kleinen Burg-Ruine.

20180212 CastellDeFerroMirador

Direkt unterhalb des Aussichtspunktes befindet sich mein heutiges Ziel - der neue Wohnmobil-Stellplatz "Tropic Autocaravanas". Ein ehemaliger Campingplatz wurde von einem jungen französischen Paar reaktiviert und befindet sich noch in der Phase des Aufbaus.

20180212 CastellDeFerro Einfahrt

Für meinen Geschmack stehen hier zu viele hohe Bäume, die viel Schatten werfen und den Sat-TV-Empfang behindern. Aber die Sommer-Gäste werden sich über den Schatten freuen, und die Lage direkt am Meer mit eigenem Zugang zum (Kies-)Strand wird sowieso genug Liebhaber auf diesen Platz locken.

20180212 CastellDeFerro Stp

Die Sonne verschwindet schon gegen 17 Uhr hinter dem nahen Hügel. Viel Zeit bleibt also heute nicht mehr für einen ersten "Stadtbummel". Aber viel braucht man auch nicht, denn Castell de Ferro ist sehr überschaubar.

Nach knapp 1 km ist das Ende des Paseo Marítimo erreicht - immerhin hat man auf dieser Strecke die Auswahl zwischen mehreren Bars/Restaurants. An der Hauptstraße findet man noch ein paar Einkaufsmöglichkeiten, aber das ist es auch schon.

Castell de Ferro ist ein Ort für Leute, die es etwas ruhiger mögen - in dieser Jahreszeit geht es hier ganz beschaulich zu.

20180212 CastellDeFerro Varadero